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  • 03. September 2008 10 2 Min.

Homo-Gruppen in England protestieren gegen die Umbettung eines prominenten Kardinals aus dem 19. Jahrhundert, weil dieser auf eigenen Wunsch neben seinem mutmaßlichen Lebenspartner begraben sei.

Die katholische Kirche hatte die Exhumierung von Kardinal John Henry Newman (1801-90) beim britischen Justizministerium beantragt und vor kurzem eine Genehmigung erhalten. Die Verlegung des Leichnams von einem Friedhof am Rande von Birmingham in eine nahe gelegene Kirche soll im Herbst stattfinden. Papst Benedikt XVI will Newman in Kürze selig sprechen.

Peter Tatchell von der Homo-Gruppe Outrage gehört zu den stärksten Kritikern der Umbettung. Der 56-Jährige nannte den Plan einen "Akt der Grabräuberei, ein Sakrileg und eine Schändung". Tatchell beruft sich auf die enge Freundschaft Newmans mit Pater Ambrose St. John. Die Beiden hatten fast ein halbes Jahrhundert zusammengelebt. "Es gab wiederholt Anschuldigungen, dass sich Newman mit homosexuellen Freunden umgebe. Es ist unklar, ob es sexuelle Aktivitäten gegeben hat. Aber es ist sehr wahrscheinlich, dass beide Männer eine schwule Ausrichtung gehabt haben, auch wenn sie von sexuellen Kontakten abgesehen haben. Aber Enthaltsamkeit ändert nicht die sexuelle Orientierung einer Person."

Die Exhumierung sei daher "gegen den Willen des Newmans, der wiederholt erklärt hatte, er wollte neben dem Mann begraben sein, den er liebte." Es sei "schändlich", dass der Wunsch des Paters außer Acht gelassen werde. "Der Papst hat nicht das Recht, die Wünsche des Kardinals zu missachten", so Tatchell.

Die katholische Kirche sieht das anders. So erklärte der Theologieprofessor Ian Ker in der vatikanischen Amtszeitung "Osservatore Romano", Der Wunsch Newmans, neben seinem Freund bestattet zu werden, könne nicht als sexuelle Zuneigung gedeutet werden. Es gebe Äußerungen Newmans, in der er von der Sehnsucht nach der Liebe einer Frau spreche. Außerdem sei auch die Schriftsteller Clive Staples Lewis ("Die Chroniken von Narnia") auf eigenen Wunsch neben seinem Bruder Warnie beerdigt worden, obwohl die beiden kein inzestuöses Verhältnis gehabt hätten.

John Henry Newman war zunächst anglikanischer Pfarrer der Uni-Kirche in Oxford, bevor er im Alter von 44 Jahren zum katholischen Glauben übertrat. (dk)

-w-

#1 oh gottAnonym
  • 03.09.2008, 14:42h
  • als anglikanischer pfarrer hätte er ja ohne weiteres heiraten können ;-)
    von wegen sehnsucht nach der liebe einer frau :-)
    hat er wohl 44 jahre lang nicht vermisst ;-)

    oh je; noch ein schwuler heiliger; benedikt will sich den himmel wohl schon mal vorwärmen :-)
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#2 TimAnonym
  • 03.09.2008, 15:06h
  • Da muss man doch nur noch kräftig lachen, wenn man eine solche Äußerung von Ian Ker liest.

    Ist klar: wenn man ein Grab gemeinsam mit einem anderen, nicht verwandten (!) Mann aussucht, dann war es, weil man ihm rein platonisch, freundschaftlich verbunden war.

    Ich bin mit vielen Hetero- und Homomännern befreundet, aber ein gemeinsames Grab wünsche ich mir mit keinem von Ihnen. Aber mit meinem Mann, mit dem ich seit vielen Jahren zusammenwohne und zusammenlebe und den ich liebe, da wünsche ich mir schon ein gemeinsames Grab.

    Es ist verblüffend, mit wieviel Heuchelei doch die Vatikanleitung im Umgang mit dem Thema Homosexuelle Paare ausgestattet ist.

    Da kann man zum Vatikan nur noch anmerken: "Theater, Theater, der Vorhang geht auf..."
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#3 SmartiSaar
  • 03.09.2008, 15:59h
  • Es ist eine Schande was die kath. Kirche sich hier wieder rausnimmt, nicht nur das der Wunsch des Verstorbenen aus übelste missachtet wird, nein es wir auch noch die Totenruhe gestört und das ohne ersichtlichen Grund.

    Da sag ich nur Pfui den Papst soll der Teufel holen, möge er in den ewigen Höllenfeuern gar gebraten werden.
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