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- 19. September 2008 2 Min.
Der Dachverband Rheinische Karnevals-Korporationen ignorierte die Bewerbung von Sven Brinkmann alias "Maria Funk" zum Funkenmariechen, will jedoch im kommenden Jahr auch Männer zur Wahl zulassen.
Von Carsten Weidemann
Ein schwuler Bewerber hat die Wahl zum offiziellen Funkenmariechen des größten selbstständigen Karnevals-Regionalverbands in Deutschland platzen lassen. Nach einem Bericht der Rhein-Zeitung (Samstagausgabe) wird es beim Dachverband Rheinische Karnevals-Korporationen (RKK) in der kommenden Karnevalssession nun kein neues Funkenmariechen geben. Bei der nächsten Wahl werden dann auch Männer zugelassen.
Der Verband hatte in seiner Verbandszeitschrift alle weiblichen Bewerberinnen vorgestellt, das Foto von "Maria Funk" alias Sven Brinkmann (34) im Mariechenkostüm aber nicht veröffentlicht.
Brinkmanns Verein "Koblenzer Narrenbunt" ist einer der weit über 1.000 Mitgliedsvereine im RKK und fragte nach. Schließlich sei die Bewerbung kein Scherz gewesen, und Karneval werde bei dem "Verein für Schwule, Lesben und Freunde" genauso ernsthaft und engagiert gefeiert wie in anderen Vereinen auch. Der Verband setzte daraufhin die Wahl aus.
RKK-Präsident Peter Müller weist nach Darstellung der Rhein-Zeitung jeden Verdacht der Diskriminierung zurück. Ein Mann als Mariechen widerspreche aber der Tradition des Verbands – und ein einzelner Mann unter weiblichen Kandidatinnen habe sogar einen unfairen Vorteil bei der Wahl. Dennoch: Im nächsten Jahr dürfen sich auch Männer als Funkenmariechen bewerben. "Maria Funk" will dann einen neuen Anlauf nehmen.














