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Der Trainer der italienischen Nationalmannschaft erklärte in einem Internet-Video, dass ihm in vier Jahrzehnten nie ein schwuler Profifußballer begegnet sei – er würde Schwule nicht diskriminieren, sehe aber Probleme in der Umkleidekabine, so Marcello Lippi.

"Ich denke nicht, dass es schwule Spieler gibt", so der 60-Jährige im Podcast einer PR-Firma. "Zumindest bin ich in 40 Jahren meiner Karriere nie einem begegnet. Es könnte schon sein, dass es einige mit diesen Tendenzen gibt, aber sie gehen damit nicht in die Öffentlichkeit". Das hänge auch mit der Natur des Sports zusammen, erklärte Lippi weiter: "Wenn man bedenkt, wie wir Fußballspieler nun mal sind, muss man sagen, dass es die Lage in der Umkleidekabine sehr erschweren könnte."

Er selbst hätte aber kein Problem mit offen schwulen Fußballern, versicherte der Erfolgstrainer: "Wenn jemand zu mir käme und gestehen würde, dass er schwul ist, würde ich ihm raten, sich davon nicht ablenken zu lassen. Er soll sich einfach auf seinen Beruf konzentrieren und in seinem Privatleben das tun, was er will."

Die italienische Homo-Gruppe Arcigay nannte es "fahrlässig", dass Lippi die Existenz von Homo-Spielern verneine: "In einem Macho-Milieu wie dem Fußball verstecken Schwule sich noch mehr als in anderen Bereichen. So sind sie auch unsichtbar für Lippi", erklärte Arcigay-Chef Aurelio Mancuso. Mit seiner Aussage, dass Schwule in der Umkleidekabine problematisch seien, trage Lippi zudem "zum feindlichen Klima gegen Schwule im italienischen Profifußball" bei.

Andere Homo-Aktivisten lobten dagegen die Aussage von Lippi, sich für schwule Spieler einzusetzen. Sie forderten den Coach auf, sich an Kampagnen gegen Homophobie im Sport zu beteiligen.

In Italien sorgt das Thema Schwule und Fußball immer wieder für Wirbel. So erklärte im Dezember ein Callboy anonym in einem Fernsehinterview, dass er 30 italienische Topspieler zu seinem Kundenkreis zählt (queer.de berichtete). Fußballer sprachen sich dagegen wiederholt gegen Homo-Rechte aus: Im Juni sagte Nationalspieler Gennaro Gattuso, dass er gegen die Homo-Ehe sei (queer.de berichtete). Im April hatte der ehemalige Fußballmanager Luciano Moggi erklärt, dass Schwule im Profifußball nichts verloren hätten (queer.de berichtete).

Lippi war von den 60ern bis in die 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts erfolgreicher Libero in der italienischen Profiliga. In den 90ern gewann er als Trainer von Juventus Turin die Champions League. Ab 2004 betreute er die italienische Nationalmannschaft, die er bei der WM 2006 in Deutschland zum Weltmeister machte. (dk)



#1 HannibalEhemaliges Profil
#2 dummfugAnonym
  • 12.01.2009, 11:20h
  • Ich denke nicht, dass es linkshändige Fußballspieler gibt. Zumindest bin ich in 40 Jahren meiner Karriere nie einem begegnet. Es könnte schon sein, dass es einige mit diesen Tendenzen gibt, aber sie gehen damit nicht in die Öffentlichkeit. Wenn man bedenkt, wie Fußballspieler nun mal sind, muss man sagen, dass es die Lage in der Umkleidekabine sehr erschweren könnte.

    Genau. Linkshänder sind eine Randgruppe. Sämtliche Türen der Kabinen müssten umgehängt werden. Die Duscharmaturen müssten ausgetauscht werden...

    Wie weltfremd und naiv muss man eigentlich sein, zu glauben, es gäbe keine schwulen Fußballspieler? Laut Statistik dürfte es wohl ungefähr gleich viele Linkshänder wie Schwule geben, das ist beim Fußball mit Sicherheit nicht anders.

    Und was bitte schön, denkt sich dieser Mann, was das alles bedeuten würde? Sind z. B. alle Ärzte schwul, weil es ja sonst kaum möglich wäre, mit Arzthelferinnen zusammen zu arbeiten? Sind alle Sekretärinnen lesbisch, weil sie sonst jeden Besucher anbaggern würden?

    Herr Ober, 2 Pfund Hirn für den Mann da vor der Kamera!
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#3 CarstenFfm
  • 12.01.2009, 11:26h
  • Er sieht Problem in der Umkleidekabine
    .... und bloß nicht nach der Seife bücken unter der Dusche.

    Verstehen solche Idioten eigentlich nie, dass wir genug Sex haben.... im Gegenstz zu frustrierten Heten, die die Mutti wieder nicht draufgelassen hat.... und deswegen gerade nicht in der Umkleide und Dusche ständig notgeil jedem Schwanz und Arsch hinterherhecheln müssen?
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#4 AndreasAnonym
  • 13.01.2009, 12:24h
  • Es ist sicher eine Tatsache, dass in Fußballteams (egal ob bei den Profis oder den Amateuren) anfangs ganz sicher ein Teil der Unbefangenheit im Umgang untereinander in der Kabine und auch unter der Dusche verloren gehen wird, wenn ein Mitspieler sich als schwul outet.

    Letztlich kommt es aber immer entscheidend auf den einzelnen Spieler und seinen persönlichen Umgang mit dem Thema an. Wie immer sind Verallgemeinerungen absoluter Schwachsinn, Herr Lippi.

    Aus einem Profispieler-Outing könnte einerseits ein Kult daraus enstehen (wenn`s der medienwirksamme Typ Marke David Beckham ist), genauso gut ist das genaue Gegenteil möglich (wenn`s z.B. der zwangsgeoutete Ersatzspieler bei einem x-beliebigen Bundesligaclub ist). Das kann wirklich keiner Vorhersagen.

    Wir alle gemeinsam können nur für ein gesellschaftliches und auch ein Stadion-Umfeld mitsorgen, in dem es leichter wird, zu sich und zu seiner Sexulität auch im immer noch Machosport Nr. 1 offen einzustehen, egal ob als Profifußballer oder Amateurkicker.
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#5 AntichristProfil
  • 14.01.2009, 07:44hHH
  • Antwort auf #4 von Andreas
  • Das Problem sind nicht nur die hiesige Gesellschaft nebst Stadion-Umfeld. Aktive Profispieler werden international ausgetauscht. Wer heute in Deutschland spielt, könnte morgen für einen Club in USA, Japan oder sonstwo spielen. Es geht dabei um imense Beträge für die Vereine, sowie um Jahresgehälter der einzelnen Spieler die so mancher aus der Fangemeinde nicht mal als Zahl schreiben kann. Ihre Karriere als Profispieler wäre durch ein Outing mit einem Schlag zuende, zumindest ein Verkauf mit horendem Jahresgehalt sowie schwindelerregenden Erlösen für die Vereine schier unmöglich. Ebenso dürfte seine aktive Laufbahn auf internationaler Ebene vorüber sein, zumindest jedoch eine aktive Teilnahme an internationalen Spielen sehr erschwert.
    Es ist verständlich das aktive Spieler sich unter diesen Voraussetzungen nicht outen werden.
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#6 stromboliProfil
  • 14.01.2009, 09:02hberlin
  • Antwort auf #5 von Antichrist
  • da les ich in der u-bahn: schalke verleiht spieler nach brasilien weil der training geschwänzt habe...
    Prinz poldi muß in den wartestand und nässt sich das höschen ein bevor man ihn nach kölle verkauft.
    Die leute nehmen das hin wie butter... selbstverständlich, humanenergetische mobilität würde da herr harz und andere geistesriesen sülzen. Verfügbare masse , die dem provit unterworfen sind. Na verkaufen wir sie doch! Durch die hintertür die sklaverei einführen! Und so ein trippelkünsteler bietet sich auch noch als frischfleich an...
    Bei soviel selbstentleibung bleibt mein mitleid mit ungeouteten , und damit schlechter verkaufbarer WARE beschränkt!
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#7 AntichristProfil
  • 16.01.2009, 07:49hHH
  • Antwort auf #6 von stromboli
  • @stromb.: es geht mir keineswegs um Mitleid. Das habe ich ebenfalls nicht. Sondern um Verständnis für etwas, das wir in anderen Lebensbereichen ebenfalls leben. Ja ja, Hetennorm, ich weiß. Aber es gibt viele Bereiche, in denen man sich dazu entschließt erst Karriere zu machen, ehe man an Liebe, Sex, besonders aber Beziehung oder vielleicht gar Familie denkt. Die Profikarriere eines Fußballspielers ist meist mit 30 vorüber. Wer kann ihm denn wirklich verübeln, dass er bis dahin erst mal soviel wie möglich mit seinem vermutlich meist einzigen Talent rausholt? Soviel wie möglich davon mitnimmt, um für die Zukunft ausgesorgt zu haben? Wenn er erst nach Karriereende an sein Privatleben denkt?
    Es geht mir dabei auch keineswegs um Verleugnung der eigenen Sexualität, sondern um die verständliche "Nicht-Reaktion" auf Gerüchte oder Gerede.
    Man kann schließlich auch von einem Fußballer nicht verlangen dass er aus lauter Selbstlosigkeit sowie Vorbildfunktion den Millionjackpot ablehnt, der ihm geboten wird.

    Wofür ich jedoch absolut kein Verständnis habe ist, wenn für die Karriere die Sexualität "verleugnet" wird, bzw. nicht mal nach Karriereende der Mumm aufgebracht wird, einfach zu sich, sowie seiner Sexualität zu stehen.
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#8 Fozzy_Bear
  • 02.02.2009, 13:06h
  • Also ich kann gut verstehen, wenn Herr Lippi Probleme in den Umkleiden sieht. Ich selbst war Jahre lang aktiver Fußballer, bis ich von jemanden geoutet wurde. Da hat keiner aus meiner Mannschaft noch mit mir zusammen geduscht. Und wenn dann nur noch in badehosen.
    Das ging dann soweit, das man mich bei der Jahreshauptversammlung darum gebeten hat, den Verein zu verlassen um den "Vereinsfrieden" nicht zu gefährden.

    Andererseits denke ich, wenn es bestimmte Profifußballer gebe, die sich outen würden, dann würde es vielleicht doch zum Umdenken führen. Bestimmt nicht von Heute auf Morgen, aber Schritt für Schritt. Und Kleinvieh macht ja bekanntlich auch Mist...
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