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- 15. Dezember 2008 2 Min.
Der christlich-konservative Verein "Familienlobby Schweiz" will den EuroPride 2009 in Zürich unbedingt verhindern. Bislang haben die Bibel-Fundis mit einer diffamierenden Kampagne bereits über 5.000 Unterschriften gegen den Europa-CSD gesammelt.
Durch den EuroPride, der vom 2. Mai bis 7. Juni 2009 stattfinden soll, werde Zürich zu einer Stadt, die wegen Geld und sogenannter Weltoffenheit die Massen ins Unglück locke, warnt die "Familienloby" auf ihrer Homepage. Das Gay-Event arbeite an der "Zerstörung der traditionellen Familie" und "verführt junge Menschen, die ihre sexuelle Identität suchen, zu falschen Annahmen und untergräbt ihre Möglichkeit, sich im Rahmen einer Familie zu verwirklichen".
Viel mehr als ein Zeichen wird die Familienlobby mit ihren Protesten allerdings kaum setzen können, denn sowohl der Stadtrat wie auch die Wirtschaft und die große Mehrheit der Bevölkerung tragen den EuroPride mit. Um doch noch eine Absage zu erreichen, wollen die Bibel-Fundis alle unterschriebenen Petitionsbögen kopieren und an die CSD-Organisatoren sowie an den Zürcher Stadtrat schicken.
Sauer ist auch das Schweizer Bundesamt für Gesundheit (BAG) über die Kampagne. Die Behörde kritisierte vor allem die missbräuchliche Verwendung des Aids-Hilfe-Logos "Love Life – Stop Aids" durch die "Familienlobby": Im selben Design und mit demselben Schriftzug machte der Fundi-Verein daraus "Love Life – Stop Pride". "Die Anerkennung unterschiedlicher sexueller Orientierungen und Lebensformen ist eine wichtige Voraussetzung für die HIV-Prävention", heißt es in einer Stellungnahme des BAG.
Den Titel EuroPride vergibt die European Pride Organizer’s Association (EPOA) seit 1991. Dieser CSD wird größer angelegt, um internationale Beachtung zu erreichen. 2010 soll der EuroPride in Warschau stattfinden, im Jahr darauf in Rom. (cw)
Links zum Thema:
» Homepage EuroPride Zürich 09
» Aktionsseite der Familienlobby














