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  • 15. Oktober 2008 45 2 Min.

Der "Pride Campus" soll homosexuelle Jugendliche vor Gewalt schützen

Von Dennis Klein

In Chicago soll eine Schule eröffnet werden, die nur für schwule und lesbische Schüler zugänglich ist. Hintergrund ist die zunehmende homophobe Gewalt in den Klassenzimmern der Vereinigten Staaten (queer.de berichtete). Erst im Februar wurde der 15-jährige Lawrence King von einem Klassenkollegen erschossen, weil er ihn zum Valentinstag eingeladen hat.

Nach den Plänen der Schulverwaltung soll der "Pride Campus" zwar organisatorisch zur School for Social Justice gehören, jedoch räumlich abgetrennt sein. Der Lehrplan soll der gleiche sein wie in vergleichbaren Schulen Chicagos, im Geschichts- und Literaturunterricht jedoch gezielt das Thema sexuelle Identität aufgegriffen werden. Den Kindern soll zudem psychologische Betreuung angeboten werden.

"Es soll keine schwule Highschool sein, aber sie ist durchaus für Kinder gedacht, die das Gefühl haben, Opfer von Angriffen wegen ihrer sexuellen Orientierung geworden zu sein", sagte Josh Edelmann von Chicagos Schulverwaltung. "Es geht uns darum, den Kindern eine Alternative zu bieten", so Edelmann. "Sie sollen eine Wahl haben und eine ebenso hochqualifizierte Ausbildung genießen wie andere Schüler. Wenn wir nichts unternehmen, wird es weiterhin Berichte von schlechten Noten, gewalttätigen Angriffen und sogar Morden wie dem an Lawrence King geben."

Die Pläne für die Homo-Schule sind allerdings nicht unumstritten. Gegner führen an, dass die Schule nicht dazu führen würde, Schwule und Lesben in die Gesellschaft zu integrieren, sondern die Trennung noch vorantreiben würde. Vielmehr solle man Gesetze einführen, die Schüler vor homophoben Übergriffen schützen sollen. Am 22. Oktober wird der Schulrat in Chicago über das Projekt abstimmen,

Ganz neu ist die Idee der schwul-lesbischen Schule nicht. Bereits seit 1985 gibt es in New York City die Harvey Milk School, die überwiegend homo-, bi- und transsexuellen Jugendlichen vorbehalten ist. Im Jahr 2002 wurde sie von einer privaten in eine öffentliche Schule umgewandelt und bekam gleichzeitig die volle Anerkennung als vierjährige High School. Eine ähnliche Einrichtung existiert mit der Alliance High School in Milwaukee.

-w-

#1 joshi
  • 15.10.2008, 11:55hBerlin
  • ich find das toll. jugendliche, kinder die ihre sexualität nicht verstecken müssen.....

    in berlin undenkbar..... leider..... hr. wowereit
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#2 SaschaEhemaliges Profil
  • 15.10.2008, 12:22h
  • In Wahrheit ist das Segregation der übelsten und verheerendsten Sorte. Private Rückzugsräume für diskriminierte gesellschaftliche Gruppen sind dringend erforderlich, aber im allgemeinen und öffentlichen gesellschaftlichen Leben kann und darf es nicht um die Trennung von Menschen nach Hautfarbe, Geschlecht, sexueller Identität oder sonstigen Merkmalen gehen.

    Offensichtlich möchte man hier den Status quo einer durch und durch homophoben Gesellschaft dadurch konservieren, dass man "Abweichler" einfach in separate Schulen und Kanäle abschiebt. Und dabei hätte man meinen sollen, dass die Ideologie und Praxis der Rassentrennung in den USA zumindest in dieser offenen Form überwunden ist.
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#3 Tim_Chris
  • 15.10.2008, 12:22hBremen
  • Antwort auf #1 von joshi
  • Ich finde es schade, dass es extra Schulen dafür geben muss, um die Kinder und Jugendlichen zu schützen, was, wie im Artikel bereits erwähnt wird - "dass die Schule nicht dazu führen würde, Schwule und Lesben in die Gesellschaft zu integrieren, sondern die Trennung noch vorantreiben würde." - vermutlich sowieso auf diese Weise nicht funktioniert.
    Angebrachter wäre entsprechender Präventionsunterricht in den "normalen" Schulen, zu dem durchaus auch gezielt die Homosexualität im Geschichts- und Literaturunterricht thematisiert werden sollte.

    Was hilft es, homosexuelle Schüler von der gleichaltrigen Gesellschaft abzusondern? Die Homophobie lässt sich damit bei den heterosexuellen Kindern und Jugendlichen nicht bekämpfen.
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