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  • 04. November 2008 42 2 Min.

Neue Hass-Tiraden aufgetaucht: Der Reggae-Sänger Capelton hetzt weiter gegen Schwule und darf deshalb nicht wie geplant am Donnerstag im schweizerischen Basel auftreten.

Der Veranstalter, die Kaserne Basel, sagte das Konzert am Dienstag ab. Grund sei ein Video gewesen, das auf der Videoplattform "You Tube" veröffentlicht worden sei und in dem Capleton gegen Schwule hetzt. Die Homosexuelle Arbeitsgruppe Basel (habs) und die Organisation "Stop Murder Music" hatten die Veranstalter über das Video informiert. "Aufgrund dieser neuen Situation hat sich die Kaserne nun entschieden, den Künstler nicht auftreten zu lassen", heißt es in einer Erklärung der Veranstalter. "Grundsätzlich aber sehen die Programmverantwortlichen die Kaserne als Ort der Auseinandersetzung über gesellschaftliche und kulturelle Themen und sind der Überzeugung, dass das Stattfinden des Konzertes, eingebettet in eine offene und engagierte Diskussion, fruchtbarer wäre als eine Absage."

Capleton hat zwar im Mai 2007 den "Reggae Compassionate Act" unterschrieben, in dem er sich dazu verpflichtet, keine Gewaltaufrufe mehr zu verbreiten (queer.de berichtete). Allerdings stammt das beanstandete Video vom Dezember 2007. "Hinsichtlich Zeitpunkt und Inhalt der Aufnahme hat sich die Wortbrüchigkeit Capletons ergeben", erklärte die habs. Die homophoben Aussagen seien in Jamaika von Sprachkundigen bestätigt worden.

"Da bei der Auswahl des Künstlers für die Kaserne wesentlich war, ob er sich von seinen über Jahre hinweg verbreiteten Schwulenhass-Parolen distanzierte, war die jetzige Absage der folgerichtige Schritt", begründete die habs. Die Organisation stellte klar, auf diese Weise auch den Schwulen auf der Karibikinsel helfen zu können: "Die Schwulenrechtler dort können sich solange nicht wirksam für ihre Rechte einsetzen, wie sie davon ausgehen müssen, gejagt und umgebracht zu werden. Solange aber in Jamaika immer wieder Homophobie schürende Signale von Reggae-Idolen an ihr Publikum gerichtet werden, solange wird sich dort auch die Situation von Aktivisten, die sich für die Rechte von Homosexuellen einsetzen, nicht verbessern können."

Capleton begründet seine Texte mit seinem Glauben. In Interviews hat das Mitglied der christlichen Rastafari-Bewegung stets beteuert, dass seine Lieder keine Aufrufe zur Gewalt gewesen sondern metaphorisch gemeint seien. Das Feuer, in dem Schwule brennen sollten, sei vielmehr ein Symbol für die "reinigende Kraft Gottes", führte er an. Rastafaris lehnen Homosexualität unter Bezugnahme auf die Bibel ab. (dk)

-w-

#1 HannibalEhemaliges Profil
  • 04.11.2008, 18:01h
  • Oh, schön! Dann gibts ja hier demnächst wieder Mecker von den frustrierten Rastas!
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#2 ThommenAnonym
  • 04.11.2008, 20:33h
  • Ein Partyveranstalter in Basel, der einen Tag nach dem Konzert, nach der angesagten "Diskussion" über Gewalt, Drogen und Sexismus ("Breaking the Rules") eine gayparty veranstalten wollte, distanziert sich von den Bestrebungen der Schwulengruppe und bedauert die Absage.
    Ich finde dazu nur: Es braucht offensichtlich mehr Schwule, die ihre Gewalterfahrungen und Diskriminierungen bekanntmachen und darüber auch mit ihren Bekannten reden!
    Es gibt kein "nur ein bisschen Schwule töten", oder Schwule verbrennen sei nur als Seelenreinigung "gemeint"!
    Schwule, die schlechte Erfahrungen gemacht haben, wollen nicht mit potenziellen Tätern diskutieren! Und Leute, die keine Erfahrungen machten, sollten nicht einfach nur "theoretisieren". Aufrufe zur Gewalt sind übrigens Offizialdelikte. Ich glaube auch, dass Capleton & Co. nicht "belehrbar" sind! Wenigstens solange nicht, als sie damit Geld verdienen können!
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#3 NilsAnonym
  • 04.11.2008, 23:54h
  • Auch wenn ich genauso schwul bin, wie mein Kollege Hannibal in vorgehenden Eintrag bin ich der Meinung, dass das Theater meiner homosexuellen Brüder mittlerweile ziemlich übertrieben und unangebracht ist.
    Lasst Freunde des Reggaes Reggae hören und stoppt endlich diese Hetze gegen eine Minderheit wie unsere es ist.
    Auch wenn diese Reggae Künstler nicht gerade Freunde unserer sexuellen Vorlieben sind, stehen sie ansonsten für Equal Rights & Justice und das ist das wesentliche.Solange kein Freund des Reggae auf der Straße Homosexuelle verprügelt, sollte man auch diese Gruppe von Menschen tolerieren und nicht bekämpfen.

    Diese Medienhetze ist wirklich feige! Und peinlich für die ganze Gay-Community!

    Reggae ist tolle Musik und ihre Hörer keine Unmenschen!

    Homosexualität und Reggae lassen sich auch vereinen!
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