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- 06. September 2008 5 Min.
Das Einbeziehen anderer Körperteile neben dem Schwanz macht den Orgasmus zu einem geilen Gesamtkunstwerk.
Von Dennis Klein
Ein Orgasmus ist nur halb so viel wert, wenn er durch bloßes Rubbeln am Schwanz herbeigeführt wird. Zwar ist der Dödel ein außerordentlich sensibles Organ, das auf Berührungen sofort reagiert. Besonders in der Eichel versammeln sich zahlreiche Nerven, die auf Druck und Reibung lustvolle Empfindungen auslösen, aber der Penis hat mehr zu bieten - und das Einbeziehen anderer Körperteile macht den Orgasmus zu einem geilen Gesamtkunstwerk.
Im Prinzip ist der ganze Körper eine einzige erogene Zone. Besonders bei romantischem Sex mögen es die Liebenden, von oben bis unten gestreichelt zu werden. Bestimmte Körperteile allerdings sind besonders "in": Der eine lässt sich den frisch rasierten Bereich unter den Achseln lecken, der andere liebt es härter und will auf die Backen geschlagen werden - manche auf die im Gesicht, manche auf die am Hintern.
Bei jedem Menschen sind die Nerven unterschiedlich stark ausgebildet
In der Sexualwissenschaft unterscheidet man hierbei zwischen spezifischen und nicht spezifischen erogenen Zonen. Die Klasse der spezifischen Zonen zeichnet sich dadurch aus, dass sie eine hohe Dichte an Nervenenden aufzuweisen hat. Darunter fallen neben Schwanz und Hoden beispielsweise auch die die Haargrenze im Bereich der Stirn, die Ohrmuscheln, Nase, Mund, Brustwarzen, Handinnenflächen oder alles rund um den Anus. Allerdings ist es individuell verschieden, welche dieser Bereiche als besonders lustvoll empfunden wird. Die Nerven aller Menschen sind nämlich höchst unterschiedlich stark ausgebildet.
Zu den nicht spezifischen Zonen gehören vor allem das Genick, der Hals, die Fußsohlen, die Achselhöhlen und die Oberschenkelinnenseiten. Hier befindet sich objektiv keine Häufung der Nerven-Enden, die die teilweise stattlichen Effekte bei der Berührung dieser Bereiche erklären können.
Allerdings spielt hier natürlich auch der Kopf mit: In Erwartung einer sexuellen Stimulation, braucht es oft nicht einmal die Berührung um in Fahrt zu kommen. Deshalb ist Dirty Talk auch so populär. Ein beherztes "Fick mich, du Sex-Gott" kann bei so manchem schon den halben Weg zum Orgasmus bedeuten. Hier spielt die soziale Komponente eine Rolle: Ein Manager, der sonst nur Befehle erteilt und dem alle Welt zu Füßen liegt, möchte auch mal die andere Seite ausleben - und das ist in der Sexualität möglich: Im Rollenspiel lässt er sich mit Worten erniedrigen, teilweise auch mit der Peitsche. Die erogenen Zonen hängen also sowohl von der eigenen Biologie als auch von den teils geheimen Wünschen ab, die man endlich ausleben möchte. Die Körper ist hierbei wie ein Schachbrett, das bespielt werden möchte.
Viele wissen nicht, wo ihre erogenen Zonen sind
Allerdings wissen viele nicht, wo ihre erogenen Zonen sind. Oft ist der Partner ja unfähig herauszufinden, welche Knöpfe er drücken muss. Darum sollte am besten die Person diese Zonen finden, die es betrifft - du selbst! Beim Wichsen kann jeder besonders gut erkunden, wo das eigene Lustgefühl am größten ist. Ein Vorschlag: Am besten mit etwas Gleitgel und statt dem stupiden Rauf und Runter mal sanft mit den Fingern vom Schaft bis zur Spitze entlanggleiten. Du kannst zum Beispiel versuchen, mit dem feuchten Finger die Stelle, an der das Frenulum an der Eichel befestigt ist, sanft zu reiben und dich zu stimulieren. Jagt es dir Schauer über den Rücken? Prima, dann hast du schon einen Knopf gefunden, der dich zum Rasen bringt.
Natürlich kannst du auch bei anderen Männern erkunden, wo ihre G-Punkte liegen. Vor allem wenn sie noch ungeübt sind, werden sie dir dafür ein Leben lang dankbar sein! Geh einfach auf Erkundungstour: Mit deiner Hand, mit deinen Lippen und deiner Zunge kannst du erforschen, was ihn zum Rasen bringt. Achte einfach auf seine Reaktionen. Je mehr du ihn in Zuckungen versetzt, je öfter du ihn lustvoll stöhnen und schwer atmen hörst, desto näher bist du seinem Lustzentrum.
Im Liebesspiel oft vernachlässigt werden die Hoden - und das völlig zu Unrecht. Denn sie sind spezifische erogene Zonen ersten Grades. Das Streicheln, Wiegen, Lecken und In-den-Mund-Nehmen der beiden Eier törnt viele sonst brave Bürger ebenso an wie das kräftige Zupacken, das Kneten und In-die-Länge-ziehen. Zwar hat so mancher erst einmal Angst davor, das sie berührt werden - denn sie sind ja einer der delikatesten Teile des Körpers. Aber diese Furcht kann überwunden werden. Wenn du merkst, dass dein Partner eher abweisend auf deine Hoden-Leckereien reagiert, versuche vielleicht den Eingang durch die Hintertür. Denn wenn du zuerst den Arsch liebkost, kannst du auch von dort leicht zum Ziel gelangen. Hier ist natürlich immer Fingerspitzengefühl gefragt - und manche werden nie das Vertrauen fassen, ihre Eier liebkosen zu lassen, wenn sie in der Schule zu oft in Dummen-Jungen-Spielen in selbige mit dem Fuß geschlagen worden sind. Andererseits fahren viele gerade auf solche Spielchen ab: Die Cock-Ball-Torture (CBT), wie diese härtere Behandlung der Hoden genannt wird, ist eine sexuelle Praktik, die allerdings Erfahrung und Einfühlungsvermögen erfordert.
Das ist in allen Bereichen des Körpers nötig. Besonders, wenn manche es etwas härter mögen. So ist neben der Cock-Ball-Torture der Tittentrimm ein weiteres Phänomen: Sex-Partner nagen sich an ihren Nippeln, so dass diese selbst am nächsten Tag im Hemd noch jucken - was aber viele als erotisch empfinden. Auch die kitzeligen Bereiche wie die Zehen werden von vielen verehrt.
Siegmund Freud und die orale Phase
Über diese erogenen Zonen hat sich im Übrigen kein geringerer als Siegmund Freud erstmals in großem Umfang ausgelassen. Er glaubte, dass Menschen ihre erogenen Zonen zwanghaft stimulieren wollten: zunächst in der oralen Phase, die sich in Nuckeln oder Lutschen äußert, dann auch in der analen Phase, in der die Sexualorgane liebkost werden. Zwar ist seine Theorie heute umstrittener denn je, eines ist aber klar: Die Stimulation der erogenen Zonen macht das Liebesspiel schöner und den anschließenden Orgasmus stärker.
Wer Schläge auf den Arsch zwar erotisch, aber abartig findet, wem es zu peinlich ist, seine Füße lutschen zu lassen, obwohl ihn das heiß macht - dieser jemand hat einfach schlechteren Sex. Schade.
Links zum Thema:
» Buchtipp: Das Orgasmusbuch
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Ich hab lieber gewöhnlichen Sex mit einem aussergewöhnlichen Menschen, als exotisch-bizarren Sex mit einem Mann, der mich nachher mit Anzug und Kravatte verlässt... ;)