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  • 06. Oktober 2008 5 2 Min.

Der Bürgermeister einer Kleinstadt im US-Bundesstaat Kansas gewann einen Schönheitswettbewerb im Fummel – und musste sich kurz darauf wegen Rassismus-Vorwürfen für den Auftritt entschuldigen.

Von Dennis Klein

Arkansas City ist ein verschlafenes 11.000-Seelen-Nest zwischen den Flüssen Walnut und Arkansas – und kam eigentlich noch nie in die Nachrichten. Das aufregendste am Städtchen: Elizabeth Taylors Eltern haben einst hier gewohnt. Jetzt aber katapultierte ein Fummelwettbewerb den Ort in die landesweiten News-Sendungen: Der beleibte Bürgermeister wollte helfen, Geld für ein Kinderschutzprojekt zu sammeln. Eigentlich nichts besonderes, dafür nahm Mel Kuhn aber an einem Drag-Queen-Wettbewerb teil – als schwarze Diva.

Er verdunkelte seine Haut und sang Lieder von Aretha Franklin und Donna Summer. Als Drag-Namen legte er sich "Smellishis Poon" zu, was übersetzt eine Geruchsentwicklung im weiblichen Genitalbereich andeutet. Das Publikum am Abend schien begeistert zu sein – immerhin gewann Kuhn den Wettbewerb in seinem Heimatort, der der letzten Volkszählung zufolge zu 90 Prozent "weiß" ist.

Als die schwarze Bürgerrechtsorganisation National Association For The Advancement of Colored People (NAACP) davon Wind bekam, zitierte sie den Provinzpolitiker zu sich ins nahe gelegene Wichita – und machte ihn so landesweit bekannt.

Grund für die Verstimmung: Während der Zeit der Rassentrennung haben sich Weiße exzessiv in Kostümen mit rassistischen Untertönen über schwarze Amerikaner lustig gemacht haben. In den USA gilt es daher nach wie vor ein Tabu für Weiße, bei Veranstaltungen wie Hallowe’en oder Mardi Gras als Dunkelhäutige aufzutreten. Allerdings ist das nicht bis zu den Gegenden durchgedrungen, in der der schwarze Bevölkerungsanteil kaum messbar ist.

Zunächst nannte der Bürgermeister die Anschuldigungen "PC BS" ("Politisch korrekter Bullshit"), doch nach einem Treffen mit der NAACP erklärte er, er sehe ein, dass er falsch gehandelt habe. "Es war doch ziemlich übel. Alles, was ich anbieten kann, ist eine Entschuldigung von ganzem Herzen. Und mein Versprechen, dass ich es nie wieder tun werde." Er ließ allerdings offen, ob er sich vielleicht als politisch korrekte Céline Dion oder Madonna wieder in flotte Kostüme werfen will.

#2 xyAnonym
  • 06.10.2008, 17:44h
  • Schön, daß die Amerikaner damit eines ihrer drängendsten Probleme gelöst hätten. Und eine dieser Pressure Groups sich mal wieder in die Medien gebracht und ihrer Klientel die eigene Wichtigkeit nachgewiesen hat.
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#3 Sven_
  • 06.10.2008, 19:38h
  • Auch ich gehöre einer Minderheit an (Ich bin schwul), daher kann ich das gut verstehen.
    Ich finde es auch nicht toll, wenn sich irgendwelche Heten über Schwule beleidigend lustig machen.

    Wenn ich Kommentar 2 lese, scheint jemand einfach nicht kapiert zu haben, dass man auch auf Grund anderer Merkmale als der sexuellen Identität diskriminiert werden kann.
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