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- 04. November 2008 2 Min.
Neue Hass-Tiraden aufgetaucht: Der Reggae-Sänger Capelton hetzt weiter gegen Schwule und darf deshalb nicht wie geplant am Donnerstag im schweizerischen Basel auftreten.
Der Veranstalter, die Kaserne Basel, sagte das Konzert am Dienstag ab. Grund sei ein Video gewesen, das auf der Videoplattform "You Tube" veröffentlicht worden sei und in dem Capleton gegen Schwule hetzt. Die Homosexuelle Arbeitsgruppe Basel (habs) und die Organisation "Stop Murder Music" hatten die Veranstalter über das Video informiert. "Aufgrund dieser neuen Situation hat sich die Kaserne nun entschieden, den Künstler nicht auftreten zu lassen", heißt es in einer Erklärung der Veranstalter. "Grundsätzlich aber sehen die Programmverantwortlichen die Kaserne als Ort der Auseinandersetzung über gesellschaftliche und kulturelle Themen und sind der Überzeugung, dass das Stattfinden des Konzertes, eingebettet in eine offene und engagierte Diskussion, fruchtbarer wäre als eine Absage."
Capleton hat zwar im Mai 2007 den "Reggae Compassionate Act" unterschrieben, in dem er sich dazu verpflichtet, keine Gewaltaufrufe mehr zu verbreiten (queer.de berichtete). Allerdings stammt das beanstandete Video vom Dezember 2007. "Hinsichtlich Zeitpunkt und Inhalt der Aufnahme hat sich die Wortbrüchigkeit Capletons ergeben", erklärte die habs. Die homophoben Aussagen seien in Jamaika von Sprachkundigen bestätigt worden.
"Da bei der Auswahl des Künstlers für die Kaserne wesentlich war, ob er sich von seinen über Jahre hinweg verbreiteten Schwulenhass-Parolen distanzierte, war die jetzige Absage der folgerichtige Schritt", begründete die habs. Die Organisation stellte klar, auf diese Weise auch den Schwulen auf der Karibikinsel helfen zu können: "Die Schwulenrechtler dort können sich solange nicht wirksam für ihre Rechte einsetzen, wie sie davon ausgehen müssen, gejagt und umgebracht zu werden. Solange aber in Jamaika immer wieder Homophobie schürende Signale von Reggae-Idolen an ihr Publikum gerichtet werden, solange wird sich dort auch die Situation von Aktivisten, die sich für die Rechte von Homosexuellen einsetzen, nicht verbessern können."
Capleton begründet seine Texte mit seinem Glauben. In Interviews hat das Mitglied der christlichen Rastafari-Bewegung stets beteuert, dass seine Lieder keine Aufrufe zur Gewalt gewesen sondern metaphorisch gemeint seien. Das Feuer, in dem Schwule brennen sollten, sei vielmehr ein Symbol für die "reinigende Kraft Gottes", führte er an. Rastafaris lehnen Homosexualität unter Bezugnahme auf die Bibel ab. (dk)














