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  • 10. Oktober 2008 9 1 Min.

Das portugiesische Parlament hat am Freitag mit den Stimmen der regierenden Sozialisten und der konservativen Opposition gegen die Öffnung der Ehe gestimmt. Vor dem Parlament gab es Proteste von Homo-Aktivisten.

Der Antrag war von den Grünen und dem linken Bloco de Esquerda eingereicht worden. Die Parteien hatten gehofft, Stimmen von der Partido Socialista zu erhalten, die die absolute Mehrheit im Parlament hält.

In Portugal gibt es derzeit eine Art Eingetragene Lebenspartnerschaft (faktische Partnerschaft oder uniões de facto), die sowohl gleich- als auch verschiedengeschlechtliche Paare eingehen können und die weniger Rechte als die Ehe beinhaltet. Das einzige Nachbarland Spanien hat dagegen schon 2005 die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet.

Ministerpräsident José Sócrates lehnte die Ehe-Öffnung ab: "Homosexuelle Ehen stehen derzeit nicht auf der politischen Agenda. Wir haben das nicht im Regierungsprogramm und die Sozialisten werden keine Befehle von anderen Parteien zu Gesetzesinitiativen entgegennehmen."

Vor dem Parlament protestierten 30 Homo-Aktivisten gegen die Entscheidung und inszenierten Ehe-Schließungen.

Die katholische Kirche, der die überwältigende Mehrheit der Portugiesen angehört, erklärte im Vorfeld der Abstimmung, dass eine Öffnung der Ehe eine Verletzung der Familien bedeuten würde: "Was auf dem Spiel steht, ist das gesamte Konzept der Familie", erklärte Kardinal José Policarpo in einem katholischen Radiosender. (dk)

-w-

#1 alexander
  • 10.10.2008, 19:51h
  • ministerpräsident socrates macht seinem namen nicht gerade ehre ! auch scheint er die demokratischen spielregeln nicht begriffen zu haben, denn hier wurden keine befehle von anderen parteien erteilt, sondern anträge eingereicht.
    er ist offensichtlich zu jung für diesen job und noch im machtrausch, denn was hat seine politische agenda und sein regierungsprogramm damit zu tun ? so jung und so unflexibel ?
    ein armutszeugnis für seine fähigkeit, trifft´s eher ! das verhalten der katholischen kirche mit ihrem "ehekonzept" war doch ohnehin klar !
    warum tun sich die eu-staaten nur so schwer von ihren nachbarn fortschrittlichkeit, die sich bereits positiv bewährt hat zu übernehmen ?
    offensichtlich muss jedes land sein nationales süppchen köcheln, hauptsache anders als die andern. und immer auf kosten der eigenen bürger !
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#2 LicampoAnonym
  • 12.10.2008, 16:15h
  • Die portugiesische Kultur ist sehr komplex und tradiert, sie dürfte die komplexeste weltweit und eine der tradiertesten Europas sein.

    Ich als Halbportugiese, der homosexuell ist, stimme Senhor Eng. Jose Socrates zu, die Homosexuellen-Ehe für Portugal nicht zu erlauben. Allein das Land mit seinem Nachbarn Spanien zu vergleichen, ist schon frech, aber dann auch noch zu sagen, Portugal solle sich an die allgemeinen europäischen Spielregeln halten, grenzt beinahe an Impertinenz. Die meisten Deutschen kennen die portugiesische oder lusitanische Kultur, die noch sehr funktioniert und geordnet ist, im Gegensatz zur Deutschen, überhaupt nicht, ja manche wissen ja gar nichts über das Land und wollen sich dann hier als "Moralhüter" über mein Portugal aufspielen. Ich bin stolz darauf, dass Socrates und das "Assambleia da Repbublica" (das Parlament) der Homo-Ehe nicht zugestimmt haben. Alles andere wäre auch für Portugal nicht normal gewesen.
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#3 AzulejoAnonym