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Was tun, wenn man zu früh oder zu spät kommt? Fragen an Felix Laue von Kölns schwuler Gesundheitsagentur "Check Up".

Interview: Dennis Klein

Was für Tipps und Tricks gibt es, wenn jemand zu früh bzw. zu schnell einen Orgasmus hat?

Gegenfrage: Was heißt eigentlich zu früh bzw. zu schnell? Irgendwie scheint bei Schwulen das Phänomen verbreitet zu sein, ihre Sexualität in Zahlen auszudrücken. Die Schwanzlänge in Zentimetern, die Fickdauer in Minuten und die Spermamenge in Millilitern. Wem ist damit eigentlich geholfen? Der vermeintliche "Sinn" der ganzen Zahlenspielerei kann nur darin liegen, sich mit anderen besser vergleichen zu können. So gesehen hat sich seit den Schulzeiten, in denen man auf dem Pausenhof Quartett gespielt hat (12 Zylinder, 260 km/h Spitze, wer hält mit?), im Grunde genommen nicht viel verändert. Da sieht man doch mal wieder, dass Schwule auch nur Männer sind. Die eigene sexuelle Befriedigung lässt sich ja erfreulicherweise noch nicht in Zahlen ausdrücken, aber vielleicht erfindet man da ja auch noch was.

Der Begriff "zu früh" unterstellt, dass es für das Abspritzen einen rechtzeitigen, also richtigen Zeitpunkt gibt. Das ist fatal! Denn ein spannungsvoller Quicky kann durchaus befriedigend sein, auch wenn er die Zwei-Minuten-Grenze locker unterschreitet. Auf der anderen Seite ist eine nicht enden wollende Marathonnummer kein Garant für guten Sex. Darum lässt sich ein "zu früh" auch nicht mit der Stoppuhr messen. Hier ist einzig das subjektive Empfinden der Beteiligten das Maß der Dinge. Zu früh ist ein Orgasmus höchstens dann, wenn er als Lustkiller empfunden wird.

Tipps und Tricks, den Orgasmus herauszuzögern, gibt es wie Sand am Meer. Allerdings sollte man, wie bei allen "unfehlbaren" Hausmittelchen, auch hier keine Wunder erwarten. Einige dieser Hausmittelchen haben wenigstens eine medizinische Rationale, wie z.B. das Herunterziehen der Eier, der Druck auf den Dammbereich, die sogenannte Squeeze-Technik oder – ganz profan – das Handanlegen vor dem eigentlichen Sex. Einen Versuch wert sind übrigens auch Kondome, die innen mit "betäubenden" Substanzen beschichtet sind (meist Lidocain). Dadurch wird der Schwanz weniger berührungsempfindlich.

Anderes ist sogar kontraproduktiv, wie das oft zitierte Multiplizieren vierstelliger Zahlen im Kopf oder die "Imaginationsmethode", bei der man sich den letzten Familiengeburtstag von Tante Hetti, samt aufgetauter "Coppenrath und Wiese"-Torte möglichst plastisch vorstellen soll.

Was kann Abhilfe schaffen?

Wirklich Abhilfe kann nur ein ausgeklügeltes, langwieriges Mehrstufenprogramm schaffen. Unterstützt werden solche, meist zeitaufwändigen Programme durch Übungen zur Selbstwahrnehmung, Entspannungsübungen und Training des Beckenbodens. Dringend abraten möchten wir allerdings vor der Verwendung von Psychopharmaka in Eigenregie. Es ist bekannt, dass einige Medikamente zur Behandlung von Depressionen als Nebenwirkung das Abspritzen verzögern. Es ist unsinnig und zudem gefährlich, Medikamente nur auf Grund einer "erwünschten" Nebenwirkung zu nehmen.

Manchmal dauert es ewig, bis man zum Orgasmus kommt. Gibt es ein Training, mit dem man den schneller kommen kann?

Ziel eines "Orgasmustrainings" kann nur sein, eine bessere Kontrolle über die Vorgänge beim Orgasmus zu bekommen. Das hört sich jetzt erst mal ziemlich widersinnig an, weil Sex ja auch immer etwas mit "Kontrollverlust" zu tun hat. Doch wer sich selbst besser kennt und weiß, wie er beim Sex tickt, kann je nach Situation auch eher entscheiden, ob er gerade jetzt kommen möchte oder lieber noch etwas weitermacht. Manchmal dauert es ewig bis zum Orgasmus, weil schlicht und ergreifend die Chemie zwischen den Partnern nicht stimmt, das Setting abtörnt oder irgendetwas anderes nervt. Das können auch ganz banale Dinge sein, beispielsweise dass dein Sexpartner ausgerechnet nach dem Parfum deines Ex riecht.

Welche allgemein bekannten Hilfsmittel helfen in Wirklichkeit gar nicht? Zum Beispiel Salben oder Sprays von Erotik-Versandhäusern.

Fast alle kannst du vergessen!

Man spricht manchmal auch von einem "trockenen Orgasmus". Was versteht man darunter?

Zwei Dinge, die häufig durcheinandergebracht werden, sind Orgasmus und Ejakulation: Der Orgasmus ist das, was im Kopf knallt, und die Ejakulation ist das, was vorne rausspritzt. Meistens fallen Orgasmus und Ejakulation zeitlich zusammen. Aber eben nicht immer. Deshalb kann man einen Orgasmus ohne Ejakulation (trockener Orgasmus) oder eine Ejakulation ohne Orgasmus haben (z.B. wenn bei einer Untersuchung vom Arzt die Prostata durch den eingeführten Finger massiert und "abgemolken" wird.) Für einen trockenen Orgasmus kann es verschiedene Gründe geben, zum Beispiel bestimmte tantrische Massagetechniken.

Eine weitere Möglichkeit ist die sogenannte Injakulation. Bei einer Injakulation wird das Sperma nicht nach draußen, sondern nach innen geleitet. Der Grund für eine Injakulation liegt häufig in einem zusammengedrücktem Harn-/Samenleiter durch beispielsweise zu enge Cockringe.

Ist eine Injakulation geiler als eine Ejakulation?

Manche führen eine Injakulation bewusst herbei, indem sie kurz vor dem Orgasmus auf einen bestimmten Punkt zwischen After und Hodensack drücken. Bei dieser Methode wird der Samenleitereingang von der Harnröhre bewusst abgedrückt, sodass kein Sperma entweichen kann. Dabei wird die Samenflüssigkeit des Spermas von der Prostata wieder aufgenommen. Das wollüstige, orgiastische Gefühl wird durch die Kontraktion diverser Muskeln hervorgerufen, die das Sperma ausspritzen lassen wollen, was aber so nicht geschieht. Dieser "trockenen Orgasmus" soll sexuell befriedigend und die Methode soll im Großen und Ganzen stimulierend und lusterhaltend sein. Für diese Methode braucht man allerdings Übung und Erfahrung. Tritt eine Injakulation häufig unfreiwillig auf, ist ein Besuch beim Arzt anzuraten.



#1 mok120Profil
  • 05.01.2009, 17:00hNürnberg
  • Zitat: "Wirklich Abhilfe kann nur ein ausgeklügeltes, langwieriges Mehrstufenprogramm schaffen."

    Uff, das ist mir zu anstrengend. Da mach ich mir lieber einen Knoten rein.
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#2 AxelBerlinAnonym
  • 05.01.2009, 19:24h
  • Antwort auf #1 von mok120
  • da nimm mal das bild mit den nackten putten und der jungfrau maria ab und häng einen richtigen orgasmusablaufplan über´s bett.
    ein knoten ist schlecht, weil du dann immer an den nicht erlebten orgasmus erinnert wirst.
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#3 KonstantinEhemaliges Profil
  • 06.01.2009, 17:45h
  • Willkommen bei Dr. Sommer!
    Son Kram hab ich schon vor mehr als 25 Jahren in der BRAVO gelesen!
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#4 BertAnonym
  • 12.01.2009, 15:55h
  • Hallo, schwule Gesundheitsagentur in Köln!
    Was ist denn eine Gesundheitsagentur?
    Ist das eine neue Idee um Geld durch Beratungen zu verdienen?
    Diese Gesundheitsinformationen kann man sich doch fast überall - wie Sand am Meer - selber holen oder suchen!
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#5 AxelBerlinAnonym