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- 16. Dezember 2008 2 Min.
Auf das Berliner Homo-Mahnmal ist in der Nacht zum Dienstag wieder ein Anschlag verübt worden – Mahnwache für Freitag geplant.
Das Sichtfenster des Mahnmals, das an die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen erinnert, sei gesplittert, erklärte die Polizei. Vermutlich sei ein Stein auf das Glas geworfen worden, durch das die Betrachter ein Endlosvideo eines Kusses zwischen zwei Männern sehen können. Der Staatsschutz hat sich inzwischen in den Fall eingeschaltet, da ein politischer Hintergrund nicht ausgeschlossen werden kann.
Bereits im August war das Mahnmalfenster von Unbekannten eingeschlagen worden (queer.de berichtete). Der Berliner Senat lehnte daraufhin die Video-Überwachung des Gedenkortes ab, um dessen offen Charakter zu bewahren (queer.de berichtete).
Politiker und der Lesben- und Schwulenverband verurteilten die Tat aufs Schärfste. "Der erneute Anschlag zeigt, wie präsent Homophobie in Deutschland noch ist. Es darf in Deutschland keine Toleranz für Gewalt und Hass gegen Minderheiten geben", erklärte der grüne Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck. "Dass zwei küssende Männer - wie im Mahnmal gezeigt - Wut und Gewalt hervorrufen, macht fassungslos und mahnt uns alle zu mehr Aktionen und Aufklärung gegen Homophobie."
Der LSVD Berlin-Brandenburg erklärte, der Anschlag beweise, dass Feindseligkeiten gegenüber Schwulen und Lesben ein "virulentes Problem dieser Gesellschaft" seien. Der Verband ruft daher für kommenden Freitag (19. Dezember) zu einer Mahnwache am Denkmal auf (Start: 12.30 Uhr). (dk)
Links zum Thema:
» homo-denkmal.de












