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Die Pro-Sieben-Reihe "Sexreport 2008" meldete am Wochenende, dass laut einer Studie Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Sexualforschung (DGSS) nur 1,8 Prozent der Deutschen homosexuell seien.

Prof. Dr. Jakob Pastötter, der Leiter der Studie, erklärte das Ergebnis mit einer scheinbar deutschen Besonderheit: "Eine Erklärung wäre, dass sich viele Schwule in Deutschland im Gegensatz zu den USA nicht als solche begreifen, sondern als bisexuell ansehen", sagte Pastötter gegenüber stern.de. Er nannte das Ergebnis "merkwürdig". Der Kinsey-Report, der von zehn Prozent ausgegangen war, sei aber auch weit fassender. Immerhin seien alle gleichgeschlechtlichen Orgasmen abgefragt worden, unabhängig von der sexuellen Orientierung.

In der Studie wurden im Auftrag von Pro Sieben 56.000 Menschen nach deren sexuellen Vorlieben befragt. Heraus kam unter anderem, dass die Deutschen durchschnittlich 139 Mal im Jahr Sex haben und acht Prozent der Männer schon mal S/M probiert haben. 37 Prozent des "starken Geschlechts" wurde demnach schon mal schwach - und war untreu. Bei den Frauen lag der Anteil aber bei 39 Prozent. Zudem schaut ein Drittel der Männer zwischen 14 und 70 Jahren täglich pornografische Werke, meist im Internet.

Studien zum Anteil an Homosexuellen an der Bevölkerung haben stets äußerst unterschiedliche Ergebnisse hervorgebracht. Sie schwanken meist zwischen einem und zehn Prozent – und hängen auch von der Fragestellung ab. So fand eine US-Studie dieses Jahr heraus, dass 2,9 Prozent der Amerikaner homo- oder bisexuell sind (queer.de berichtete). Allerdings war der Anteil bei Jüngeren höher, weil sie unter Umständen offener mit ihrer sexuellen Orientierung umgehen.

"Sexreport 2008" ist eine fünfteilige Dokumentation mit Oswalt Kolle, die immer samstagabends auf Pro Sieben ausgestrahlt wird. Die erste Folge kann derzeit als Stream auf der Website des Fernsenders abgerufen werden. 2,5 Millionen Menschen schalteten am Samstag ein. Pro Sieben erzielte damit Marktanteile weit über dem Senderschnitt. (dk)

-w-

#1 alexander
  • 23.09.2008, 11:55h
  • dann bleibt unterm strich nur noch die erkenntnis, was wir schon seit langem gewusst und befürchtet haben : der anteil der klemmschwestern nimmt wieder gewaltig zu, "eigentlich bin ich ja garnicht schwul !"
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#2 TimAnonym
  • 23.09.2008, 12:58h
  • Das Thema Bisexualität ist meines Erachtens im Vergleich zu den Themen Homosexualität und Heterosexualität "immer noch" nicht ausreichend thematisiert, analysiert und ausdiskutiert worden.

    Während Hetero- und Homosexualität dermassen medial, wissenschaftlich, kirchlich, gesellschaftlich auf allen Ebenen "durchgekaut" wurde, ist meines Erachtens das Thema "Bisexualität" dazu im Vergleich ein eher nachrangig diskutiertes Thema.

    Daher grundsätzlich finde ich Studien zur Bisexualität daher gut.

    Und ich glaube, dass ein wichtiger Faktor darin besteht, dass man/frau sich bis vor einem Jahrzehnt kaum getraut hat, sich offen als bisexuell zu definieren und dies auszusprechen. Dort herrschte die Angst vor, entweder von homosexuellen Menschen "angegiftet" zu werden ("Klemmschwester") oder aber die Furcht von heterosexueller Seite nicht mehr als "geliebter" Partner in Betracht zu kommen ("da insbesondere Frauen keinen bisexuellen Partner suchen"). Frauen, die Familien wollen, möchten halt in der Regel"nur ungern" einen Mann an ihrer Seite, der auch Sex mit Männern mag.

    Daher sich offen bisexuell zu titulieren, ist erst seit rund einem Jahrzehnt immer mehr möglich, da insbesondere das Singledasein sich in der Gesellschaft ausbreitet.

    Aber insgesamt ist es immer noch wenig verbreitet, sich im Freundeskreis als bisexuell zu definieren: entweder sagt man/frau, sie sei "Vollhete" oder aber schwul/lesbisch.

    Insgesamt ist daher das Leben von bisexuellen Menschen wesentlich "versteckter", als dies bei homo- oder heterosexuellen Menschen in unserer Gesellschaft abläuft.
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#3 CarstenFfm
  • 23.09.2008, 14:01h
  • Da muss ich doch gleich an Gayromeo denken, wo sich alle als Bi bezeichnen, die nicht richtg dazu stehen, dass sie schwul sind.
    Wer mit seiner besten Freundin mal nen Prosecco schlürft, ist des wegen nicht Bi.
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