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- 10. Dezember 2008 2 Min.
FDP-Chef Guido Westerwelle will 2009 Außenminister werden – und dann Staaten, die die Todesstrafe gegen Lesben und Schwule verhängen keine Entwicklungshilfe mehr zahlen. Außerdem spricht er über seinen Wunsch nach Kindern.
Der 46-Jährige will offensiv um den Einzug ins Auswärtige Amt kämpfen: "Wenn ich mir ein solches Amt nicht zutrauen würde, hätte ich nicht Vorsitzender der FDP werden dürfen", sagte Westerwelle in einem Interview im am Donnerstag erscheinenden Magazin "Stern".
Er würde als erster offen Schwuler ein Bundesministerium leiten. Ein Hindernis sieht der FDP-Chef darin nicht: "Die ganz große Mehrheit der Bevölkerung hat überhaupt kein Problem mit meinem Privatleben. Es würde unserer Außenpolitik übrigens gut anstehen, wenn sie diesen Geist der deutschen Toleranz in andere Länder tragen würde." Daher sprach Westerwelle sich ausdrücklich dafür aus, Staaten die Entwicklungshilfe zu streichen, die Frauen als Menschen zweiter Klasse behandelten "oder wo Männer und Frauen hingerichtet werden, nur weil sie homosexuell sind".
Auch im Falle einer Wahlniederlage will Westerwelle in der Politik bleiben. Im "Stern" bezeichnete sich der Liberalenchef als "zufriedenen - und sogar öfter als man es verlangen darf - glücklichen Menschen". Schade sei allerdings, dass es sich für ihn nicht ergeben habe, Kinder zu haben. "Wenn ich sehe, wie viel Glück mit Kindern verbunden ist, kann ich manchmal schon melancholisch werden, ja." Er habe keine Ausstiegsfantasien - "was soll ich auf einem fetten Motorrad wochenlang in der Wüste?" Und auch das Alter schrecke den 46-Jährigen nicht: "Dazu bin ich noch nicht nah genug dran."
Westerwelle ist seit 2001 FDP-Bundesvorsitzender und seit den vorgezogenen Wahlen 2005 Oppositionsführer im Deutschen Bundestag. Der agile Rheinländer hatte erst 2004 ein Coming-out in der Öffentlichkeit, als er erstmals zu einem offiziellen Anlass mit seinem Lebenspartner erschien (queer.de berichtete). Davor war seine Homosexualität eher ein offenes Geheimnis, über die in der Regel nicht berichtet wurde.
Auf queer.de hat das Coming-out damals zu allerlei Abwehrreaktionen geführt. Die Leserin "Annette" zeigte sich empört über den Bericht: "So ein Schwachsinn. Ich finde es eine Unverschämtheit zu behaupten, Guido Westerwelle ist schwul… Andere haben auch geschrieben, er ist hetero und ich weiß es zu 100 Prozent, dass er hetero ist." (dk/pm)















Man sollte konsequenterweise auch den Staaten die Entwicklungshilfe streichen, die Schwule "nur" ins Gefängnis stecken.
Bei der FDP darf man allerdings immer skeptisch sein, ob sie solche Versprechen auch halten, falls sie an die macht kommen