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- 08. Januar 2009 1 Min.
Neun Schwule müssen im Senegal wegen "unanständiger Verhalten, unnatürlicher Taten und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung" für jeweils acht Jahre ins Gefängnis.
Eigentlich stehen auf Homosexualität in dem westafrikanischen Land maximal fünf Jahre Haft. Ein Gericht in der senegalesischen Hauptstadt Dakar verlängerte das Urteil aber noch um drei Jahre, weil die acht Schwulen zudem Mitglieder einer kriminellen Organisation seien. Sie gehörten einer Gruppe an, die sich für HIV-Prävention einsetzt und um Aids-Kranke kümmert.
Nach Angaben des Verteidigers Issa Diop ist das Urteil das bislang schärfste im Senegal. Er werde dagegen in Berufung gehen.
Homo-Gruppen zeigten sich entsetzt. Ein Vertreter einer Homo-Gruppe erklärte anonym gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, dass sich die Situation für Schwule derzeit radikal verschlechtere: "Viele Schwule fliehen bereits in Nachbarstaaten, weil unsere Lebensbedingungen unannehmbar geworden sind", erklärte er.
Bereits in der Vergangenheit kam es wiederholt zu Massenverhaftungen von Homosexuellen im Land. Erst im August wurde einer Belgier und sein senegalesischer Lebenspartner zu zwei Jahren Haft verurteilt, weil die beiden in Belgien geheiratet hatten (queer.de berichtete).
Der westafrikanische Staat hat 12,4 Millionen Einwohner, von denen 95 Prozent Muslime sind. Der Senegal ist einer der wenigen frankophonen Länder, die gegen Schwule vorgehen. (dk)















Es gibt genügend Entwicklungsländer, in denen Homosexualität legal ist. Diese Länder sollten in erster Linie Entwicklungshilfe erhalten. Dies würde auch ein finanzielles Anreizsystem schaffen, dass in Entwicklungsstaaten Homosexualität legalisiert wird. Über die Kriterien der Vergabe deutscher und europäischer Entwicklungshilfe ließen sich sicherlich viele Entwicklungsländer dazu bewegen, Homosexualität zu legalisieren.
Entwicklungshilfe sollte strenger an der Vorgaben von Menschenrechten vergeben werden. Und hierzu gehört die Legalisierung von Homosexualität.