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- 15. September 2008 2 Min.
Beim Katholiken-Kongress "Freude am Glauben" wurde erklärt, dass in Deutschland ein zweiter "Kulturkampf" ausgetragen werde – diesmal kämpfe die Kirche den papsttreuen Christen zufolge insbesondere bei den Themen Abtreibung und Homosexualität gegen den Staat.
Der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen erklärte laut "Welt" auf dem Kongress, der am Wochenende stattfand: "Wir stecken in einem Kulturkampf." Er rief die 1.500 Teilnehmer auf, sich gegen "Irrtümer der Zeit" zu wehren. Bei dem Kongress wurde die Einheit der Kirche unter Führung des Papstes postuliert und die Kirchenmitglieder dazu aufgerufen, sich politisch in Themenbereichen wie der Homo-Ehe zu engagieren.
Gegen 'Propagierung von Homosexualität'
Die Kirche müsse laut den Veranstaltern "Voraussetzungen für eine Zukunft zurückgewinnen". Das sei "in der Erziehung, in Staat und Wirtschaft" nötig. In einer Erklärung warnten die Katholiken davor, unter dem "Deckmantel" der Gleichstellungspolitik die Geschlechtsidentität von Mann und Frau aufzulösen: "Wir fordern jeden Bürger zum Widerstand gegen Gender-Mainstreaming auf, insbesondere gegen die Vermittlung im Sexualkundeunterricht", heißt es darin. Stattdessen solle die (heterosexuelle) Familie gefördert werden. Die "Propagierung von Homosexualität", wie sie etwa mit dem Gesetz über Eingetragene Partnerschaften stattfinde, werde "kompromisslos" abgelehnt. Es müsse mit aller Macht verhindert werden, einen "geschlechtsvariablen Menschen" zu schaffen.
Der Begriff "Kulturkampf" wurde in den letzten Jahrzehnten von evangelikalen Kirchen in den USA geprägt, die damit insbesondere ihre Ablehnung von Homosexualität, aber auch gegen andere "liberale Werte" ausdrücken wollen. So unterstützen die wiedergeborenen Christen unter dieser Fahne viele politische Vorhaben in den Bundesstaaten, etwa Referenden, die das Verbot der gleichgeschlechtlichen Ehe zum Ziel haben.
Entstanden ist das Wort "Kulturkampf" in diesem Zusammenhang aber Ende des 19. Jahrhunderts in Deutschland: Damals wollte Reichskanzler Otto von Bismarck den Einfluss der Kirche zurückdrängen, etwa indem der Staat die Aufsicht über die Schulen übernahm oder die Zivilehe einführte. Es kam zu einer Jahre andauernden erbitterten Auseinandersetzung zwischen Staat und Kirche.
Der Kongress wurde vom 2000 gegründeten "Forum Deutscher Katholiken" initiiert, das sich an "engagierte Laien" wendet. (dk)















hoffentlich bleiben diese "fromms" bei ihrer fundamentalistischen linie, dann muss der staat endlich reagieren. schon lustig, dass dieser verein nicht mal vor dem begriff "kulturkampf" zurückschreckt, der ausgerechnet gegen ihn gerichtet war ? zeigt wie abgebrüht diese pharisäer sind, es ist jedes mittel recht um einfluss zu gewinnen.
es ist auch nicht mehr nachvollziehbar, dass gläubige in diesem verein bleiben, obwohl sie in vielen dingen anderer meinung sind, dass war eventuell bis in die 80ziger noch tolerierbar, aber was dieser sauhaufen seitdem treibt, zwingt unweigerlich dazu stellung zu beziehen.
allein der versuch die gesellschaft zu vergiften, sollte schon anlass genug sein, sämtliche privilegien die der staat zubilligt, ersatzlos zu streichen.