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Kommentare zu:
Schulkampagne gegen Homophobie


#1 RabaukeAnonym
  • 24.10.2008, 10:41h
  • Nicht nur ne gute Aktion!!!!! Sondern! Der Typ im Vordergrund, nee das ganze Plakat ist irgendwie sexy. Natürlich wird das keine "Pollerhete" zugeben:). Ich finds einfach geil. Zu dem Typ im Vordergrund-------------------Mit dem würd ich mal gerne meine Briefmarkensammlung aufräumen:).
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#2 xyAnonym
  • 24.10.2008, 10:56h
  • Jene Körperteile, um die sich nicht nur Heten Sorgen machen sollten, wenn sie duschen wie auf dem Plakat angezeigt, sind die Füße: Fußpilz geht auf Wanderschaft. Badelatschen schützen!
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#3 ORLYARLY
  • 24.10.2008, 11:58h
  • ich hatte zuerst "berlin" gelesen und das ist auch das problem. was hat bern zurzeit mit uns homos? sind alles tolle aktionen, klar. ABER: so eine aktion wäre z.b. in berlin auch mal sehr gut. wieso nur in bern?
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#4 nino89
  • 24.10.2008, 12:08h
  • Mal ne gute Sache. Die bekommen 'nen Daumen!

    Schade, dass es so was nicht in der achso offenen BRD gibt... Aber da haben wir ja noch Zeit, bis die NPD in allen Landtagen sitzt
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#5 Tim_ChrisProfil
  • 24.10.2008, 12:20hBremen
  • Antwort auf #2 von xy
  • Hm... Da ist durchaus etwas dran. Aber da wir uns hier nicht in einem Fußgesundheitsforum befinden, komme ich mal zum Vordergründigen - nein, nicht dem Typen, sondern dem Sinn der Plakate : absolut begrüßenswerte Aktion, die sich hoffentlich nicht nur auf Berner Schulen beschränkt, sondern reichlich Nachahmung findet. Gerade in den Schulen der Großstädte und deren gefährdeten Bezirke halte ich eine solche Aktion für hilfreich im Kampf gegen Homophobie.
    Die Art der Plakate sorgt schon dafür, dass über das Thema gesprochen wird, und wo man darüber spricht, setzt man sich auch damit auseinander.
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#6 ORLYARLY
  • 24.10.2008, 12:21h
  • meine güte, wenn ich so meinen kommentar und dann noch mal die einführung da oben lese: 80 schulen in berlin mit so einer aktion...das wären paradiesische zustände! hoffentlich erlebe ich so was noch...
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#7 JacNsakEhemaliges Profil
  • 24.10.2008, 13:46h
  • Antwort auf #6 von ORLYARLY
  • Sei froh, dass sie es nicht machen. Berlin und Bern sind schon ein kleines bisschen unterschiedlich. Diese Plakate wirken vielleicht auf Mädchen, gutmeinende Pädagogen, Mütter und Schwule positiv. Homophobe Heteros oder Jugendliche reagieren auf sowas erst recht aggressiv abwehrend, weil es an ihren empfindlichsten Stellen, nämlich dem eigenen abzuwehrenden Begehren, kratzt. Vielleicht mal eine Werbeagentur fragen, die sich mit sowas auskennt.
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#8 ORLYARLY
  • 24.10.2008, 14:10h
  • Antwort auf #7 von JacNsak
  • und wie müsste ein plakat aussehen, damit sich homophobe menschen NICHT gestört und angegriffen fühlen? diese leute würden sich doch schon von einem weißen plakat angegriffen fühlen, oder nicht? wohin sollen da einseitige kompromisse ("vielleicht ein nicht ganz so schwules bild, ok?") führen?
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#9 JacNsakEhemaliges Profil
#10 antosProfil
  • 24.10.2008, 20:25hBonn
  • Ich mache in Werbung - und vermute, dass die Kritiker dieser Kampagne Recht haben. Das Ziel 'Awareness' ["sollen sich Gedanken zu..."] wird sicher erreicht, fragt sich halt, welche Gedanken da dann so rauskommen. Übrigens: Das Wort 'lesbigayfriendly' geht gar nicht. - In was für Berner Schulen hängt das eigentlich? Jetzt müsste man sich im Schulsystem der Schweiz auskennen...
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#11 SaschaEhemaliges Profil
  • 25.10.2008, 00:42h
  • Antwort auf #8 von ORLYARLY
  • Was soll an diesem Bild "besonders schwul" sein?

    Da werden junge Menschen rund um die Uhr mit ganz anderen Akten heterosexueller Selbstdarstellung vollgedröhnt!

    Außerdem sagt ja niemand, dass es allein mit einer solchen Plakataktion getan ist. Dazu muss selbstverständlich eine umfassende Thematisierung menschlicher und damit auch sexueller Vielfalt im Unterricht und im schulischen Leben insgesamt kommen. In diesem Rahmen kann dann auch die Tatsache aufgearbeitet werden, dass solche Plakate bei einigen auf heteroaggressiv und homophob getrimmten jungen Männern einen wunden Punkt treffen.

    Homophobie muss ebenso wie Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Antisemtismus, Islamophobie und jede andere Form der Xenophobie in unserem Erziehungs- und Bildungswesen von frühester Kindheit an aktiv bekämpft werden. Dazu bedarf es in erster Linie einer grundlegenden Reform des Bildungssystems als solchem, die ein individuelles Eingehen auf menschliche Vielfalt und effektiv gleiche Lebensbedingungen für Alle überhaupt erst möglich macht. Eine Plakataktion wie die hier vorgestellte kann zumindest ein wichtiger Denkanstoß in diese Richtung sein!
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#12 xv22Anonym
  • 25.10.2008, 02:41h
  • Gute Aktion. Vielleicht sollte man mal mehr einen auf Menschlichkeit und friedliches Zusammenleben machen denn auf Werbung - Menschenrechte sind ja kein Produkt, das man verkaufen will, oder?
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#13 AntichristProfil
  • 25.10.2008, 07:45hHH
  • Antwort auf #11 von Sascha
  • @Sascha: "Eine Plakataktion wie die hier vorgestellte kann zumindest ein wichtiger Denkanstoß in diese Richtung sein!"
    Sofern die Plakate lange genug hängen um als Denkanstoß zu dienen. Bei der mangelnden Ausbildung der Lehrer sowie fehlenden Motivation der Schulbehörden dieses Thema aufzugreifen bzw. halbwegs vernünftig auszuarbeiten, dürfte eine solche Plakataktion in deutschen Großstädten reine Geldverschwendung sein da sie eher gegenteilige Effekte erzielen dürfte. Für meine Begriffe ist es Utopie das eine solche Aktion etwas positives bewirken würde. Schon gar nicht in Problembezirken.
    Jedoch könnte dieses Berner Projekt Vorbild für eine, wie du ja bereits sagst, grundlegende Reform des Erziehungs- und Bildungssystems sein.
    Schaut man sich jedoch die Aktion: "Runder Tisch" in Berlin an, dann ist das Interesse an solchen Reformen zur Abschaffung der Homophobie von Regierungsseite aus verschwindend gering. Auch hier Utopie, dass sich in absehbarer Zeit auf dieser Ebene etwas tun würde.
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#14 SaschaEhemaliges Profil
  • 25.10.2008, 14:23h
  • Antwort auf #12 von xv22
  • Schön, dass darauf mal jemand hinweist. Die Perspektive unserer Marketing- und Werbeexperten hier in allen Ehren, aber das allein kann bestimmt nicht das Kriterium sein.

    Erkläre uns doch bitte mal etwas stichhaltiger, lieber @Antichrist, warum diese Aktion "eher einen gegenteiligen Effekt haben dürfte". Dieser unterstellte, pseudo-kausale Zusammeng ist mir bislang noch nicht ganz klar geworden.

    Wie ich in meinem vorigen Kommentar schon versucht habe auszführen, sollte man sich grundsätzlich darüber im Klaren sein, was eine solche Plakataktion zu leisten imstande ist und was nicht. Die stärkere Sichtbarkeit menschlicher und sexueller Vielfalt überall dort, wo sich das soziale Leben junger Menschen abspielt, ist eine notwendige Voraussetzung für jede Bewusstseinsänderung. Dass dazu, wie bereits ausgeführt, noch sehr viel mehr an Aufarbeitung hinzukommen muss, heißt ja nicht, dass man diesen einen, wichtigen Schritt nicht überall dort gehen kann und sollte, wo zu relativ geringen Kosten die Möglichkeit dazu besteht.

    Daher ist es geradezu grotesk, das als "Geldverschwendung" zu bezeichnen!
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#15 KlartextAnonym
  • 25.10.2008, 22:11h
  • Gesellschaftliche Missstände die von einzelnen bzw. wenigen Personen nicht allein wirkungsvoll gelöst werden können (so auch die Homophobie in den Schulen), rückt man in den Focus der Öffentlichkeit. Zumindest sofern man der Meinung ist, dass diese reif dafür ist. Im Idealfall sorgt man anschliessend noch dafür, das der Missstand solange im Focus der Öffentlichkeit bleibt bis derselbe durch "befruchtende" Diskussion überwunden ist.

    Das solche Plakate, egal ob in Bern oder Berlin, bei einer Reihe von Schülern nicht nur positive Reaktionen auslösen muss nicht unbedingt nachteilig sein. Im Gegenteil, denn aus strategischer Sicht wäre es sogar wünschenswert dass hierzu unterschiedliche Meinungen dargelegt werden. Warum? Eines bewirken diese Plakate ganz sicher: Nämlich dass durch die drängenden und bohrenden Fragen der Schüler den Lehrern eine Diskussion aufgezwungen wird die diese sonst schon aus Gründen des Zeitmangels wohl eher nicht führen würden.

    Soll die Homophobie an unseren Schulen endlich bekämpft werden dann sind solche Diskussionen genau das was haben wir wollen. Es ist besser menschlich und argumentativ zu überzeugen als liberales und homofreundliches Denken von oben herab zu verordnen.

    In Anbetracht dieser Möglichkeit aus meiner Sicht eine gute und nachahmenswerte Aktion!
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#16 SaschaEhemaliges Profil
  • 25.10.2008, 23:01h
  • Antwort auf #15 von Klartext
  • Danke, dass hier mal jemand @Klartext gesprochen hat!

    Selbstverständlich lösen solche Aktionen bei einigen Leuten erst einmal negative Reaktionen aus, aber dies ist notwendiger Teil der Auseinandersetzung mit dem gesellschaftlichen Status quo, die wir unbedingt führen müssen, wenn wir jemals eine neue Kultur des Respekts erreichen wollen!

    Eine solche Aktion kann und darf ja nicht völlig isoliert stattfinden und gewissermaßen "Endstation" sein, sondern sie ist EIN möglicher "Aufhänger" für die Thematisierung menschlicher und sexueller Vielfalt und eines respektvollen Zusammenlebens unter jungen Menschen!

    Wer sein Handeln davon abhängig macht, ob er immer gleich den Beifall aller Angesprochenen oder der so genannten Mehrheit findet, der kapituliert vor dem Status quo. Es entspricht sicherlich dem Zeitgeist, alles der vermeintlichen Logik des "Marktes" (Stichwort: Werbeexperten) unterzuordnen, aber diese Logik ist (auch) in diesem Zusammenhang völlig fehl am Platz. Mit der gleichen "Begründung", die hier gegen diese Aktion angeführt wurde, müssten schwule Jungs und Männer ja auch weiterhin davon absehen, sich in der Öffentlichkeit zu erkennen zu geben oder womöglich sogar Zärtlichkeiten auszutauschen - aus bloßer Kapitulation vor der drohenden gesellschaftlichen Repression.

    Und wie wir alle tagtäglich beobachten können, dominiert eben diese verheerende Einstellung immer noch das Denken und Handeln vieler Homo-Jungs und -Männer, was wesentlich dazu beiträgt, dass Homophobie gerade unter Jugendlichen wieder so stark im Kommen ist.
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#17 Tim_ChrisProfil
  • 26.10.2008, 11:21hBremen
  • Antwort auf #14 von Sascha
  • Ich fürchte fast, Antichrist hat nicht ganz unrecht. Nach anfänglicher Euphorie kommt die Ernüchterung. Schaue ich mich hier an den Bremer Schulen um, die im Vergleich zu Berlin, selbst in den hiesigen Problembezirken wirklich harmlos sind, dann haben solche Plakate keine Chance, die ersten 5 Minuten an den Wänden zu überleben. Beim derzeitigen Wissensstand der Lehrer zum Thema Homophobie und der damit verbundenen Problematik ist da dann auch mit "Drüber Reden" nicht beizukommen. Die meisten Schüler würden diese Plakate erst gar nicht zu Gesicht bekommen, die Täter würden nie erwischt werden und falls doch, wäre es eher Anlass für sie und ihre Mitschüler die Abneigung gegen Homosexuelle, besonders gegen Schwule, noch zu verstärken. Und darüber hinaus hätten die Lehrer weder die Zeit, noch die Ausbildung und das Wissen mit den Schülern wirklich effektiv über Homophobie zu reden.
    Ich fürchte, so wäre das eher ein Schlag ins Wasser, als wirklich ein vorankommen oder auch nur ein Anstoß dazu.
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#18 SaschaEhemaliges Profil
  • 26.10.2008, 15:21h
  • Antwort auf #17 von Tim_Chris
  • OK, dann also weiterhin gar nichts tun und darauf warten, dass die politische Klasse uns irgendwann mal wieder ein paar Gnadenhäppchen formaljuristischer Nettigkeit zuwirft. Angesichts der aktuellen politischen Entwicklung in diesem Lande sollte man sich das aber auf absehbare Zeit abschminken.

    So ändern wir also die Gesellschaft und insbesondere das Bewusstsein junger Menschen: indem wir jeder Konfrontation aus dem Weg gehen. Ich nenne das vorauseilendem Gehorsam gegenüber der selbsternannten Mehrheitsgesellschaft!

    Wenn das sogar hier die vorherrschende Einstellung ist, braucht man sich über die Zustände in dieser Gesellschaft wirklich nicht zu wundern!

    Mein Ansatz sieht da ein bisschen anders aus:

    Abgerissene Plakate, die sexuelle Vielfalt thematisieren, sind besser als gar keine! Und warum kann man nicht nach einigen Wochen die Reaktionen der Schüler - und falls tatsächlich keines der Plakate überlebt hat - eben diesen Umstand zum Thema und Aufhänger für eine öffentliche Debatte machen?
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#19 KlartextAnonym
  • 26.10.2008, 18:46h
  • Allen die bisher nur nach "Hintergrundinformationen" zu den beiden großen blauen Balken auf den Poster gesucht haben schlage ich vor doch auch mal die Hintergrundinformationen des kleineren blauen Balkens unten rechts abzurufen um sich vom GANZEN Konzept einen Überblick zu verschaffen. Es ist ein wirklich liebevoll gemachtes Projekt, das Enthusiasmus und Aufbruchstimmung austrahlt. Sollten sich dennoch Fehler und Schwachstellen aufzeigen so kann man daraus lernen und nachbessern. Die Idee deswegen von vornherein zu zerreden und in den Müll zu werfen halte ich für verfehlt.

    Was z.B. die Lebensdauer der Plakate angeht so lässt sich diese verlängern indem man die Plakate hinter Glas (z.B. Aushangvitrine oder auch hinter dem Fenster zum Lehrerzimmer, o.Ä.) anbringt. Aber das ist nicht der eigentliche Punkt. Entscheident ist das eine Diskussion ausgelöst wird. Und dies vermag ein Plakat das schon nach kurzer Zeit heruntergerissen wird fast noch besser als eines das irgentwo unbeachtet herumhängt. Mag sein, dass in einigen Schulen eine gewisse Ausdauer von Nöten ist. Aber wer diese Ausdauer aufbringt wird früher oder später in JEDER Schule die von uns gewünschte Diskussion in Gang setzen.
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#20 Tim_ChrisProfil
  • 26.10.2008, 21:37hBremen
  • Antwort auf #18 von Sascha
  • "OK, dann also weiterhin gar nichts tun und darauf warten, dass die politische Klasse uns irgendwann mal wieder ein paar Gnadenhäppchen formaljuristischer Nettigkeit zuwirft."

    Das habe ich gar nicht gesagt und wenn du meinen Beitrag wirklich aufmerksam gelesen hast, dürfte dir das auch nicht entgangen sein. Oder hältst du mich plötzlich für eine hohle Nuss, die sich der Meinung der sogenannten "Mehrheitsgesellschaft" unterwirft und nicht selbst nachdenkt?
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#21 AntichristProfil
  • 27.10.2008, 07:11hHH
  • Antwort auf #18 von Sascha
  • @Sascha: "Abgerissene Plakate, die sexuelle Vielfalt thematisieren, sind besser als gar keine! Und warum kann man nicht nach einigen Wochen die Reaktionen der Schüler - und falls tatsächlich keines der Plakate überlebt hat - eben diesen Umstand zum Thema und Aufhänger für eine öffentliche Debatte machen?"
    Wie viele Plakate willst du an die Wände tackern um damit nicht nur mehr als eine handvoll Schüler zu erreichen, sondern auch ein Gesprächsthema zu erzeugen? Was nutzen Plakate die nach 2 Sekunden von den Wänden gerissen sind, womit sie für die restlichen 99% Schüler unsichtbar bleiben? Mit wem willst du die öffentliche Debatte führen? Über was? Abgerissene Plakate in Schulen? Soll man Sicherheitspersonal abstellen, damit sie neben vandalierenden Schülern auch noch Plakate bewachen? Oder willst du die Öffentlichkeit darauf hinweisen, dass die Schüler mehr tun als nur ihre Lehrer zu bedrohen, den Unterricht zu schwänzen oder auf jüngere bzw. schwächere einzuschlagen?
    Willst du es von Lehrern während der Schulstunden thematisieren lassen, die mit unmotivierten, sowie aggressiven Schülern bereits im Regelunterricht überfordert sind?

    Eine solche Plakataktion ist imho erst dann sinnvoll wenn man das Thema zuvor bereits öffentlich aufgreift. Indem man Anerkennung, ebenso wie Intergration nicht nur auf Regierungsebene endlich vorlebt, sondern es auch medial vergleichbar einer Aidskampagne auf Plakatwänden ebenso im TV oder Kino aufgreift. Was nutzt der Versuch alleine Schülern neben Mathematik noch Aufgeschlossenheit gegenüber Schwulen/Lesben/Trans/Bi's einzutrichtern, wenn sie überall außerhalb der Schule vor allem von den Erwachsenen andere Werte vorgelebt bekommen?

    Wer bezahlt die Werbung der Aidshilfe? Der Staat? Die AH selbst aus Spenden? Wieso nicht eine aus Spendengeldern finanzierte großangelegte Werbekampagne um damit ALLE zu erreichen? Es bundesweit zum Thema zu machen?
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#22 stromboliProfil
  • 27.10.2008, 08:14hberlin
  • Antwort auf #20 von Tim_Chris
  • könnten wir mal weg von der ebene des vorvermutetens ( wird nichts werden weil die plakate nach 10 min. abgerissen ... ) hin zum womöglich einzigen sinn der aktion kommen: präsenz zeigen!
    Sichtbarmachung geht einher mit dem immer wieder sich zu worte melden. Da brauchts einen
    längeren atem als die kurzfristige schlagzeile im gedächtnis der betroffenen! Und auch der homophob fühlende muß die möglichkeit des wutablassens erleben, soll sie nicht in einem, gegen "den feind" gerichteten aktion enden. Also lieber ein paar abgerissene plakate, über die sich eine diskussion entfachen lässt ( hier als einstieg an die schüler die frage der "meinungsäusserung und deren unversehrtheit... für viele jugendliche ein wichtiges identifikationsthema ) anstatt quasi in vorbeugender resignation, den versuch der THEMATISIERUNG als "zu kurz gedacht" zu verunglimpfen.

    An dieser stelle aber werden dann auch die begleitenden "angebote" wichtig; die selbstdarstellung und rollenangebote, die wir dem unsicheren coming out'ler anbieten , aber auch die "rollenangebote" , die wir dem verunsicherten ( weil auch in seinem abwehrenden , zuallererst die eigene begehrde abgewehrt wird...!) anbieten, die es ihm ermöglichen den für ihn so schweren "inneren konflikt " zu bewältigen.

    Ich hab mich in dem verein ( www.hallowelt.ch ) mal als Gönner (!^^) angemeldet um a: zu erfahren was ihre ausgangsposition ist, b:aktuelles erfahrungswerte zu erfahren ( wie reagiert die schülerschaft...) und c: was lässt sich übertragen auf ähnliche konzepte in der brd!

    "ABER: so eine aktion wäre z.b. in berlin auch mal sehr gut. wieso nur in bern?..."
    Vieleicht ist die zeit, in der die impulse aus den ballungsstätten kamen, für die schwulenbewegung derzeit eingeschränkt?!
    Womöglich weil die metroplen provinziell im umgang mit schwulen themen geworden sind!
    Vieleicht @ORLYARLY, sind wir auch zu sehr in berlin den eingeschränkten sichtweisen von Zinn,Finke und compagnie ausgeliefert? The inner circle wenns um die "kontakte" und deren "ausbeutung" geht.

    Oder schreibt die Siegessäule als "sprachrohr" schwul/lesbischen berliner befindens, monatlich einen "zustandsbericht" von schulen im stadtbreich? Das wäre doch mal eine "glosse" mit fortsetzung wert?!

    Ähnlich wie in den thema um "schwule schulen" sollten auch hier wir uns angewöhnen, beide ansätze ,nähmlich eigeninitiative und einbringung von schwulem in die gesellschaft (!!) sowie die forderung nach "staatlicher" absicherung auf gesetzlicher basis zu fordern! Hier dann unverzichtbar und erste linie ( nicht die über die nebenschauplätze der steuerreglung für beamte etc..; ich frag mich ohne hin: sind wir eigentlich nur noch verbeamtetet, das uns dieses ziel so unter den nägeln brnnt??^^) , die einbettung im grundgesetz ! Alle andern gesetzlichen regeln sind den "wechselwirkungen" der mehrheitsmeinungen ausgeliefert... incl. beamtenrechtsregeln .

    Zu berlin aber auch ein aufmunternder nachsatz:
    es gab bereits 2006 eine stadt/landes weite plakat aktion ähnlich die, der in bern an schulen stattfindenden: (??) "murat ist schwul, und gehört zu uns" (??) soweit der text wie ich ihn in erinnerung habe! Der wurde vom lsvd (!) gesponsert und an (!) großplakat wänden in der stadt geklebt.
    Der sonntägliche migranten -floh-markt am bahnhof neu kölln war überstrahlt mit zwei übergroßen plakaten; die eine schwul die andere lesbischen inhaltes...
    und fand dort streitbare ( sich "angesprochen fühlende", versuchten die plakate ab zu reißen... was nicht klappte, da sie zum einen zu groß und zu hoch angebracht waren...!) beachtung!
    Ich denke das war es wert!

    "Vielleicht mal eine Werbeagentur fragen, die sich mit sowas auskennt."
    @JacNsak, du hast mit deiner beobachtung des
    abwehrenden begehrens völlig recht!
    Aber das impliziert nicht , dass man auf die provokation eben dieser empfindung verzichten sollte!
    Wie sonst kann man an den "sprengsatz" verquasteter emotionen und ängste heran, wenn nicht durch "aktualisierung" des selben?!
    Ich würde eine webeagentur beauftragen nach dem gesichtspunkt der "erreichbarkeit" eine solche aktion kleben zu lassen! Also gerade da , wo der konflikt auftreten wird!
    Und da hätten wir dann wieder den gedankenkreis geschlossen: auf die sichtbarkeit kommt es an! Daraus ergeben sich dann automatisch auch die inhalte!
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#23 stromboliProfil
  • 27.10.2008, 08:48hberlin
  • nachtrag: im gegensatz zur Berner kampagne war die Berliner "bekleidet!
    Mir wäre die "nacktheit" lieber gewesen, legt sie doch den finger direkt in die wunde: die "verletzlichkeit" eines nackten im kreise nackter... als metapher wie auch als unmittelbare realität!

    Ansonsten... wer von den dreien soll nun gemeint sein??? Da zeigt sich der witz homophoben verhaltens: alles projektionsfläche!
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#24 Tufir
  • 27.10.2008, 10:54h
  • Antwort auf #21 von Antichrist
  • "Was nutzen Plakate die nach 2 Sekunden von den Wänden gerissen sind, womit sie für die restlichen 99% Schüler unsichtbar bleiben?"

    Das 1% der Schüler, vermutlich sind das gleichzeitig die, die Plakate herunterreißen, mitbekommen, dass Plakate aufgehängt werden. Genau wie ein Tempo-50 Schild einen Autofahrer nicht davon abhält 70 zu fahren, ihn aber zumindest überzeugt, nicht 100 zu fahren, zeigt ein Plakat eine grobe Linie, was gesellschaftlich anerkannt wird. Wie jede andere Maßnahme auch, kann so eine Aktion alleine nicht reichen. Wenn das aber ein Grund sein soll, gar nicht erst anzufangen, können wir also sämtliche Bemühungen auch sofort einstellen.
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#25 JacNsakEhemaliges Profil
  • 27.10.2008, 11:07h
  • Antwort auf #23 von stromboli
  • Die Berliner Kampagne fand ich vom Ansatz her okay, sie war aber auch ganz anders aufgebaut. Wobei mich diese grundsätzlichen Bitten über Plakate um Toleranz meistens ankotzen. Dazu noch ein "bitteschlagmichnichtsodoll"- Blick und der Mitleidsfaktor ist perfekt. Es bleibt Werbung und nichts anderes.

    An dem Schweizer Plakat finde ich etliches grässlich. Ich weiss nicht, warum man nackte Jungs unter der Dusche zeigt, warum da "Er ist Schwul. Na und?" wie auf einem Coming out Buch aus den späten 80er Jahren steht und warum so ein unglaublich bescheuertes Wort wie "lesbigayfriendly" verwendet wird. (zumal ich da obendrein keine Lesben erkennen kann)

    Nackt assoziiere ich in so einem Kontext mit "wehrlos" oder "feuchtwarme Hallenbaderotik". Er ist Schwul? Na und. Soll hier eine Selbstverständlichkeit suggerieren, die wie ein Pfeifen im dunklen Walde wirkt, denn wenn es so dermaßen "Na und!" wäre, warum werden dann eigentlich solche verdrucksten Plakate aufgehängt?

    Auf die dumme Frage wie "lesbigayschwul bist Du?" wird ein homophober Typ nur demonstrativ vor seinen Kumpeln laut sagen: "GAR NICHT!" und dann rotzt er dagegen.

    Ich hätte als schwuler Jugendlicher ein echtes Problem damit gehabt, weil mir das Plakat peinlich gewesen wäre. Etwas mit dem ich mich weder hätte identifizeren wollen, noch was ich rechtfertigen hätte wollen. Schwul ist für mich nicht unter irgendeiner Mannschaftsdusche rumzustehen und dabei so zu tun, als wenn mich der Schwanz der Heteros nicht interessieren würde. Als offen Schwuler muss man den Mist womöglich sogar noch verteidigen oder rechtfertigen, obwohl man es selber doof findet und als noch ungeouteter Schwuler bietet es nichts Positiveres zur Identifiaktion an, als halt "ganz selbstverständlich mit anderen nackt in der Dusche" zu stehen. Aber die Schweiz ist nicht Berlin und "das ist auch gut so."...

    Diskutieren, ob nun hü oder hott,meinetwegen. Aber dabei vielleicht mal im Hinterkopf behalten, wer diese Elfenbeinturmdebatten und die durch sie initiierten "fruchtbaren Denkanstöße" letztendlich direkt vor Ort austragen muss.
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#26 WernerAnonym
  • 27.10.2008, 14:08h
  • Witzig ist voer allem, dass man jetzt nicht genau weiß, wer von dreien damit gemeint ist.
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#27 EinKumpelAnonym
  • 27.10.2008, 14:09h
  • Man muss Prominente ins Boot holen mit denen sich Jugendliche identifizieren: Kampagnen gegen Homophobie müssen cool und witzig sein, Wanda Sykes hats vorgemacht:

    www.queer.de/detail.php?article_id=9487

    Zieht euch das Video rein, ich denke es wird mehr Jugendliche erreichen als das "lesbigayfriendly" (O.o) Plakat...
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#28 WernerAnonym
#29 PeterHhAnonym
  • 27.10.2008, 16:17h
  • Man sollte das auch an andren Schulen in größeren Städten in Deutschland versuchen, dass könnte echt vielen Helfen...
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#30 PrignitzerEhemaliges Profil
  • 27.10.2008, 17:51h
  • Was soll denn über so ein Plakat "funktionieren"? Über solche Plakate funktioniert überhaupt nix. Jedenfalls nix im Sinne des Erfinders. Allenfalls feixen die einen, und in den anderen mobilisiert's erst recht ihr, woher auch immer stammendes Aggressionpotential. Abbau von Homophobie bedarf der differenzierten verbalen, in den U n t e r r i c h t integrierten Aufklärung und nicht der billigen plakativen Sprüche.
    Übrigens sind solche Plakataktionen nicht neu, und in die Homophobie feiert fröhliches Um-sich-Greifen. Denn Aktionen sind gewöhnlich immer das Gegenteil von dem steten Tropfen, das den Stein höhlt.
  • Antworten » | Direktlink »
#31 stromboliProfil
  • 27.10.2008, 20:10hberlin
  • Antwort auf #25 von JacNsak
  • den " bitteschlagmichnicht" effekt und seine nutzlosigkeit teile ich mit dir!
    Und werbung als ersatz von eigenständigem denken und handeln schwebt mir auch nicht vor!

    Mal das plakat in einer badeanstalt ( z.B. dem umkleideraum... ) aufgehängt, würde ich mir gerne die reaktionen betrachten...
    An diesem punkt kann ich mir dann vorstellen wie schwierig die "vermittlung" unserer seits sein kann, wenn es um so etwas normales (!) wie nackt sein geht, was plötzlich aber in einen bezug zu möglicher sexualität sich wandelt. Also man nicht mehr so tut, als interessiere einem der schwanz des anderen nicht und man nun womöglich den mist auf dem plakat doch auf sich beziehen muß...

    Was die abgehobenheit so mancher aktionen angeht spreche ich mittlerweile von "furchtbaren denkanstößen" nicht von "fruchtbaren"... was zeigt: nicht nur das versetzen eines buchstaben kann ganze konzepte ad absurdum führen

    Aber wie schon zuvor gesagt: ich bin für solche aktionen, die da , wo sie treffen,auch weh tun!
    Und aus fehlern lernt man!!
  • Antworten » | Direktlink » | zu #25 springen »
#32 pupsAnonym
  • 27.10.2008, 22:12h
  • Wir können mit solchen Aktionen keinen glaubwürdigen Anstoß zur Veränderung geben, schon gar nicht in Schulen, wenn wir von Regierungsseite aus ständig verarscht, mit Häppchen abgespeist und Scheintoleranzen Marke "Verpartnerung Ja, Ehe Nein", "Antidiskriminierung kostet zu viel Geld" oder "Wir veranstalten einen runden Tisch gegen Homophobie, laden aber alle die, die etwas darüber aussagen könnten nicht ein" diskriminiert werden.
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#33 AntichristProfil
  • 28.10.2008, 07:03hHH
  • Antwort auf #24 von Tufir
  • @Tufir: "Das 1% der Schüler, vermutlich sind das gleichzeitig die, die Plakate herunterreißen, mitbekommen, dass Plakate aufgehängt werden."
    1% der Schüler, die sich von solchen Plakaten weder beeindrucken lassen, noch darüber nachdenken oder gar ihr Verhalten ändern werden, sondern die Gelegenheit wahrnehmen nun erst recht auf die bekannten Opfer einzuprügeln, um sich in ihrer Überlegenheit, ebenso wie ihrer Stärke neu bestätigt zu fühlen.

    "Genau wie ein Tempo-50 Schild einen Autofahrer nicht davon abhält 70 zu fahren, ihn aber zumindest überzeugt, nicht 100 zu fahren, zeigt ein Plakat eine grobe Linie, was gesellschaftlich anerkannt wird."
    Diese Autofahrer würden auch mit 100 fahren wenn die örtlichen Gegebenheiten oder vorausfahrende Fahrzeuge es zulassen würden. Raser denen das 50er Schild wirklich egal ist, die leben auch im Glauben schlauer zu sein als die Gesetzeshüter, diese austricksen oder rechtzeitig genug erkennen zu können. Gelingt das nicht, prahlen sie noch mit ihren Strafzetteln.
    Was den letzten Teil deines Satzes betrifft, da scheinst du schon lange nicht mehr in Gesellschaft außerhalb der Szene gewesen zu sein. Denn wo sind denn Homosexuelle gesellschaftlich anerkannt? Wären wir es dann müssten wir nicht ständig um jeden Krümel kämpfen, dann würde uns die Gesellschaft im Kampf gegen Homophobie unterstützen. Doch tut sie das?
    So lange die Mehrheit der Gesellschaft noch immer gegen uns oder zumindest uns gegenüber am Zweifel ist, ihre angebliche "Toleranz" jederzeit wegen Banalitäten wieder umschlagen kann, so lange sind wir noch weit davon entfernt in die grobe Linie der gesellschaftlichen Anerkennung zu fallen.
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#34 saltgay
  • 28.10.2008, 08:46h
  • Die Wirkung eines solchen Plakates sollte nicht überschätzt werden. Interessant war für mich, dass eine 9. Klasse der Hauptschule, also jener Bevölkerungsgruppe, wo die meisten hedonistischen Sparkassenschwuppen angewidert die Nase rümpfen, ein ähnliches Plakat in ihrem Klassenzimmer aufhängten. Was sie bewegt hat, weiß ich nicht genau. Jedenfalls haben sie ihren schwulen Mathelehrer, nämlich mich, als ich mich auf Nachfrage vor der Klasse outete und wir darüber ausführlich diskutierten, weiterhin respektiert und nicht als Bedrohung wahrgenommen.

    Wichtig ist, dass wir an den Schulen Zeit und Raum haben, diese Thematik zu bearbeiten. Es wird viel mehr Aufmerksamkeit irgendwelchen Computerspielen gewidmet, da werden Gelder für nutzlose Studien verschwendet, während ein Hauptanliegen von Jugendlichen in der Pubertät völlig zugedeckt wird. Bei dem Entdecken und dem Umgang mit ihrer Sexualität werden sie völlig allein gelassen. Beziehungsprobleme eher belustigt aus der Erwachsenenperspektive abgetan. Für die Jugendlichen ist das aber sehr wichtig. Dafür brauchen wir mehr Zeit und Geld.

    Ja, und dann die lieben Kollegen, welche gern auch immer wieder ihre geliebten Klischees aus der Schublade ganz unten hervorkramen. Ich finde es bezeichnend, wenn mir Schüler berichten, dass der Herr XY etwas gegen Schwule gesagt hat.

    Es gibt also noch eine Menge zu tun, mehr als nur Plakate zu malen.
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#35 stromboliProfil
  • 28.10.2008, 09:59hberlin
  • Antwort auf #34 von saltgay
  • @saltgay:"Die Wirkung eines solchen Plakates sollte nicht überschätzt werden."... wenn aber sie aus eigenem antrieb das plakat aufhängten und es zu einer diskussion kam ( schlußendlich auch deinem coming out!?), ist doch der effekt eines plakates nicht zu unterschätzen?!
    Vieleicht aber war es ja auch eine "notwendige provokation" um etwas herhaus zu kitzeln was schon lange vor sich hinschwängerte??!

    Mir fällt hierzu eine aktion seinerzeits der frankfurter ROTZSCHWUL ein , die sich um die zurückeroberung öffentlicher plätze , in diesem falle die der friedberger anlagen klappe handelte.
    Ausgangspunkt waren ständige überfälle seitens jugendlicher und (angeblich zu unserem schutze, aber auch zur aufrechterhaöltung von öffentlicher ordnung und zucht... lach) überfallartige kontrollen durch die polizei.
    Gut, es waren die 70ziger jahre (?1975 glaub
    ich?) und "andere" verhältnisse. Aber die inhaltlichen paralelen fallen auf: schwules begehren, öffentliche darstellung der selben, die vermutete resonanz der "mehrheit" und last but not least die lust am tabu brechen! In der vorbereitungsphase zu diesen aktionen ( wir besetzten die klappe (!) und winkten den mannschaftswagen der polizei offene angebote hinterher... leider unbeantwortet) war die frage nach öffentlicher sexualität ( was geht beim betrachten schwulen händchenhaltens in den köpfen von heterosexuellen vor??) und ihre auswirkung auf das system eine der kernfragen: kann man/n mit der öffentlichmachung der sexualität veränderung herbeiführen und wenn, wo ansetzen. Die "einforderung" des öffentlich machens und somit auch die einforderung öffentlicher plätze sollte die bislang unterdrückte sichtbarmachung von homosexuellem begehren nicht nur sichtbar machen, sondern auch "attraktiv" machen!


    Im grunde geht es 30 jahre später wieder um den selben ansatz, nur diesmal wird die frage anders gestellt: Kann die sichtbarmachung schwulen begehrens soviel wut auslösen oder ist ein mitleidsbonus einforderbar?

    Tabu ist, wenn im umkleideraum oder unter einer dusche der schwengel steigt, wenn trotz aller "abwehrmaßnahmen" die lust die regel überwindet. Nun ist es ja so, der schwanz eines hetero steigt ebenfalls beim anblick eines anderen erektierten, obwohl sich im kopf des heteros eine andere association abspielt, als die bei einem schwulen. Hier fangen dann die "missverständnisse an: Verführungswünsche und ängste, unverständnis und unvermögen der unterscheidung und die völlig falsche zuordnung in die "eigenen kategorie-ordner".
    Das erst macht aus einem "zustand" eine schwülstig (schwule wie heten) feuchtwarme hallenbaderotik ( ich liebe diese wortkonstruktion!! kompliment JacNsak) !
    In konsequenz könnte man auch sagen: egal ob hete oder homo, wenn du einen steifen hast , schüttel dir einen ab; im zweifelsfalle lass dir helfen!
    Was man auch den betreffenden/betroffenen deutlich sagen sollte: mach doch kein gedöns drum um die paar cm ...

    Nun könnte man sagen: es gibt doch mittlerweile genügend andere möglichkeiten sich zu betätigen!
    Gegensicht: warum etwas unterdrücken wenn es eine einvernehmliche möglichkeit zur umsetzung sich ergibt!
    Das impliziert den spagat zwischen scham und ausgeklügelter technik im überwinden von tabuschranken... !
    Was aber macht denn nun das besondere aus, wenn wir von öffentlichwerdung des schwulen bedürfnis reden? Der skandal ist doch nicht mehr der ekel vor dem homosexuellen akt ( hier mal an erster stelle der anale ) oder das , den schwanz in den mund nehmen; nicht mal das rimmen gebleichter arschspalten erregt die gemüter der heterosexuellen allgemeinheit, kann man doch bei jeder beliebigen rtl sendung zur besten kindernachmittagssendezeit sich über intimrasur im spaltenbereich informieren...
    Also wo ist der stachel der erregt?
    Der skandal ist : wir sind sichtbar geworden und jeder , der sich mit uns abgibt wird zwangsläufig auch sichtbar!

    Homophobe wut ist immer und ausschließlich bassierend auf der eigenen angst vor eben diesem (uner)wünschten; die unbewusste erkenntnis des "mangels an identiät" der einem als normal auszeichnet!
    Die leute ( männer,frauen, jugendlichen) hier zu packen und ihnen den schmerzhaften prozess der selbsterkenntnis zu zumuten, ist für mich der erste schritt zum dialog! Aber auch ein schritt weg von der von uns beschrittenen defensive!
    Der schließt dann auch meine eigenen ängste gegenüber dem anderen (weiblichen) geschlecht ein!
    Und : ich hole die leute immer nur da ein, wo sie sich am sichersten fühlen: in ihrer eigenen "gesicherten umgebung".
    Wenn ich also keinen zugang zur familie habe ( elterninitiativen etc.) bleibt schule und öffentlicher raum! Schule als öffentlich anzusehen wäre falsch, entsprechend muß auch der zugang ein anderer sein.
    Ich stelle mir da ein plakat vor, das eben die eigenen "versagensängste " homophober jugendlicher thematisiert: eben nicht der opferblick irgend eines schwulen idealschnuckels mit leichbittermine, sondern die entblösung des macho angesichts seiner phantasie/n.
    Hans/Murat in der dusche umgeben von paarungswilligen jungschwuppen mit der überschrift: wer hat (nun) angst vorm bösen wolf... resttext oder bilder überlass ich euch!!

    Und mir gefällt das bild von antichrist:""Genau wie ein Tempo-50 Schild einen Autofahrer nicht davon abhält 70 zu fahren, ihn aber zumindest überzeugt, nicht 100 zu fahren, zeigt ein Plakat eine grobe Linie, was gesellschaftlich anerkannt wird." Diese Autofahrer würden auch mit 100 fahren wenn die örtlichen Gegebenheiten oder vorausfahrende Fahrzeuge es zulassen würden. Raser denen das 50er Schild wirklich egal ist, die leben auch im Glauben schlauer zu sein als die Gesetzeshüter, diese austricksen oder rechtzeitig genug erkennen zu können. Gelingt das nicht, prahlen sie noch mit ihren Strafzetteln."
    Die "LINIE ZIEHEN", die den zugegebenen notwendigen freiraum an antiphatie raum gibt ( man wird uns nie wirklich lieben!!), aber ihm die grenze setzt in der ein jeder von uns sich ohne angst und belässtigung ausleben kann!
    Und eine weitere erkenntnis: wir werden uns immer "begründen", solange die verhältnisse von macht und ordnung die sind wie sie sind!
    Ohne die zu ändern, werden wir auch "UNSEREN" zustand nicht vollkommen ändern können; schwulenehe oder steuerangleichung zum trotz!

    Vieleicht auch das mal eine "werbekampagne" wert!
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#36 JacNsakEhemaliges Profil
  • 28.10.2008, 10:32h
  • Antwort auf #31 von stromboli
  • "Mal das plakat in einer badeanstalt ( z.B. dem umkleideraum... ) aufgehängt, würde ich mir gerne die reaktionen betrachten"

    Ich fände Aufklärung sinnvoller, die den Zusammenhang zwischen aggressiv homophobem Verhalten und eigenen zu versteckenden schwulen Anteilen rausarbeitet. Wenn allgemein klarer wäre, was hinterm "Schwulenklatschen" oft wirklich steht, dann könnte das effektivere Gewaltprävention sein, als jedes "Seid doch bitte netter zueinander" Gebimmel.

    "Aber wie schon zuvor gesagt: ich bin für solche aktionen, die da , wo sie treffen,auch weh tun!"

    Das kommt drauf an, wem Du damit wehtun willst.

    Ich halte die Sportumkleide zur Zeit jedenfalls für den falschen Ort, um dort gesellschaftliche Aufklärung zu betreiben. Wir sind inzwischen ja schon fast an einem Punkt, das demnächst wieder diskutiert werden könnte, ob geschlechtergetrenntes Schwimmen nicht förderlicher wäre. Ohne eine angemessene Thematisierung im Unterricht und tatsächliche Einbindungs ins alltägliche Leben bleibt das Toleranzdeko, die oberflächlich signalisiert, ahh, hier ist bestimmt alles in Ordnung, dort hängen schließlich bunte „lesbigayfriendly“ Plakate und die wurden noch gar nicht abgerissen! Drogenprävention funktioniert auch nicht darüber, dass irgendwo ein Sportler rumhängt. Poster bauen lediglich einen gewissen Druck auf, der öffentlich signalisiert, was hier gerade „erwünscht“ oder „unerwünscht“ ist.
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#37 stromboliProfil
  • 28.10.2008, 11:06hberlin
  • Antwort auf #36 von JacNsak
  • gerade die frage des "Zusammenhang zwischen aggressiv homophobem Verhalten und eigenen zu versteckenden schwulen Anteilen" stell ich mir vor, wenn ich die situation des plakates in der umkleidkabine durchspiele!
    Warum auch nicht? Eben weil ich sie direkt der "angst" packe. Und was ist ehrlicher als "ehrliche " wut?!
    Wut , wie immer auch, ist ein nützliches um ursachen heraus arbeiten zu können; dem jugendlichen mit "pädagogischem" gutmenschengefühl" rüber kommen zu wollen macht uns/mich nur zur lächerlichen figur; dem andern aber in seinem gewässer aufzusuchen( hier mal die sogenannt männlichen wie fußball,kick-boxen,Gym und sonstig männlichem ...); eben wenn es sein muß auch die umkleidekabine als letzte bastion heteromännlicher rückzuges^^ !
    Aber du kannst ja auch vorschläge machen an welchem ort denn nun die auseinandersetzung thematisiert werden kann?! Und darum geht es ja bei dieser diskussion! Und es geht um druck zu machen! Angemessene thematisierung fängt doch auch da an wo die dinge schief laufen; eben gerade an diesen "orten".
    Auch eine art der einbindung ins alltägliche!
    Langsam aber frage ich mich warum wir beide aneinander vorbei reden?
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#38 Tufir
  • 28.10.2008, 11:25h
  • Antwort auf #33 von Antichrist
  • "Wären wir es dann müssten wir nicht ständig um jeden Krümel kämpfen, dann würde uns die Gesellschaft im Kampf gegen Homophobie unterstützen. Doch tut sie das?"

    Wenn man es nicht mal mehr wagt, ein Plakat aufzuhängen, gibt man dem von vornherein nach und kämpft nicht mehr. Vielleicht hast du ja recht und die Täter schlagen dann nicht mehr ganz so hart zu, wenn die sich in vorauseilender Unterwürfigkeit aufgeben.

    "Raser denen das 50er Schild wirklich egal ist, die leben auch im Glauben schlauer zu sein als die Gesetzeshüter, diese austricksen oder rechtzeitig genug erkennen zu können."

    Stimmt. Allerdings wissen sie bereits, dass sie sich im unrecht befinden sobald sie erwischt werden, was auf eine veränderte Auffassung gegenüber der Situation ganz ohne Schild darstellt.

    Außerdem darf die Frage nicht sein, ob man alle erreicht. Denn alle erreicht man nie. Aber vielleicht ändert man ja das Selbstverständnis einiger. Ob das Plakat als solches daraufhin optimiert ist, sei mal dahingestellt. Aber grundsätzlich halte ich es für richtig, den Versuch zu unternehmen.
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#39 JacNsakEhemaliges Profil
  • 28.10.2008, 11:46h
  • Antwort auf #37 von stromboli
  • "Und darum geht es ja bei dieser diskussion! Und es geht um druck zu machen! "

    Nein, darum geht´s mir nicht. Ich will nicht die "letzten Rückzugsgebiete" der Heteros stürmen und sie dort attackieren, wo es ihnen besonders wehtut, sondern effektiv verhindern, dass einige Leute regelmäßig anderen zu nahe treten. Es steht nämlich keine schwulenpolitische Gruppe neben jemandem in der Umkleidekabine, wenn er sich mit einem Haufen sexuell verunsicherter Typen auseinandersetzen muss, die so ein Plakat dann zum Anlass nehmen, sich dagegen abzugrenzen, indem sie ihn verdreschen oder sonstwie malträtieren. Ich lasse mich weder selbst gerne als Meerschweinchen einsetzen, noch mute ich diese Rolle anderen unfreiwillig zu.

    "Langsam aber frage ich mich warum wir beide aneinander vorbei reden?"

    Unterschiedliche Lebenshintergründe. Ich halte von diesem ganzen „jetzt gehen wir mal gemeinsam selbsterfahrungsmäßig an den Kern unserer Angst“ - Bewegungskram mittlerweile GAR NICHTS mehr, wenn er nicht die ganz konkreten Konsequenzen solcher therapeutischen Provokationen berücksichtigt. Schlechte Erfahrungen, sorry. Die Probleme sind nicht die Sexualität oder sogar gleich das gesamte "heteronormative System" , sondern, mal ganz pragmatisch, dass derjenige in solchen Momenten meist völlig alleine gegen einen Pulk oder die entsprechenden Chefbeißer anstinken müssen. Manchmal reicht eine aufs Maul im richtigen Moment völlig aus, um Dinge ein für allemal klarzustellen.
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#40 pupsAnonym
  • 28.10.2008, 12:06h
  • Antwort auf #37 von stromboli
  • "Langsam aber frage ich mich warum wir beide aneinander vorbei reden?"
    Ich finde nicht, dass ihr aneinander vorbei redet. Es geht um das Pro und Kontra zu ein und dem selben Punkt. Den "Feind" am rechten Ort zu packen, um etwas zu bewirken und effektiv Aufklärung zu betreiben. Die Frage, um die alles kreist ist: "Wo ist der richtige Ort für die Aufklärung?" Aber eine weitere Frage auch: "Wie sollte sie am effektivsten gestaltet werden?"

    Plakat alleine ist sinnlos und Aufklärung die nur halbherzig betrieben wird, eher fatal. Zudem, wer will die Aufklärung betreiben und wie? Und wer will das alles bezahlen?

    Homophobie alleine im Schulbereich ändern zu wollen, halte ich für sinnlos.

    Ich habe dafür sogar ein Beispiel, das sicher nicht einzigartig ist und auch im übertragenen Sinne gesehen werden kann.
    Schule auf dem Land. Ein Schüler wird immer wieder gemobbt, findet keine Freunde, wird ausgegrenzt. Nicht nur innerhalb der Schule, sondern auch in der Freizeit. Er kann sich noch so sehr abstrampeln, er wird ebenso wie seine Geschwister von den Kindern im Ort gemieden. Schulpsychologe, Lehrer, Direktor können sich den Mund fusselig reden, sie können das Kind nicht integrieren. Doch woran liegt es? Es ist dort geboren, dort aufgewachsen, hat mit den anderen Kinder den Kindergarten besucht und nun eben die Schule. Es ist nicht mal anders als die anderen Kinder. Aber, die Ablehnung kommt auch gar nicht von den anderen Kindern selbst. Im Gegenteil, diese würden nämlich gerne mit ihm Freund sein oder ihn in ihre Mitte aufnehmen. Das Übel kommt von den Eltern dieser anderen Kinder, die verbieten, schlecht reden, diskriminieren. Nicht, weil dieses eine Kind und seine Geschwister irgendwie anders wäre, sondern einzig aus dem Grund, weil die Eltern zugezogen und anders sind. Weil die Eltern dieses Kindes keine konservativen Spießer sind, die heuchlerisch jeden Sonntag in die Kirche rennen, an Gemeindefesten mit den anderen Dorfbewohnern bereits morgens um 10 Uhr zum Frühschoppen rotzbesoffen ins Bierzelt kotzen und an den Werktagen nur über die Kinder reden.
    In diesem Fall hätte Aufklärung für die Eltern wesentlich mehr bewirkt, als sämtliche Integrationsversuche im schulischen Bereich.

    Übertragen wir dieses Beispiel mal auf unser Problem: Packen wir die Kinder in der Schule, würden wir dann etwas damit bewirken? Da müssten wir uns erst einmal fragen, woher die Homophobie denn kommt? Wer "lehrt" den Kids diese Ablehnung? Natürlich nicht immer die Eltern, aber die Gesellschaft. Also müssten wir die Gesellschaft aufklären. Doch wer sagt der Gesellschaft, was richtig und falsch oder eben "die Norm" ist?
    Zum einen die Regierung mit ihren Gesetzen, die uns noch immer diskriminieren. Zum anderen, die, über die wir uns hier immer wieder mit Recht aufregen: Die Religionen.

    Ich denke, wenn wir effektiv etwas ändern wollen, dann müssten wir genau dort ansetzen. Aber hier auch wieder die Frage: "Wie?"
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#41 stromboliProfil
  • 28.10.2008, 14:51hberlin
  • Antwort auf #39 von JacNsak
  • mag stimmen, dass die "lebenshintergründe" unterschiedlich sind, komme ich aus einer (1965/66), die ihr coming out unter anderem im umkleideraum hat erleben müssen (handball). Sein zweites 1969 im park mit eingeschlagenem unterkiefer!
    In beiden fällen, hat mir ein "handlungsfaden", eine "anlehnungsmöglichkeit" bitter gefehlt. Was nicht heisst, irgend eine gruppe leitet mich durch mein leben und geht "gemeinsam selbsterfahrungsmäßig an den kern der angst", sondern ich entdecke mich als nicht isoliertes individium in einer gruppe mit gleichen erfahrungen. Als meerschweinchen kenne ich also zu genüge die tretwalze. Zuvor hatte ich weder die "sprache" noch "argumente", die ich dagegen setzen konnte; was blieb waren meine hände und manchmal auch füße! Heute habe ich eine reihe überzeugenderer argumente in solchen konflikten...

    Wohl deshalb stürme ich auch nicht die letzte bastion der heten, ich beanspruche noch immer den selben platzt zu den selben konditionen wie sie selbst. Und das an jedem ort zu jeder zeit! Das hat mit "zu nahe treten " keineswegs zu tun! Auch das muß vermittelt werden auf beiden seiten!
    Seltsam nur, dass du dabei aussprichst was die andere seite fühlt: "dass zu nahe getreten werden" ! Genau aber das ist der inhalt ihrer anmaßung/vermessenheit, auf der sich ihre homophobie beruft! Auch das muß der anderen seite klar gemacht werden!

    Frag wenigstens beim nächsten mal bei interesse deinen gegenüber nach dessen herkunft/erfahrung, vieleicht lassen sich dann "missverständnisse " vermeiden.
    Und lass uns an deinen erfahrungen teilnehmen, wie schlecht auch immer sie gewesen sind; wir wollen alle lernen!
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#42 JacNsakEhemaliges Profil
  • 28.10.2008, 16:01h
  • Antwort auf #41 von stromboli
  • "Wohl deshalb stürme ich auch nicht die letzte bastion der heten, ich beanspruche noch immer den selben platzt zu den selben konditionen wie sie selbst. Und das an jedem ort zu jeder zeit! Das hat mit "zu nahe treten " keineswegs zu tun"

    Das ist leider ein weiteres Missverständnis, ich befürchte nicht potentiell gewalttätigen Heteros psychologisch "zu nahe zu treten", sondern ich will zuerst die körperliche Unversehrtheit ihrer bevorzugten Hassobjekte sichergestellt wissen, deren Grenzen oft regelmäßig verletzt und überschritten werden. Das hat für mich bei solchen Diskussionen und möglichen "Aktionen" absolute Priorität.

    "Frag wenigstens beim nächsten mal bei interesse deinen gegenüber nach dessen herkunft/erfahrung, vieleicht lassen sich dann "missverständnisse " vermeiden. "

    Ich frage grundsätzlich nicht nach solchen Dingen in öffentlich halbanonymen Räumen wie diesem und gebe auch meinerseits nichts in dieser Richtung preis, ich hoffe, Du kannst das so akzeptieren. Wenn jemand bereit ist hier private Dinge aus seinem Leben mitzuteilen, hat das immer meinen Respekt für eine solche Offenheit, aber ich behalte mir das Meinige für mich, besonders solche Aspekte bei denen ich selbst mich für verletzlich halte.
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#43 stromboliProfil
  • 28.10.2008, 19:53hberlin
  • Antwort auf #42 von JacNsak
  • selbstverständlich hast du auch meinerseits den gebürenden respekt bezüglich dessen, was du von dir geben willst oder nicht!
    Nur, wenn du eine so gewichtige aussage wie die verweigerung kollektiven lernens (bewegungskram ...) anspricht --"Schlechte Erfahrungen, sorry..."--, dann schreib ich auch mal öffentlich von meinen schlechten ... wie auch guten^^
    Insbesondere wo meine körperliche unversehrtheit sicherer wurde über die kollektive erfahrung des sich wehrens!
    Du kannst mir glauben: ich denke schon nach und "schicke hier nicht leute in stellvertreterkämpfe" die ich nicht selbst schon er/gelebt habe!
    gruß stefan
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#44 antosProfil
  • 28.10.2008, 20:31hBonn
  • Antwort auf #12 von xv22
  • "Menschenrechte sind ja kein Produkt, das man verkaufen will, oder?"

    Selbstverständlich sind sie das. Selbstverständlich ist jede Meinung, selbstverständlich ist jedes Ziel ein Produkt der jeweiligen Interessen-Gruppe, das verkauft werden soll. Wenn Du das Wort 'verkaufen' bäh findest, kannst Du dir ja damit behelfen, dass Du davon sprichst, andere 'überzeugen' zu wollen. War schon eine große Herausforderung für die antiken Rhetoriker übrigens.

    Viele aber teilen deinen Argwohn - deswegen produzieren sie ein dauerndes Gejammer, statt einmal stark für ihre Ziele zu begeistern. Blind für grundlegende Kommunikations-Regeln produzieren sie dauernd ungewollt [?] Gutgemeintes und Schlechtgemachtes à la 'Ich bin eine großäugige Robbe kurz vor der Schlachtung und möchte bitte 5 Euro von dir'.

    Als schwuler Mann möchte ich definitiv keine Aussagen mehr lesen wie 'bin schwul, kann aber nix dafür', 'bitte nehmt mich so, wie ich bin', 'liebe Leute, habs mir doch nicht ausgesucht' etc. Ich will endlich mal starke Vorbilder sehen!
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#45 antosProfil
  • 28.10.2008, 20:47hBonn
  • Antwort auf #39 von JacNsak
  • "Die Probleme sind nicht die Sexualität oder sogar gleich das gesamte "heteronormative System" , sondern, mal ganz pragmatisch, dass derjenige in solchen Momenten meist völlig alleine gegen einen Pulk oder die entsprechenden Chefbeißer anstinken müssen. Manchmal reicht eine aufs Maul im richtigen Moment völlig aus, um Dinge ein für allemal klarzustellen."

    So sehe ich das auch, es geht um - Psycho-Deutsch und Google-Tipp - 'Coping-Strategien'. Wie wird man mit sozialem Stress fertig, wie verteidigt und vor allem wie behauptet man sich.
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#46 AntichristProfil
  • 29.10.2008, 07:12hHH
  • Antwort auf #38 von Tufir
  • @Tufir: "Wenn man es nicht mal mehr wagt, ein Plakat aufzuhängen, gibt man dem von vornherein nach und kämpft nicht mehr."
    Ich sprach keinesfalls davon den Kampf aufzugeben. Wenn du meine Beiträge zu diesem Theme gelesen hast, müsstest selbst du wissen worum es mir geht.

    "Allerdings wissen sie bereits, dass sie sich im unrecht befinden sobald sie erwischt werden, was auf eine veränderte Auffassung gegenüber der Situation ganz ohne Schild darstellt."
    Das wissen die homophoben Schläger aber ebenfalls oder gehst du davon aus, dass sie keine Ahnung davon haben, dass man seine Mitschüler nicht schlagen, treten, hänseln, diskriminieren darf? Sie haben zuvor noch nie gehört das Schwule kein menschlicher Abfall sind mit dem man tun kann, was man will? Er findet allenfalls eine Rechtfertigung für sein Handeln indem er erklärt: "Die anderen machen es ja auch.", "Die sind ja nicht mal vor dem Gesetz gleich.", "Unser Pfarrer sagt, dass es verboten ist."
    Das gleiche gilt für die Raser die sich einen Dreck um ein 50er Schild scheren. "Andere fahren auch so schnell.", "Die Straße ist doch breit genug.", "Ich kann schon rechtzeitig genug bremsen."

    Um meinen Hintergedanken zur Bekämpfung der Homophobie verständlicher zu machen: Es hilft nicht die Krümel ändern zu wollen wenn das ganze Brot verdorben ist. Man muss sich schon mit dem Brot befassen, dann schmecken auch die Krümel besser.
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#47 martin111Anonym

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