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- 22. September 2008 2 Min.
Die Kabarettistin Sabina Guzzanti muss nicht ins Gefängnis, weil sie die Homo-Feindlichkeit des Papstes scharf kritisiert hatte.
Das italienische Justizministerium hat nun bekannt gegeben, dass es keine Erlaubnis gebe, Guzzanti nach einem aus der faschistischen Ära stammenden Gesetz anzuklagen. Die 45-Jährige hatte im Juli auf einer Demonstration gegen die Mitte-Rechts-Regierung u.a. die Ablehnung der Homo-Ehe durch die Kirche kritisiert (queer.de berichtete). Dabei sagte sie unter anderem: "In den nächsten 20 Jahren wird der Papst da sein, wo er sein sollte: In der Hölle. Dort wird er dann von riesengroßen schwuchteligen Teufeln rangenommen – sehr aktiven Teufeln, nicht passiven!". Die Staatsanwaltschaft wollte sie daraufhin nach einem Gesetz aus dem Jahr 1929 anklagen, nach dem es verboten ist, "die Ehre der heiligen und unverletzlichen Person" des Papstes anzutasten.
Justizminister Angelino Alfano erklärte, dass er sich gegen eine Anklage ausgesprochen habe, weil er wisse, "dass der Papst viel vergeben" könne. Als Katholik sei er aber "traurig und beschämt" gewesen, als er von den Äußerungen erfahren habe, erklärte der konservative Politiker bei einer Rede in der katholischen Universität von Mailand. Man solle nun aber nicht noch weiter Öl ins Feuer gießen.
Guzzantis satirische Shows haben bereits mehrfach für Proteste gesorgt. So wurde sie 2003 von Ministerpräsident Silvio Berlusconi wegen Diffamierung angezeigt, weil sie sich in einer RAI-Sendung über ihn lustig gemacht hatte. (dk)















Aha, also nicht, weil es um Meinungsfreiheit und Redefreiheit geht, sondern nur, um den Äußerungen nicht erst richtig Verbreitung zu geben.
"Die Staatsanwaltschaft wollte sie daraufhin nach einem Gesetz aus dem Jahr 1929 anklagen, nach dem es verboten ist, "die Ehre der heiligen und unverletzlichen Person" des Papstes anzutasten."
Aber dieses undemokratische Gesetz, das einer einzelnen Person Sonderrechte einräumt, bleibt bestehen und in weniger prominenten Fällen kann es weiterhin angewendet werden um Kritiker mundtot zu machen.
Das ist die gleiche Strategie, wie in Deutschland bei den Äußerungen von Volker Beck (Grüne) Karinal Meissner sei ein Hassprediger. Die wissen ganz genau, dass sie diese Äußerungen vor Gericht nicht verbieten können, also verzichten sie in prominenten Fällen darauf, um keinen Präzedenzfall zu schaffen und weniger Prominente weiter einschüchtern zu können.