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- 05. Dezember 2008 1 Min.
Das Justizministerium will mit einer neuen Studie zur Lebenssituation von Kindern mit gleichgeschlechtlichen Eltern neue Argumente für die Öffnung der Adoption für Homo-Paare sammeln.
Ministerin Brigitte Zypries (SPD) erklärte nach Angaben der "Welt", dass homosexuelle Paare nach wie vor beim Adoptionsrecht benachteiligt würden. "Eine Gleichbehandlung von homosexuellen und heterosexuellen Paaren ist in unserer modernen Gesellschaft ein Gebot der Toleranz", erklärte sie. Schließlich übernähmen gleichgeschlechtliche Paare genau so Verantwortung für Kinder wie verschiedengeschlechtliche. Jetzt müsse überprüft werden, ob es eine gesellschaftliche Akzeptanz für die Änderung des Adoptionsrechtes gebe. Daher habe ihr Ministerium nun eine umfassende Studie in Auftrag gegeben. Gesetzliche Barrieren seien bereits ausgeräumt, so Zypries.
Die Adoption durch Homo-Paare ist in Deutschland – anders als etwa in Spanien, Großbritannien oder weiten Teilen der USA – verboten. Eine Einzelperson dürfte jedoch adoptieren. Zudem wurde 2004 die Stiefkindadoption gegen den erbitterten Widerstand der Union eingeführt (queer.de berichtete). Damit kann der Eingetragene Lebenspartner lediglich das leibliche Kind seines Gatten adoptieren.
Zypries hat sich bereits zuvor für die vollständige Gleichstellung von Eingetragenen Lebenspartnern mit Eheleuten ausgesprochen (queer.de berichtete). Allerdings sei diese derzeit mit dem gegenwärtigen Koalitionspartner nicht zu erreichen. (dk)














