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- 02. Dezember 2008 2 Min.
Am Dienstagabend soll der jamaikanische Sänger Capleton, der in seinen Liedern zur Ermordung von Schwulen und Lesben aufruft, im Wuppertaler U-Club auftreten – vor dem Veranstaltungsort wollen Aktivisten demonstrieren.
Ein Konzert des Sängers ist bereits vor einem Monat im schweizerischen Basel abgesagt worden (queer.de berichtete). Die Veranstalter begründeten das damit, dass der Sänger sich Mai 2007 zwar im "Reggae Compassionate Act" verpflichtet hatte, nicht mehr zur Gewalt gegen Homosexuelle aufzurufen – er hatte sich aber nachweislich nicht daran gehalten, weil er mindestens einmal im Dezember 2007 wieder zur Ermordung von Schwulen aufgerufen hatte. Der U-Club will das Konzert allerdings trotzdem veranstalten, "um seine Botschaft des göttlichen Feuers zu verbreiten", wie es auf der Website der Veranstalter heißt.
Die LesBiSchwule Jugendgruppe in Wuppertal ruft daher gemeinsam mit den Jusos, den Jungen Liberalen und der grünen Jugend zu einer Demonstration vor dem U-Club auf. Darin wollen sie ins Gespräch mit den Konzertbesuchern kommen, um ihnen klar zu machen, für wen sie 20 Euro Eintritt bezahlen (Treffen um 19:30 Uhr vor dem U-Club, Friedrich-Ebert-Straße 191, Wuppertal). Nach Angaben der "Westdeutschen Zeitung" unterstützt auch Oberbürgermeister Peter Jung (CDU) die LesBiSchwule Jugendgruppe offen in ihren Aktionen gegen Hassmusik.
Die Aktivisten befürchten, dass Capleton auch im Konzert zur Gewalt gegen sie aufrufen wird. Der Staatsschutz sei daher bereits informiert. "Menschen, die offen zu Hass und Gewalt an Minderheiten aufrufen, sind in unserer Stadt nicht willkommen", erklärte Marcus Kilian von den Grünen Wuppertal. "Sofern die besagten Lieder zur Aufführung gebracht werden, halten wir den Tatbestand der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten gemäß Paragraf 111 StGB und den Tatbestand der Volksverhetzung gemäß Paragraf 130 StGB für gegeben. Strafbar machen sich in diesem Fall unseres Erachtens auch die Veranstalter. Wir appellieren an den Veranstalter, auf den Auftritt von ‚Capleton’ zu verzichten."
In Jamaika kommt es immer wieder zu Übergriffen und zu Lynchmorden gegen Schwule und Lesben. Die Täter sangen dabei oft die Lieder von Hasssängern wie Capleton. Der Staat greift dabei nur selten ein: Auf Homosexualität stehen dort bis zu zehn Jahre Haft mit Zwangsarbeit. (dk)















info@u-club.de
natürlich nur, wenn ihr wollt. ihr solltet aber wollen, denn es kann nicht sein, dass man leuten, die anderenorts gar nicht mehr auftreten dürfen, AKTIV ein forum bietet. spiegelt das vielleicht sogar die gesinnung der macher des u-clubs wider?