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Einzelkommentar zu:
Gemeinsam gegen Islamophobie


#24 hwAnonym
  • 06.09.2008, 17:25h
  • Antwort auf #20 von gatopardo
  • na, schau halt mal selbst....

    www.brainworker.ch/Irak/KoelnerMoschee.jpg

    die eine moschee bei uns im ort ist im industriegebiet,
    milli görüs. von dort lotsen wir jugendliche meist erfolgreich in die ditb moschee, zu deren jugendbeauftragten ich einen "guten" draht habe,
    der von dem lotsen aber auch nichts weiß.

    er weiß auch nicht, dass in seinen jugendgrupen immer zwei bis drei kids, oft schon enkel, ehemaliger linker flüchtlinge nach dem militärputsch in der türkei sind.

    von da aus ist es meist einfach mit städtischen einrichtungen und personal mit hirn, die spannendere
    jugendarbeit zu bieten.

    den ditb-jugendmenschen und seinen club brachte ich sogar mit schwurmeligen erzählungen zum besuch der mannheimer kunsthalle. ich erzählte ihm dönekens
    von arabern, geometrie um dann auf vaserely u.ä.
    zu kommen. war kühn, hat aber geklappt.

    vorgeschichte:
    wir haben uns zum beispiel über einen ehrerpusselig wirkend könnenden kollegen erstmal propagandaschriften der botschaft über die geschichte der türkei besorgt.
    nachprüfbares material herausgesogen und versucht quellen über das erwähnte oder dargestellte von europäischen bzw. amerikanischen universitätsarbeiten zu bekommen.
    einige facetten waren auch für mich neu, unbekannt und wahr. agit-prop-überhöhungen runterzukurpeln ist ist ja kein problem.
    solches material nicht zu prüfen oder zu schmähen wäre schon dumm. den gegenpart zu kennen ist schon nicht schlecht, sein wisssen gegen ihn anzuwenden, fast eine vorform von kunsthandwerk.
    wenn dann in unserem türkischen nougat ein mandelsplitter einer amerikanischen universität ist,
    freut sich sogar der imam, inshallah !!!
    am entwaffnensten, für ihn war unsere bessere und detaillierterenkenntnis der toleranzgeschichte des osmanischen reiches bzw. toleranter highlights ab atatürk.
    unter dem druck weltoffen und tolerant wirken zu sollen, stehen diese jugendagenten ja immer mehr. druck ist da gut. nur nicht überdosieren.

    also erst haben wir ihn die üblichen "aufgekärteren" geschichtchen erzählen lassen, und dann kein mildes zweifeln, kein frontalangriff, sondern das gesagte, für ihn gesichtswahrend, nicht nur bestätigt, sondern mild als bekannt durchschimmern lassen, und hier und da die genauere kenntnis freundlich durchblitzen lassen, am schönsten mit amerikanische quellen.
    selbst amerika belegt ihn, ist das nicht schön ?
    für ihn seelenbalsam.
    der freute sich dann wie bolle, was neues aus einer uni aus dem lande der unbeschränkten möglichkeiten zu haben, mit dem er dann sogar bescheidwisserisch in seinem großen-club hausieren kann. dass er in den augen der kids damit schon einen teil seiner "kernkompetenz" verloren hat, ist dem gar nicht gedämmert.

    danach kam er in unseren schwülen und schwülstigen prüfhamam. der großtürkei-, mauren-, bzw. nationalist/moralist-check, hier natürlich viel seife, viel heiße luft und das kleine reflexhämmechen: aleviten ?, kurden ? shiiiten ? orthodoxe christen, griechen, armenier, aramäer ? kommunisten ?
    über "unsere" gymis (kids der flüchtlinge) entwickelte sich dann doch tatsächlich "spontan" der wunsch nach einem museumsbesuch, wunder über wunder.
    vorher war viel palaver mit fakten über die arabischen abschriften und sammlungen der naturwissenschaften, ohne die abendländische kultur gar nicht möglich gewesen wäre. großes gegagger über proportionen, mathematik, die welt der zahlen und ein hohes lied über nichtfigürliche abstrakte darstellung (ob der sich bei pornos auch alk reinzieht ist mir dabei scheissegal). den kids haben wir kühn erklärt, dass es ohne mosaiken, wie in isfahan, taschkent, etc. keinen vaserly u.ä. gegeben hätte, wir dachten uns, den finden die cool, was dann auch so war. "ey, mach isch mit programm auch."(am pc)
    oh, und natürlich auch die alhambra mußte kühn für alles mögliche und unmögliche herhalten.
    war schon wild.

    wichtig ist einfach nur einblick in die gruppen zu haben und die bessere freizeit anzubieten.
    gedanken zu säen, beiläufig auf widersprüche
    hinzuweisen und alters- und hormongemäße angebote zu machen.

    blöd ist dann immer, wenn die gymis studieren gehen.

    so jetzt kennst du meine kleine moschee-welt
    in einem 60.000 einwohner ort.

    der jugendfuzzi ist eine klemm-schwester.
    das sag ich ihm aber aus übergeordneten gründen
    nicht auf den kopf zu. noch nicht.
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