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  • 11. Dezember 2008 5 2 Min.

Vier von fünf Südafrikanern erklären in einer Umfrage, dass gleichgeschlechtlicher Sex "immer falsch" sei – und das, obwohl der Staat als einziger auf dem Kontinent die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet hat.

Die neueste Studie der staatlichen Forschungseinrichtung "Human Sciences Research Council" kommt zu dem Ergebnis, dass 82 Prozent der Südafrikaner denken, Homo-Sex sei "immer falsch" – nur acht Prozent haben kein Problem damit. Die Ablehnung ist seit mehreren Jahren stabil – unter 15-24-Jährigen ist sie allerdings im Vergleich zum Vorjahr erheblich gestiegen. Sie waren bislang die toleranteste Altersgruppe, sind nun aber gleichauf mit den 25-50-Jährigen. Besonders homofeindlich eingestellt sind Menschen ohne Schulabschluss, aber auch mehr als drei Viertel der Uni-Abgänger lehnt Homosexualität kategorisch ab.

Schuld an der großen Ablehnung ist den Forschern zufolge eine Sichtweise, die auf die Kolonialisierung zurückgeht: "Schwule und lesbische Identitäten werden immer noch als 'unafrikanisch' angesehen", heißt es in der Analyse des Human Sciences Research Council. "Als 'unafrikanisch' gilt die moralische und kulturelle Ansicht, dass afrikanische Gesellschaften einzigartig sind und daher immun gegenüber Dingen, die als westlicher und europäischer Import gesehen werden." Obgleich die rechtliche Gleichstellung – anders als in vielen europäischen Ländern – erreicht worden ist, sei die soziale Diskriminierung aus diesem Grund noch sehr groß.

Südafrika machte in der Homo-Politik in den letzten zwei Jahrzehnten einen Schwenk um 180 Grad durch: Unter dem Apartheids-Regime war Homosexualität verboten. Es drohten bis zu sieben Jahre Gefängnis. Manche Soldaten wurden von der Armee zur Therapie oder sogar zu einer Geschlechts-OP gezwungen. 1993 schaffte der Afrikanische Nationalkongress die Strafbarkeit ab, 1998 führte das Parlament ein Antidiskriminierungsgesetz ein. Im Jahre 2006 öffnete die Regierung schließlich die Ehe für Schwule und Lesben (queer.de berichtete). (dk)

-w-

#1 ThommenAnonym
  • 11.12.2008, 19:05h
  • Es stellt sich - auch im Zusammenhang mit der Diskussion im Islam - die Frage immer dringender, wofür die Diskussion um die Homosexualität instrumentalisiert werden soll!
    Alle menschlichen Kulturen und sogar die Tierwelt kennen homosexuelle Praktiken. Sie hinterliessen Zeugnisse bis 5500 Jahre zurück.
    Ich vermute, dass die Diskussion um die "ausschliessliche" Homosexualität einiger Menschen das Problem darstellt, denn lustvoll nutzen tun es vielfach mehr Heterosexuelle "nebenbei"!
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#2 alexander
  • 12.12.2008, 09:56h
  • was bitte ist "afrikanisch" ?
    auf dem baum zu sitzen und sich vom "heteropartner" entlausen zu lassen ? geht gar nicht, zu wenig bäume !
    bezeichnend die haltung der menschen solcher staaten, die jahrhunderte unterdrückt wurden !

    aber wir spenden ja, dank "klassik radio", für die armen aidswaisenkinder in diesem land.
    aber der fortschritt ist nicht aufzuhalten, es gibt immerhin schon handys und atombomben.

    die regierung ist offenbar weiter als die bevölkerung, im gegensatz zur brd.
    wie immer, wenn man sich persönlich benachteiligt "glaubt", muss ein sündenbock her !
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#3 BenedictusAnonym
  • 12.12.2008, 16:16h
  • Die Missionierung und somit auch die Definierung der und die negative Anschauung über Homosexualität, auch ein euopäischer Import, halten sich beständig. Wir Europäer haben das geschaffen, was wir jetzt scheinbar so schnell nicht mehr ändern können.

    Von daher ist Homophobie im Ursprung her eher nicht afrikanisch und kann ihnen auch nicht zum Vorwurf gemacht werden.

    Man kann den "Afrikanern" höchstens zum Vorwurf machen, dass sie sich einer "zeitgemäßeren Missionierung" durch uns nicht anpassen.

    Das war ironisch gemeint und sollte ein Anstoß sein, auch mal über unsere Rolle nachzudenken, bevor wir Afrikaner als ganzes verurteilen und diskriminieren. (Stichwort Bäume...)
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