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- 19. Dezember 2008 2 Min.
Die Vereinten Nationen haben eine französische Erklärung gegen die Verfolgung von Homosexuellen abgelehnt. Nur 66 von 192 Mitgliedsstaaten unterzeichneten das Dokument.
Zu den Unterstützern gehörte die gesamte Europäische Union, sowie viele süd- und mittelamerikanische Länder wie Brasilien, Argentinien und Kuba und vereinzelt asiatische Staaten wie Japan und Israel. Weitgehend auf Ablehnung stieß das Papier stattdessen bei muslimischen Ländern. So sprachen sich alle arabischen Länder gegen eine Entkriminalisierung von Homosexualität aus. Auch die Supermächte Russland, China und die USA unterschrieben die Erklärung nicht. Die Vereinigten Staaten argumentierten, dass die "Don’t ask, don’t tell"-Regelung im Militär einer Unterstützung im Wege stünde. Diese besagt, dass offen homosexuelle Soldaten nicht dienen dürfen.
Das von Frankreich vorgeschlagene Papier wurde vom argentinischen Botschafter Jorge Argüello bei der UN vorgestellt. Die nicht bindende Erklärung basiert auf der UN-Menschenrechtserklärung aus dem Jahr 1948 und soll sicherstellen, dass alle Menschen, auch Schwule und Lesben, mit gleicher Würde und gleichen Rechten geboren sind. Ein solches Papier zum Schutz von Homosexuellen ist bislang noch nie in die Vereinten Nationen eingebracht worden.
Syrien will Homosexualität ächten – Gefahr der Pädophilie
Ein von Syrien eingebrachter Gegenentwurf, der die Bestrafung von Homosexualität verteidigt, wurde von 58 Staaten unterstützt. Der syrische Botschafter Abdullah al-Hallaq erklärte, die arabische Welt sei "beunruhigt, dass das Augenmerk auf bestimmte Personen aufgrund deren sexuellen Interessen und Verhaltensweisen gelegt wird, aber dass die Intoleranz und Diskriminierung auf Basis der Hautfarbe, der Rasse, des Geschlechtes oder der Religion" ignoriert werde. Er warnte davor, dass Homosexualität in der nahen Zukunft "sozial anerkannt" werden könne und "viele bedauerliche Taten legitimieren könnte, darunter auch Pädophilie."
Derzeit verbieten nach Angaben der Homo-Gruppe ILGA 77 Staaten Homosexualität. In sieben Ländern werden Schwule hingerichtet. (dk)















Jetzt ist jedenfalls klar, wer Freund und Feind ist.
Auch für diejenigen in diesem Forum, die Israel gerne bemäkeln und die USA gerne überschätzen, ist die UN-Initiative ein wichtiger Denkanstoß...
Auch unter Obama, der einen homophoben Evangelikalen sein Antrittsgebet sprechen läßt, werden die Fortschritte nur graduell sein. Man kann froh sein, wenn der Rechtsstandard in den USA nach seiner Amtszeit deutsches oder französisches Niveau erreicht hat. Wer von skandinavischen Verhältnissen ausgeht, ist ein Träumer...
P. S. Auch über die kubanische Kehrtwende kann man sich nur freuen....