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- 12. Dezember 2008 1 Min.
In Österreich ist "Lebensmensch" - eine Umschreibung des rasanten Stils Jörg Haiders - zum Wort des Jahres gewählt worden; in Deutschland herrscht dagegen mit "Finanzkrise" Tristesse vor.
Der 27-jährige Stefan Petzner, der als Haiders "Nebenwitwer" gilt, hatte seinen Mentor nach dessen Tod als "meinen Lebensmenschen" bezeichnet - ein Wort, das gerne in allen Medien verwendet wurde, um den Lebenswandel des rechtspopulistischen Politstars zu beschreiben. Petzner ist inzwischen in seiner Partei in Ungnade gefallen (queer.de berichtete), das Wort "Lebensmensch" hat aber eine besondere Karriere gemacht: Es wurde in Österreich zum Wort des Jahres gewählt. Auf den Plätzen zwei und drei folgten mit Krocha (deutsch: Kracher) und Wachteleierkoalition (Große Koalition) zwei Worte, die im restlichen deutschsprachigen Raum eher unbekannt sind.
Im Vergleich zu Österreich sind die deutschen Wörter des Jahres eine einzige Beschreibung von Fehlwürfen: Die ersten drei Plätze belegen "Finanzkrise", "verzockt" und "Datenklau". Der optimistische Obama-Spruch "Yes, we can" schaffte es gerade mal auf Platz 10.
Derzeit dauert die Debatte um die vermeintliche Bi- oder Homosexualität Haiders an - und das nicht nur, weil er sich kurz vor seinem Unfalltod in einer Klagefurter Schwulenbar vergnügt hatte. Zuletzt bezeichnete Haiders Witwe die Gerüchte als "pietätlos" und "unerträglich" (queer.de berichtete). (dk)














