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Der amerikanische Ex-Senator Larry Craig kann seinen Namen nicht reinwaschen: Er wird nicht weiter gegen seine Bestrafung wegen eines Klappen-Ausfluges vorgehen, teilte sein Anwalt mit.

Der republikanische Politiker war am 11. Juni 2007 von einem Polizisten in zivil festgenommen worden, nachdem er diesem auf einer öffentlichen Flughafen-Toilette in Minneapolis sexuelle Kontakte angeboten hat (queer.de berichtete). Der Fall hat zu viel Häme geführt, da Craig zu den konservativsten Senatoren gehörte, der stets gegen Homo-Rechte votierte. Craig, der eine Geldstrafe von 575 Dollar zahlte, versicherte nach Bekanntwerden des Vorfalls, dass er heterosexuell sei (queer.de berichtete). Es habe sich auf der Toilette um ein Missverständnis gehandelt, erklärte der 63-Jährige.

Der Anwalt des Ex-Senators erklärte, dass er keine Erfolgsaussichten für eine Klage sehe. Im Dezember war Craig beim Berufungsgericht von Minnesota gescheitert (queer.de berichtete). Gegen das Urteil hätte er beim Obersten Gerichtshof des Bundesstaates Einspruch erheben können. Die einmonatige Frist dafür ist nun aber abgelaufen. Der Anwalt Craigs sagte, das Gericht hätte voraussichtlich den Fall nicht einmal angenommen.

Craig hat sich im November 2008 nicht der Wiederwahl als Senator gestellt. Er war insgesamt 18 Jahre lang Parlamentarier für die republikanische Partei. Im vergangenen Jahr haben seine Parteikollegen Craig zum sofortigen Rückzug aufgefordert, als der Vorfall bekannt wurde. Das hatte Craig jedoch abgelehnt. (dk)



Klappen-Republikaner erfolglos

Die republikanischen Senatoren Larry Craig und Bob Allen haben beide ihren Einspruch gegen eine Bestrafug ihres Klappen-Ausfluges verloren.
Kaum Spenden für Klappen-Senator

Senator Larry Craig ist mit seinem Aufruf gescheitert, die Kosten für seine teuren Anwälte durch Spenden finanzieren zu lassen. Statt die benötigen Hunderttausende von Dollar gaben ihm treue Fans nur ein Almosen von 4.600 Dollar.
"Unmoralische" Senatoren wollen Ehe "schützen"

Die umstrittenen republikanischen US-Senatoren Larry Craig und David Vitter unternehmen gemeinsam einen weiteren Anlauf, um ein Eheverbot für Lesben und Schwule in der Verfassung festzuschreiben.

12 Kommentare

#1 PrignitzerEhemaliges Profil
  • 11.01.2009, 17:30h
  • Ich hoffe, auf diesen Spalten gibt's trotz Craig jetzt keine Häme. Und damit meine nicht des Ex-Senators
    fehlgeschlagenden Versuch, sich den "schwulen Fleck" von seiner "ach so konservativ-weißen Heten-Weste" zu waschen, sondern ich meine damit den Umstand, dass jemand, egal wer(!), eines solchen Vorfalls wegen bestraft wird. Dieser Vorfall auf einer Flughafen-Klappe und dessen Folgen wirft ein unbedeutendes Licht auf die Scheinheiligkeit des Mr. Craig, jedenfalls im Zusammenhang mit dem sehr grellen Licht, das da fällt auf die schaudern machende Strafgesetzgebung des betreffenden Bundesstaates Minnesota sowie auf die schäbige Vorgehensweise der Polizei; solche Spitzel in Zivil sind in Deutschland aus der Nazi-Zeit hinlänglich bekannt, weil aktenkundig.
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#2 AxelBerlinAnonym
  • 11.01.2009, 19:50h
  • Antwort auf #1 von Prignitzer
  • also die bespitzelung des craig kann man keinesfalls mit denunziationen im 3. reich und auch nicht mit der bespitzelung politisch andersdenkender durch die staatssicherheit in der ddr vergleichen.
    die spitzelmotivation des nationalsozialismus war rassistisch, die der stasi stalinistisch und die der executiven (polizei) der usa war legal, da es verboten ist, in öffentlichen toiletten sex zu haben.

    man sollte nicht leichtsinnig den nazivergleich anführen, wenn man anprangern oder verurteilen will. so sprachlos können wir nicht sein, um rechtsverletzungen zu formulieren.
    die gesetzgebung war in diesem falle nicht schauderhaft, denn der craig hat sie mitgetragen.
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#3 gatopardo
  • 11.01.2009, 22:02h
  • Dieser Craig ist nunmehr "überführt" und es gibt keinen Weg zurück. Auch wenn man die Heuchelei dieses "ehrenwerten Herrn" berücksichtigt, muss man aber gleichzeitig zu der barmherzigen Annahme kommen, welche ungeheure Bestrafung es für ihn in seiner verlogenen Scheinwelt bedeuten muss,
    mittlerweile im konservativen Familien-Freundes- und Kollegenkreis unwiderruflich als Klappenfan zu gelten.
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#4 SaschaEhemaliges Profil
  • 12.01.2009, 00:00h
  • Antwort auf #2 von AxelBerlin
  • Wir sollten - und da stimme ich dir zu - keine leichtfertigen Vergleiche mit der Nazi-Diktatur anstellen,

    ABER wir sollten jenseits der immergleichen Sonntagsreden aus deren beispiellosen Verbrechen endlich die notwendigen Lehren für die Gegenwart ziehen!

    Und da gibt es diesseits wie jenseits des Atlantiks noch extrem viel zu tun!
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#5 PrignitzerEhemaliges Profil
  • 12.01.2009, 03:07h
  • Antwort auf #2 von AxelBerlin
  • 1. hat der Begriff "rassistisch" nix dort zu suchen, wo wir die Verfolgung Homosexueller betrachten. Das ist alles mögliche Üble, aber kein Rassismus.
    2. ist es zwar nicht unwichtig, dass Mr. Craig diese schandbare Gesetzgebung mitgetragen hat, aber mir ging es darum, dass ein Gesetz nicht weniger inhuman ist, weil es in einem demokratischen Staat beschlossen wurde. Für den Schwulen ist es leider egal, wo er verfolgt wird. Und dass es selbstverständlich ein Unterschied macht, ob man mit 'ner Geldstrafe davonkommt oder ins KZ getrieben wird, das weiß ich selbst. Dennoch ist Verfolgung Verfolgung. Und ein entsprechendes Gesetz macht die Verfolgung zu einer politischen, wo auch immer, wann auch immer.
    3. muss sich auch in den USA kein Polizist dazu hergeben, Schwule auf Klappen aufzustöbern. Oder hat er, weil er Polizist ist, den Freibrief erlangt, sich inhuman zu verhalten? Oder die Order auferlegt gekriegt, es zu müssen. Befehlsnotstand, oder wie?
    Und 4. war's auch in Nazi-Deutschland "legal", Schwule zu jagen. Da war schwules Verhalten nämlich desgleichen "verboten", nicht nur auf Klappen, aber auf Klappen auch. - "Legalisiertes" Unrecht bleibt trotzdem Unrecht. Ob nun demokratisch beschlossen oder totalitär. Wobei ein demokratisch beschlossenes Unrechtsgesetz eher gekippt werden kann als ein im totalitären Staat verzapftes. Keine Frage. Aber auch in der Demokratie ist die Zeit eine bleierne, und vom Unrecht Betroffene haben herzlich wenig davon, dass künftige Generationen die Ungerechtigkeit womöglich eines fernen Tages aus der Welt schaffen.
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#6 AntichristProfil
  • 12.01.2009, 05:51hHH
  • Antwort auf #3 von gatopardo
  • @madridEU: "welche ungeheure Bestrafung es für ihn in seiner verlogenen Scheinwelt bedeuten muss, mittlerweile im konservativen Familien-Freundes- und Kollegenkreis unwiderruflich als Klappenfan zu gelten."
    Daran ist er selbst Schuld, die Strafe demnach absolut gerecht.
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#7 alexander
  • 12.01.2009, 08:13h
  • wäre doch viel interessanter zu wissen. wieviele "klappenfans" durchschnittlich durch diese bespitzelungsmethoden, erwischt und mit welchen strafen sie belegt werden ?
    denn schliesslich haben sie diese zweifelhafte und rabiate vorgehensweise diesem senator zu verdanken !!!
    aber wie heisst es so schön ?:
    wer anderen eine grube gräbt, fällt selbst hinein !
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#8 AxelBerlinAnonym
  • 12.01.2009, 10:03h
  • Antwort auf #5 von Prignitzer
  • sex auf toiletten ist in den usa auch für heteros verboten, weil es genau, wie in deutschland und anderen ländern möglicherweise eine erregung öffentlichen ärgernisses darstellt.
    mit der besonderen verfolgung homosexueller in einem totalitären oder "demokratischen'" staat hat diese gesetzgebung wenig zu tun.
    homosexualität ist in den usa legal. das muss man auch anerkennen, wenn man für dieses land keine sympathien hegt.
    zugegeben, die art der polizei, durch lockvögel und bespitzelungen sexuelle handlungen auf toiletten aufzudecken ist schäbig, aber nicht unlegal.
    im zusammenhang mit dem verbot von sex auf toiletten von unrecht zu sprechen, halte ich für sehr überzogen.
    über sex in öffentichen räumen kann man verschiedene auffassungen vertreten, aber bitte nicht in zusammenhang mit der ns-diktatur bringen.
    da läuft man gefahr, dass man nicht mehr ernst genommen wird.
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#9 gatopardo
  • 12.01.2009, 12:50h
  • Antwort auf #6 von Antichrist
  • Nun mit dieser "Schuld" in seinem Umfeld leben zu müssen, das ist wohl die eigentliche und schwerste Strafe. Ob gerecht oder nicht, diese Frage wird er sich im Laufe seines ihm noch verbleibenden Lebens
    immer wieder stellen und hoffentlich eines Tages frei entscheiden, ob er dieses Dasein vielleicht auf ehrliche Art verändern will.
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#10 ZockwockAnonym
  • 12.01.2009, 14:30h
  • So, dann werde ich jetzt erst mal ein wenig platt und polemisch:

    Craig ist in meinen Augen ein Riesenarsch, der nicht nur sein Schwulsein vertuschte, sondern auch noch zur Unterdrückung und Rechtebeschneibung Schwuler beitrug. Dass er jetzt durch eine Schwulengeschichte seine politische Karriere ins Klo gespült hat - geschieht ihm Recht. Habe ich ja mal so gar kein Mitleid.

    Auf der anderen Seite....
    Rund um den Globus herrscht immer noch eine Gesellschaft vor, die Schwulsein nicht als natürlich und normal ansieht; oft sogar als Makel, Krankheit oder religiös verwerfliche Sünde bezeichnet und ahndet - selbst in den liberalsten Ländern. Dieser - in meinen Augen perverse - menschenverachtende Zustand trägt dann auch solche Blüten wie Schwule, die sich in Scheinehen flüchten, und sich heimlich Möglichkeiten suchen müssen, um überhaupt Sex mit einem geschlechtlich präferierten Partner zu haben. Craig ist so ein Opfer geworden. Schade, dass es eine Gesellschaft gibt, durch die sich einige Menschen in dieses perverse Verhalten drängen lassen. Dass sich diese Menschen drängen lassen, dass sie zulassen, die Werte anderer über ihr eigenes freies Leben zu stellen - gerade in den westlichen Ländern, wo Homosexualität als solche straffrei ist - löst bei mir Bedauern, aber Unverständnis aus. Da greift von Praunheims Satz "Nicht der Schwule ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt".

    Trotzdem: Craig! Selber schuld! Leb damit, mach was draus!
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