Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
https://www.queer.de/detail.php?article_id=9876
Home > Kommentare

Kommentare zu:
Bundeswehr schwulenfeindlich?


#1 seb1983
  • 16.01.2009, 16:13h
  • Erstmal die erschreckende Wahrheit:
    JA es gibt schwulenfeindliche Ausbilder bei der Bundeswehr. Nebenbei: bei Kick, H&M, Aldi und BASF auch.
    Aber: Diese aufgeführten Sprüche sind VÖLLIG VERBOTEN!!! Diese Ausbilder haben MASSIV gegen Dienstvorschriften verstoßen!!
    Auch wenn es sehr, sehr schwer ist sich zu überwinden, da gibt es nur ein Mittel: Beschwerde einlegen! Es gibt keinen Beruf in dem man so umfassend geschützt ist wie als Wehrpflichtiger.
    Entweder bei einem Vorgestzen, wenn man im eigenen Zug Skrupel hat oder kein Gehör findet eine Eben höher, und wenn das nicht hilft: Direkt an den Wehrbeauftragen schreiben, die Adresse findet sich in jeder Stubenmappe. Spätens wenn der dann per Hubschrauber einfliegt (ein Freund durfte das mal im Standort erleben) kracht es richtig!!
  • Antworten » | Direktlink »
#2 PrignitzerEhemaliges Profil
  • 16.01.2009, 17:34h
  • Antwort auf #1 von seb1983
  • Die Behauptung, es gäbe keinen Beruf, in dem man so umfassend geschützt wäre wie als Wehrpflichtiger, ist rundweg falsch, wie mehr als ein Skandal, und nicht in Sachen Homophobie, innerhalb der Bundeswehr inzwischen belegt hat. Und daran hat bisher auch kein noch so engagierter Wehrbeauftragter etwas zu ändern vermocht. - Wer wie Du diese jetzt zur Sprache gekommene Angelegenheit abtut, kann nur mit Scheuklappen durch die Bundeswehr-Welt herumlaufen oder eine "Netzbeschmutzer"phobie haben.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #1 springen »
#3 DerBastiAnonym
  • 16.01.2009, 18:54h
  • "80cm Abstand, 79cm ist schwul und 81 Fahnenflucht!" Ich habe auch meinen gwd beim Bund abgeleistet. Hab nie raushaengen lassen dass ich schwul bin und keine Probleme. Ein Kumpel (der offensichtlich) schwul war hat auch keine Probleme waehrend seiner Wehrdienstzeit gehabt. Na klar gibts da deftige Sprueche - gerade auch bei der Marine. Ich empfehle allen die Ü18 sind mal nach "Marine Weckspruechen" zu googeln. Da gehts ueber Heterosex und Morgenlatten heftig zur Sache.

    Aehnlich haeufig wie vielleicht "Schwuchtel" oder "Schwul" negativ gebraucht wird, sooft sind auch alle Frauen Schlampen und und und... Das das nicht toll ist, ist klar. Die BW versucht auch dagegen zu gehen. Aber man muss sich vor Augen halten, dass da ein Haufen Jungs um 17 bis 19 auf grossem Abenteuerzeltlager sind. Da gehts auf einem Jugendausflug oder Skifreizeit von den meisten Sportvereinen erfahrungsgemaess aehnlich hoch her. Ausserdem stammen die Ausbilder haeufig aus den unteren Bildungsschichten, sind ebenfalls relativ jung und dann teilweise seitdem sie 17 oder 18 sind dabei. Die kennen gar nichts anderes weil sie eben permament in dem Umfeld sind. Das soziale Klima mildert sich deutlich ab, wenn Frauen in der Einheit sind - dann lassen die meisten die deftigsten Sprueche.

    Bei Uebertretung von Grenzen (Schikanierung und sexuelle Belaestigung) muss klar ein Schlussstrich gezogen werden. Aber wenn man hoert wie oft "Schwul" oder "Schwuchtel" ueber Schulhoefe (Gymi bis Haupt) hallen, dann sag ich nur: " Spiegelbild unserer Gesellschaft". Nicht besonders offen aber auch nicht super tolerant.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 DerBastiAnonym
  • 16.01.2009, 19:01h
  • Zumindestens muss man als normaler Wehrpflichtiger keinen Angst um seinen Job haben - dementsprechend ist man schon geschuetzt. Man kann bei offensichtlichen Schieflagen ziemlich viel Radau machen und zwar bis in sehr hohe Fuehrungsetagen. Dann wird man entweder Wegversetzt oder sogar freigestellt. Ich wuerde auch jedem Betroffenem raten das zu tun. Wer misshandelt wird oder schikaniert (egal ob schwul oder nicht) soll moeglichst den Vorgesetzten vom Kompaniefuehrer bis zum Kasernenchef seine Situation schildern. Die haben in der Regel mehr Angst um ihren sicheren Beamtenjob und die naechste Befoerderung, als dass sie einen "Skandal" riskieren wuerden.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 AbendlandbewohnerAnonym
#7 hwAnonym
  • 16.01.2009, 19:35h
  • Antwort auf #3 von DerBasti
  • du warst auch nie kriminell, per se ???
    schulhof ? gymi ???

    text zum grundstudium sozialwissenschaften 2009:

    "...als abweichendes verhalten in diesem sinne gilt in erster linie kriminalität, aber auch alkoholismus und illegaler drogenkonsum, geisteskrankheit, suizid, homosexualität, prostitution u.a....
    ...suchtverhalten kann, muss aber nicht stafbar sein,
    und geisteskrankheiten,
    suizid,
    homosexualität und prostitution
    stellen in der bundesrepublik nicht per se einen
    gesetzesbruch dar.

    ...einige abweichler haben mitleid zu erwarten, andere verbreiten
    angst oder werden verachtet..."

    quelle:
    hermann korte, berhard schäfer (hrsg.)
    einführung in die hauptbegriffe der soziologie
    6., erweiterte auflage
    leske+budrich, opladen 2002
    Lektion VI
    abweichendes verhalten und soziale kontrolle
    rüdiger peuckert
    I. einführung
    1.1. definition zentraler begriffe
  • Antworten » | Direktlink » | zu #3 springen »
#8 maciicxProfil
  • 16.01.2009, 19:38hpnkw
  • Antwort auf #1 von seb1983
  • ich hab noch einen: "woran erkennt man einen schwulen sani?"

    öhm ja, bei kik und aldi und h&m gibt es vielleicht auch leute mit homophoben aussprüchen, das pack ist ja überall. aber nirgends sonst steht man dem so unausweichlich über und nirgendwo sonst geschieht es so...standardisiert, den verboten zum trotz.

    das "weniger ist schwul, mehr ist fahnenflucht" kenne ich auch, und das ist teil des eigentlichen, hässlichen gesichts des militärs, und da hilft kein hubschrauber der geflogen kommt im peinlichen versuch eines weltfremden da oben, der realität da unten das gewünschte idealbild überzustülpen. wenn's kracht ist an dem betreffenden standort vielleicht für eine weile ruhe, aber wirklich was ändern wird sich so nicht...
  • Antworten » | Direktlink » | zu #1 springen »
#9 darkon
  • 16.01.2009, 19:41h
  • Sehr obskurer offener Brief.

    Das was er fordert existiert bereits.
    Derartige Sprüche sind schon seit Jahren nicht erlaubt. Jeder Soldat (egal ob Wehrpflichtiger oder nicht) kann und soll sich bei solchen Vorgesetzten beim nächsthöheren Vorgesetzten beschweren und dann wird entsprechend dagegen vorgegangen.

    Zum anderen sind die als Beispiel gebrachten Sprüche schlicht und ergreifend harmlos.
    Da gibt es auf jedem Grundschul-Schulhof härtere Sprüche zu hören...wie hat sein Klient denn die Schule überlebt? Wie schafft er es im Alltag zurecht zu kommen, wenn er wegen ein paar dummer Sprüche schon nach 2 Wochen in ärztliche UND psychologische Behandlung muß?
    Sorry, aber da hat der Klient ein ganz generelles Problem und nicht nur mit der Bundeswehr.

    Homophobie muß bekämpft werden, aber das ist schlichtweg übertrieben.
    Nicht jeder dumme Spruch ist gleich "homophob". Sonst müsste der Herr sexualpädogische Berater auch gleich queer.de mit einem Brief behelligen wegen des Veröffentlichens von (meist schlechten) Schwulenwitzen.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 maciicxProfil
#11 seb1983
#12 FloAnonym
  • 16.01.2009, 21:49h
  • Ja, ich bin Zeitsoldat beim Bund und schwul.
    Ja, auch ich war schon aus Ausbilder eingesetzt.

    Dass der Umgangston beim Bund oft rau ist, will ich gar nicht bestreiten. Dass ein Rekrut so unter seinen Ausbildern zu leiden hat wie im angesprochenen Fall ist für mich schlicht unvorstellbar.

    Ein solches Verhalten ist schlicht verboten und wird bei Meldung an der Diziplinarvorgesetzten härtestens bestraft.
    Zwei Beispiele aus meiner Einheit:
    - Disziplinarstrafe von 500,- EUR für den hier viel zitierten Satz mit dem Marschabstand.
    - Disziplinararest für einen Kameraden über den sich zum zweiten mal eine Rekrutin beschwert hatte. Auslöser der Spruch: "Euer Blick ist gerade aus, auch wenn der Himmel voller Mösen hängt."

    Der Ton bei der Bundeswehr ist nicht immer der beste, hat sich aber in den letzten Jahren deutlich gewandelt.
    Auffällig ist aber der Ton der Rekruten untereinander. Der entspricht dem, was man bei 18-20jährigen Männern (leider) erwartet. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass das bei einem Autohersteller am Band besser ist.

    Übrigens einen Soldaten, der im Unterricht eingeschlafen ist, aufstehen zu lassen zählt disziplinarrechtlich bereits als körperliche Züchtigung gewertet und ebenfalls entsprechend geandet.
  • Antworten » | Direktlink »
#13 stromboliProfil
#14 GerdAnonym
  • 17.01.2009, 15:57h
  • Der Grundwehrdienstleistende sollte dringend Beschwerde einlegen. Solche Sprüche sind schon seit Jahren mit den Reformen unter Verteidigungsminister Struck verboten, und es gibt eindeutige Dienstanweisungen diesbezüglich.

    Jeder Soldat oder jeder Grundwehrdienstleistende sollte daher den Weg der Beschwerde beschreiten und die jeweiligen Ausbilder werden entsprechend gerügt und disziplinarrechtlich gemaßregelt.

    Gleichwohl es ist schon richtig, wenn der Grundwehrdienstleistende an die Öffentlichkeit geht, denn hierdurch erhöht sich der Druck auf die jeweiligen Ausbilder, denn deren Verhalten schadet massiv dem Ansehen der Bundeswehr.

    Also Beschwerde einlegen !!!
  • Antworten » | Direktlink »
#15 alexander
  • 18.01.2009, 07:37h
  • wo sind die zeiten geblieben, als man nach spiessrutenlaufen mit sehr viel zivilcourage "den dienst an der waffe" verweigergerte ?
    aber ? wir befinden uns ja auch nicht im krieg !
  • Antworten » | Direktlink »
#16 seb1983
#17 alexander
  • 18.01.2009, 18:47h
  • # 16. seb 1983
    danke, du wirst wohl recht haben, ich bin 32 jahre älter als du und habe nicht den altersmässigen bezug zur bundeswehrrealität, aber die politische (heutige) selbstverständlichkeit, mit der damit von staat und medien umgegangen wird, missfällt mir ausserordentlich, denn hier werden deine prozentzahlen nicht einmal erwähnt.
  • Antworten » | Direktlink »
#18 stromboliProfil
  • 19.01.2009, 10:06hberlin
  • Antwort auf #17 von alexander
  • den demoskopischen wandel sieht man daran , dass polizei und bundeswehr in umfragen unter heranwachsenden an 2ter-3ter stelle im berufswunsch stehen.
    Was nichts über die soziale verankerung der "ordnungsmächte" in unserer demokratie sagt; eher was über die sinneskrise, angesichts der uns umgebenden KRISEN!

    Und wir erleben einen erstmaligen wandel hin zu militärischer akzeptanzen seit 1945!
    Teil unserer, nicht aufgearbeiteten, "wiedervereinigung" die uns vom "nie wieder krieg" hin zum "demokratie am hindukusch verteidigen" mutieren lässt.

    Spießrutenlaufen: die bedingungen haben sich verändert: personalbedarf orientiert sich am "verteidigungsauftrag" und an den technischen neuerungen der militärplanung. Eigentlich ist der "wehrdienst " ein anachronismus da kein personalbedarf in diesem 12-18 monatigem zwangsdienst mehr vorhanden. Deshalb auch der wegfall des spießrutenlaufens! Und sie füllen weiterhin die lücken der sozialdienste, ausgedünnt durch staatlich kürzungen im sozialbereich.
    Ich würd mir mal die reaktion des staates ansehen wollen, gäbe es das wirkliche "spießrutenlaufens" der TOTALVERWEIGERUNG!
  • Antworten » | Direktlink » | zu #17 springen »
#19 alexander
  • 19.01.2009, 10:24h
  • #18. stromboli
    du hast es sehr gut auf den punkt gebracht, ich hatte in diesem zusammenhang völlig vergessen, dass heute kein sozialer dienst ect. mehr ohne "zivis" aufrechtzuerhalten wäre ! und auch das nur sehr unzureichend, wie ich aus eigener erfahrung weis.
  • Antworten » | Direktlink »
#20 queer denkenAnonym
  • 19.01.2009, 18:02h
  • Och, ich denke mal das bei der BW nicht nur Homophobie eine Rolle spielt, sondern auch alltäglicher, mal latenter, mal brutaler Rassismus.

    Zumal doch eine armee ohne Klischees und feindbilder ziemlich überflüssig wäre, oder?

    @seb1983: Auch wenn diese Dinge verboten sind - wer hindert sie daran? Wären die Vorgänge in Coesfeld nicht bekannt geworden, würde es dann nicht heute noch genauso laufen? Oder das mit dem Ausbilder der dem Soldaten befahl auf imaginäre "nigger" zu schießen?

    de.youtube.com/watch?v=hcoGjK7cx6k

    Glaubst Du ernsthaft, das während der Auslandseinsätze nicht auch mit massivem rassismus umsich geworfen wird und das der, der dabei aus welchem grund auch immer nicht mitmachen will dann auch als schwuchtel gilt?
  • Antworten » | Direktlink »
#21 seb1983
  • 19.01.2009, 19:38h
  • Antwort auf #18 von stromboli
  • Selbst das Argument mit den dringend benötigten Zivis ist inzwischen fast hinfällig: In dem Maße in dem die Zahl der überhaupt gezogenen Männer einbricht fällt auch die Zahl der Zivis. Inzwischen sind soziale Einrichtungen größtenteils auf Fachkräfte angewiesen.
    Weiteres Problem: Der Zivildienst dauert inzwischen wie der Wehrdienst nur noch 9 Monate. Zivis brauchen aber eine qualifizierte Ausbildung, das berühmte "Arsch abwischen" darf keiner mal einfach so machen, wer mit Menschen in Krankenhaus, Altersheim etc. arbeiten darf muss erst umfangreich geschult werden, das kostet Geld. Bei nur 9 Monaten Dienstzeit wird das schnell zur Milchmädchenrechnung.
    Daher: Abschaffen, junge Männer 1 Kahr früher in Ausbildung und Studium bringen!

    @queer denken

    Wo kein Kläger, da kein Richter. Solche Zustände dauern so lange an wie sich niemand dagegen wehrt. Das Problem sind oft sogar weniger die Ausbilder sondern die Wehrpflichtigen, die ja grade mit solchen Erwartungen zur Bundeswehr gehen.
    Aber selbst du als 18 jähirger Wehrpflichtiger hast es in der Hand (und übrigens sogar die Pflicht!!) solche Zustände zu beenden!
    Dazu geben dir Grundgesetz und Soldatengesetz die Macht! Der Bürger in Uniform.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #18 springen »
#22 stromboliProfil
#23 GewerkschafterAnonym

» zurück zum Artikel