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- 26. September 2008 2 Min.
Der 27-jährige Homo-Aktivist Bashar (Nachname unbekannt) ist am Donnerstag in einem Frisörladen in Bagdad von Mitgliedern einer Miliz hingerichtet worden. Er war Koordinator der schwul-lesbischen Selbsthilfegruppe "Iraqi LGBT".
Bewaffnete stürmten in den Laden und "durchsiebten ihn gleich mit Kugeln aus nächster Entfernung", erklärte der britische Homo-Aktivist Peter Tatchell der Zeitung "Guardian". Tatchell arbeitet mit "Iraqi LGBT" zusammen, die stets neue Informationen aus dem bürgerkriegsgeplagten Land erhält.
Bashar organisierte "sichere Häuser" für Schwule und Lesben in Bagdad, in denen sie von den Milizen geschützt übernachten können. Seine Gruppe soll derzeit einen Unterschlupf für 40 schwule Männer zwischen 14 und 28 Jahre gesichert haben, berichtet das Magazin "Newsweek".
Nach dem Sturz Saddam Husseins versuchen religiös motivierte Milizen in Bagdad, ihre Auslegung des Koran zu erzwingen. Sie töten daher Ehebrecher, Frauen in "unzüchtiger" Kleidung sowie Schwule und Lesben. Einige Geistliche haben in Fatwas zur Ermordung von Schwulen aufgerufen, darunter auch der einflussreiche Großajatollah Ali al-Sistani (queer.de berichtete).
Bis 2001 war Homosexualität im Irak de facto legal, dann erließ der damalige Staatspräsident Saddam Hussein ein Verbot. Bei Wiederholungs-"Tätern" war die Todesstrafe möglich. Derzeit gibt es zwar kein ausdrückliches Homo-Verbot, allerdings können Schwule wegen "unsittlichem Verhalten" oder "Verbreitung von Krankheiten" belangt werden. Weit gefürchteter sind aber die halboffiziellen Milizen (queer.de berichtete). Die UN warnte vor gut einem Jahr, dass immer mehr sexuelle Minderheiten Opfer von Hinrichtungen werden (queer.de berichtete). (dk)














