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- 12. September 2008 2 Min.
Landesbischöfin Margot Käßmann hat die Äußerungen von Fürstin Gloria von Thurn und Taxis zu Kondomen und Sexualität scharf kritisiert. Die Adelige hatte in der Sendung "Menschen für Maischberger" zur Enthaltsamkeit aufgerufen und Homosexualität als widernatürlich bezeichnet.
Im NDR sagte die lutherische Theologin, dass die Kritik am Kondomgebrauch "von oben herab", "zynisch" und "menschenverachtend" sei. "Ich halte die Benutzung von Kondomen für eine Frage der verantwortlichen Sexualität", erklärte die 50-Jährige. "Für mich ist das schon ein Trauerspiel, weil ich denke, die Fürstin wird kaum vor Augen haben, was die Realität von HIV/Aids-Infizierten ist. In den Ländern südlich der Sahara ist die Sterberate bei Kindern unter fünf Jahren durch HIV/Aids um bis zu 40 Prozent gestiegen", so die niedersächsische Bischöfin.
Gloria von Thurn und Taxis hat in dem Interview unter anderem erklärt, dass Homosexualität "contra naturam" sei und angedeutet, dass Schwule in die Hölle kommen (queer.de berichtete). Zudem erklärte die Adelige: "Was Aids verhindert, ist, wenn man weniger schnackselt".
Sandra Maischberger hatte Gloria und den Kölner Kardinal Joachim Meisner am Montag in ihrer Sendung interviewt (die Sendung ist in der ARD-Mediathek abrufbar).
Bischöfin Käßmann, die der drei Millionen Mitglieder zählenden evangelisch-lutherischen Kirche Hannovers vorsteht, gilt in der katholischen Kirche schon wegen ihres Geschlechtes als Provokation. Sie erntete harsche Kritik, weil sie 2001 die Einführung der Eingetragenen Partnerschaften begrüßte. Allerdings lehnt sie die Öffnung der Ehe aus religiösen Gründen ab. Das Thema Homosexualität ist ihr den Medien gegenüber unangenehm: So erklärte sie im "Kölner Stadtanzeiger" auf die Frage nach ihrer Position zur Homo-Adoption: "Immer dieser Druck von Journalisten zu Bekenntnissen! Eigentlich stört mich das, weil das Thema Homosexualität wie kaum ein anderes emotionalisiert und spaltet." (dk)















mfg