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Einzelkommentar zu:
Portugal lehnt Ehe-Öffnung ab


#4 NorthsideProfil
  • 12.10.2008, 19:01hHamburg
  • Antwort auf #2 von Licampo
  • Da widerspreche ich aber als ebenfalls homosexueller Halbportugiese zumindest zum Teil. Es ist durchaus richtig, das die Lage in Portugal komplexer ist als in anderen Ländern. In Portugal gibt es eine durchaus größere Toleranz und Akzeptanz gegenüber Homosexualität, als in vielen anderen süd-und mitteleuropäischen Länder (allerdings hört diese Toleranz auch manchmal in den eigenen Familien auf). Ich persönlich sehe auch die Kirche in Portugal, die ähnlich wie in Spanien, Unterstützer eines faschistischen System war, sehr kritisch. Allerdings ist es nun leider so, dass viele Portugiesen sehr gläubig und deshalb stark mit Ihrer Kirche verbunden sind. Hier einen "Krieg" gegen die Kirche zu führen, ist sehr gewagt. Für die Kirche wäre die Öffnung der Ehe eine Kriegserklärung. Die portugiesische Innenpolitik, war in den letzten Jahrzehnten doch mehr auf Ausgleich bedacht, als die spanische. Als Beispiel würde ich z.B. die Autonomiebestrebungen in Katalonien und im Baskenland sehen. Während in Spanien auch hier und da mal eine Bombe gelegt wird, gibt es in Portugal auch starke Autonomiebemühungen der Insel Madeira. Bekommt man hier nicht mit, weil weniger spektakulär ohne Bomben für die Nachrichten. In harten Verhandlungen wurden und werden hier Stück für Stück politische Lösungen gefunden, wo beiden Seiten Kompromisse eingehen mussten. In Spanien ist es ja nun nicht so, dass 100% begeistert mit der Homoehe sind. Ich erinnere nur an die Millionendemonstrationen in Spanien gegen die Homoehe. Auch wenn ich so manche drastische Äußerungen von Politikern der spanischen PP oder von Funktionträgern der spanische Kirche gegenüber Homosexuellen höre, muss ich sagen, das ich sowas auf portugiesischer Seite von der Politik gar nicht und von der Kirche nur in sehr wenigen Einzelfällen gehört bzw,gelesen habe. Diese Einzelfälle liegen wohl auch daran, dass Idiotie leider nicht vor Staatsangehörigkeiten halt macht. Man mag zwar Portugiesen für rückständig halten, aber wenn sie schon was verändern, dann stehen auch die meisten dahinter. Das kann man schon daran sehen, das die Franco oder Hitler-Gedächnisclubs in Spanien und Deutschland(z.B, NPD etc.) durchaus im Verhältnis größer sind, als die Salazar-Freunde in Portugal. Für Deutschland sehe ich das im übrigen etwas anders mit der Homo-Ehe, da die Kirche(zum Glück!!) weniger Einfluß hat und die Eheöffnung für Homosexuelle deshalb eher wegen der Untätigkeit der Politik scheitert. Es geht ja nun auch nicht um die Ehe an sich, sondern darum, dass man als Staat zeigt, das eine homosexuelle Bindung genau so wichtig ist, wie eine heterosexuelle Bindung. Im übrigen zum Thema "im Gegensatz zu der deutschen, ist die lusitanische Kultur geordnet". Das ist natürlich nationalistischer Blödsinn. Die Unterschiede sind marginal und das einzige, was ich besser an der portugiesischen Kultur finde, ist das einem um 22:00 nicht gesagt wird im Restaurant, dass der Koch jetzt Feierabend macht oder die Leute besoffen am Wochenende die Bahnen vollkotzen, weil sie kein Alkohol vertragen(wer mal in Portugal im Nightlife war, wird feststellen, das Betrunkene eher selten anzutreffen sind, was wohl daran liegt, dass Wein Grundnahrungsmittel ist).
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