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Homo-Aktivisten setzen – wie viele andere Gruppen – große Hoffnungen in den neuen US-Präsidenten Barack Obama, der am Dienstagnachmittag (deutscher Zeit) seinen Amtseid ablegt hat.

Von Dennis Klein

Am Sonntag hat der schwule Bischof Gene Robinson zu den Feierlichkeiten der Amtseinführung von Barack Obama am Lincoln-Denkmal gesprochen. Der Obama-Fan bat dabei den lieben Gott auch um Einsicht bei Homo-Rechten: "Segne uns mit Zorn – Zorn auf Diskriminierung – zu Hause und im Ausland – gegen Flüchtlinge und Einwanderer, Frauen, Farbige, Schwule, Lesben und Transsexuelle". Die Rede, die von konservativen Kommentatoren als "spaltend, wie erwartet" ("Union Leader") bezeichnet wurde, sorgte auch unter Schwulen und Lesben für Aufruhr: Sie wurde nicht vom live übertragenden Sender HBO ausgestrahlt. Mitarbeiter des Pay-TV-Kanals beschwerten sich, die schlechte Organisation des Obama-Teams hätte eine Ausstrahlung verhindert. Inzwischen sagten die Organisatoren zu, dass die Rede auf Großleinwänden vor dem Amtseid am Dienstag gezeigt werde. Hierzu wurden zwei Millionen Besucher in der US-Hauptstadt erwartet.

Youtube | Obama über Homo-Ehe im schwul-lesbischen TV-Sender Logo

Der Zwischenfall zeigt, wie nervös die Mannschaft um den neuen Präsidenten ist. Obama versucht es derzeit allen Recht zu machen; und musste daher auch Kritik von Homoaktivisten einstecken, als er mit Rick Warren den konservativen Pfarrer einer "Mega-Church" zu seinem Hauptprediger bei der Amtseinführung machte – Warren ist ein ausgesprochener Schwulenhasser, der Homosexualität schon mal mit Pädophilie vergleicht (queer.de berichtete).

Tatsächlich schlingert sich Obama ein wenig bei Homo-Themen durch, um von möglichst vielen geliebt zu werden: Er sagte, er werde sich dafür einsetzen, dass die Antidiskriminierungsgesetze endlich bundesweit für das Merkmal sexuelle Orientierung gelten solle, dass Schwule und Lesben endlich offen im Militär dienen können und dass Hassverbrechen künftig härter bestraft werden sollen. In all diesen Punkten gibt es eine Mehrheit in der Bevölkerung, wie auch für Eingetragene Partnerschaften. Allerdings betont Obama stets, dass er die Ehe für eine Verbindung zwischen Mann und Frau hält. Zwar hat der 47-Jährige in der Vergangenheit noch ganz anderes gesagt. So hat er 1996 bei seiner Bewerbung um einen Senats-Sitz von Illinois versprochen: "Ich trete für die gleichgeschlechtliche Ehe ein und werde Versuche, diese für ungültig erklären zu lassen, bekämpfen". Doch davon will er nun nichts mehr wissen.

Youtube | Der Streit um Rick Warren im Nachrichtensender MSNBC

Er wäre wahrscheinlich nicht Präsident geworden, wenn er sich für dieses Thema eingesetzt hätte, glauben viele Analysten. Denn die so genannte "Unverletzlichkeit der Ehe", also die Weigerung, gleichgeschlechtliche Paare heiraten zu lassen, ist in den USA wie etwa die Frage der Todesstrafe für viele Wähler wahlentscheidend, Kompromisse werden nicht akzeptiert. Eine deutsche Entsprechung wäre etwa das Thema Kündigungsschutz: Auch hier diskutieren die Parteien aus Angst vor dem Wähler lieber nicht so genau über eine Änderung, auch wenn die aktuelle deutsche Regelung im internationalen Vergleich eine skurrile Ausnahmeerscheinung ist, die im Ausland oft kopfschüttelnd belächelt wird.

Obama zeigt sich allerdings betont offen. So hat er mehrere Schwule und Lesben – wenn schon nicht zu Ministern – zu hohen Beamten ernannt. In den nächsten Monaten muss er zeigen, ob er die Gesetzesvorhaben für Homosexuelle durch die Parlamente bringen kann. Wahrscheinlich wird er aber zunächst einmal die Homo-Aktivisten um Geduld bitten: Denn wegen der Finanzkrise werden Antidiskriminierungsgesetze und Co. zunächst nicht ganz oben auf der Agenda stehen.

Youtube | Obama redet über Abtreibung und Homo-Rechte im christlichen Kanal CBN


#1 hwAnonym
  • 20.01.2009, 13:18h
  • eigentlich gut, da so an promineterer stelle und
    spannender erwartet. skandälchen haben aufmerksamkeiten noch nie geschadet.
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#2 hwAnonym
  • 20.01.2009, 13:26h
  • Antwort auf #1 von hw
  • lol

    fehlende buchstaben auch nicht !

    obama hat vor einigen tagen schon sein spirituelles bekenntnis abgelegt:

    er hält bin laden für den staatsfeind Nr. 1 !

    mal sehen, wer tüchtig was für tut.
    schon heute ? morgen ?

    solche sorgen müßte man haben, in solchen zeiten....
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#3 hwAnonym
  • 20.01.2009, 15:41h
  • "Von Barack Obama wird eine Neuauflage des New Deal erwartet, und er selbst will in die Fußstapfen von Abraham Lincoln treten. Der neue US-Präsident sollte auch einen Blick auf die Kulturpolitik von Franklin D. Roosevelt werfen, wenn er wirklich etwas bewegen will......
    ..... Zur Aufmunterung hier noch ein Zitat von Alan Lomax, der in den 30ern für die „Special Skills Division“ des Landwirtschaftsministeriums gearbeitet hat:

    „Der New Deal war die Zeit, als die Amerikanische Revolution noch einmal von vorn anfing. Es ging nicht nur darum, irgendwie mit der Wirtschaftskrise fertig zu werden, es ging darum, mit all den Problemen fertig zu werden, die wir in den hundert Jahren zwischen der Zeit der Amerikanischen Revolution und damals angehäuft hatten, durch Eigennutz und Gier..."

    www.heise.de/tp/r4/artikel/29/29565/1.html
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#4 GerdAnonym
  • 20.01.2009, 16:00h
  • Mit Barack Obama können homosexuelle Menschen in den Vereinigten Staaten zu Recht gesetzliche Verbesserungen im Antidiskriminierungsrecht auf Bundesebene, beim Militär und bei den Eingetragenen Partnerschaften erwarten. Das wird sicherlich in den kommenden vier Jahren jetzt kommen. Beim Thema "Eheöffnung" hingegen wird es schwierig und vielleicht sollten die Demokraten den Weg Deutschlands in dieser Frage gehen.

    Die Eheöffnung haben wir auch immer noch nicht, aber mittlerweile sind die Rechte und Pflichten homosexueller Paare mittlerweile soweit ausgebaut (durch die verschiedensten Reformen und Anpassungen der letzten Jahre), dass es "fast" nur noch um die symbolische Umbennennung "Ehe" geht. In Deutschland fehlt es doch "nur noch" im Vergleich zur Ehe um die Rechte homosexueller, verpartnerter Beamte und Freiberufler sowie um die steuerliche Behandlung der Eingetragenen Lebenspartnerschaft (insbesondere im Einkommenssteuerrecht). Der Rest ist doch bereits "geschafft".

    Ich traue Barack Obam da sehr viel zu, insbesondere da er zudem über eine so große Mehrheit in Senat und Repräsentantenhaus verfügt.
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#5 VolumeProProfil
  • 20.01.2009, 16:18hMönchengladbach
  • Obama ist immer noch ein Politiker und was von dieser Berufsgruppe zu erwarten ist, brauch ich ja hier nicht im Einzelnen aufzuführen.
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#7 hwAnonym
  • 20.01.2009, 17:04h
  • Antwort auf #5 von VolumePro
  • im prinzip schon.

    obama hat sich jetzt schon mal um die pressefreiheit verdient gemacht.

    die vierte gewalt hat es nach 9/11 alleine nicht fertig gebracht.

    redaktionbüros wurder zu kopistenstuben des
    nationalen glaubens, der texte und analysen der bush-junta. wöchentlich schlugen die quassams der desinformation in den mainstrema ein.
    kopisten fast klösterlich, embedded
    aber z.t. fürstlich. korrumpieren geht so.

    es ist zwar vorgänglich traurig, aber es ist wieder mehr "erlaubt". man darf nicht nur mal etwas anders denken, man darf es vermehrt auch wieder drucken. so scheint es bisher.

    der obama-hype war der gänzliche durchbruch.
    gut, die ökonomische und ideologische brachialblamage der neocons und neolibs bei ihren projekten für alle möglichen centuries, war natürlich ursächlich.

    die zahlen habenden
    entschieden sich für obama. aus innen-, wie ausssenpolitischen gründen.
    ganz genau genommen blieb ihnen für das kommende auch gar nichts anderes übrig,
    als diese rolle einem solchen zu geben.
    (400 Mill. $ Obama / 100 Mill. McCain)
    nun wird man sehen, wie sich die brigaden der blamierten als heckenschützen gegen den anderen teil des us-kapitals formieren,
    den der obama unterstützt.

    wenn er was bewegen will, braucht er das drohende ungemach von unten und der seite,
    damit die oben das geld geben für seine vielleicht intelligenteren lösungen.

    netzwerke von aktiven und kampagnenfähigen sind da notwendig, nachdem auch in den usa der freie journalismus ökonomisch erdrosselt wurde und wird.

    wirtschaftskrisen=werberückgänge=
    entlassungen.
    da wird die mainstreammeinung zur daseinsvorsorge,
    auch weil der mitbewerber auf einen neuen job
    anschwärzen kann.
    nicht mit drucker-, eher mit duckerschwärze.

    auch in deutschland.

    es ist nicht anzunehmen, das anne will sehr kurzfristig ihre obama-sendung absagt, wie letztens ihre palästina-sendung, zugunsten eines milliardärs, der einen regionalzugführer zwang
    ihm das leben zu nehmen und andere arbeitnehmer die folgen seines handelns.

    außerdem gefällt mir das treiben des politikers volker beck, sehr sehr gut. auch er weiß, was er zu sagen hat, um gewicht zu halten, auch das ist eine diät.

    und jetzt guck ich fern....
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#8 SaschaEhemaliges Profil
  • 20.01.2009, 22:29h
  • Mit der Amtseinführung Barack Obamas ist nun auch die Seite des Weißen Hauses aktualisiert worden, und sie bietet unter dem Stichwort "Bürgerrechte" eine detaillierte Auflistung der homopolitischen Ziele von Obamas Regierung, oder besser: Homo-Politik ist DER zentrale Inhalt der Seite zu "Bürgerrechten"!

    www.whitehouse.gov/agenda/civil_rights/

    Eines kann man immerhin schon jetzt sagen: Noch nie hat ein US-Präsident und vermutlich auch kein anderer Regierungschef in der Welt an so prominenter Stelle so klare Worte zur Gleichberechtigung von Homosexuellen gefunden!

    Und insbesondere die liebe "S"PD, die auf ihrer mit großem Hype angekündigten neuen Homepage NICHT EIN EINZIGES Wort über Homo-Rechte und die Gay Community verliert (und selbst bei den Grünen köchelt das Ganze auf Sparflamme), sollte sich angesichts eines solch herausragenden Beispiels progressiver politischer Artikulation in Grund und Boden schämen!
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