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Der US-Biografiefilm "Milk" über den charismatischen offen schwulen Politiker Harvey Milk ist am Donnerstag für acht Oscars nominiert worden, darunter auch in den wichtigsten Kategorien.

Die Academy nominierte die 15 Millionen Dollar teure Produktion als besten Film sowie Gus van Sant als besten Regisseur. Außerdem kann sich Sean Penn Hoffnung auf seinen zweiten Oscar als bester Hauptdarsteller machen. Er hat bereits 2003 einen Academy Award für den Film "Mystic River" gewonnen. Erstmals nominiert ist Josh Brolin als bester Nebendarsteller. Der 40-Jährige spielt in "Milk" den Stadtrat Dan White. Außerdem gab es Nominierungen für das Drehbuch, Kostüme, Schnitt und Musik.

"Milk" tritt damit in die Fußstapfen von Ang Lees Hitfilm "Brokeback Mountain", der 2006 ebenfalls für acht Oscars nominiert wurde und schließlich drei gewann (queer.de berichtete). In dem Biografie-Film wird gezeigt, wie Harvey Milk Anfang der 70er Jahre von New York nach San Francisco zieht und dort ein Fotogeschäft mit seinem Partner eröffnet. Als Aktivist setzt er sich für Homo-Rechte und kämpft etwa gegen homophobe Volksabstimmungen. Auch auf sein kompliziertes Privatleben wird eingegangen. Harvey Milk ist vor allem bekannt, weil er 1977 als erster offen schwuler Kandidat in ein öffentliches Amt gewählt wurde; er wurde Stadtrat von San Francisco. Nach nur elf Monaten im Amt wurde er erschossen.

Youtube | US-Trailer

Ebenfalls für den Oscar nominiert wurde der genau vor einem Jahr an einer Überdosis Medikamente verstorbene Schauspieler Heath Ledger für seine Darstellung des "Joker" in "The Dark Knight". Er tritt posthum gegen Josh Brolin als bester Nebendarsteller an. Sein größter Karriereschub war die von Kritikern gewürdigte Darstellung des Cowboys Ennis del Mar in "Brokeback Mountain".

Die meisten Nominierungen, insgesamt 13, erhielt "Der seltsame Fall des Benjamin Button" mit Brad Pitt und Cate Blanchett in den Hauptrollen.

Die Oscars werden am 22. Februar in Hollywood verliehen. Weltweit übertragen TV-Stationen das Großevent live. In Deutschland hat in den letzten Jahren Pro Sieben die Show in der Nacht vom Sonntag auf den Montag ausgestrahlt.

In den deutschen Kinos läuft "Milk" am 19. Februar an. (dk)

Galerie:
Filmszenen aus 'Milk'
13 Bilder


16 Kommentare

#1 Rabauke1976Anonym
  • 22.01.2009, 17:36h
  • Gaenialer Film. Ich rechne, neee ich sage, daß der Film 5 Oscars kassieren wird. Das ist Kino, was, welches um den Erdball gehen wird! Brilliant!
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#2 MalteAnonym
  • 22.01.2009, 18:07h
  • Clip, Bilder und Beschreibungen sehen sehr vielversprechend aus!! Ich freue mich schon, wenn er endlich hierzulande ins Kino kommt und werde ihn mir auf jeden Fall ansehen!
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#3 bananasEhemaliges Profil
  • 22.01.2009, 19:23h
  • Um es vollständig zu machen. Als bester ausländischer Film wurde u.a. "Der Baader Meinhof Komplex" (D) nominiert.
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#4 SteffenAnonym
#5 SaschaEhemaliges Profil
  • 22.01.2009, 21:34h
  • Na, dann hoffen wir mal, dass die Academy nicht wieder wie 2006 in letzter Minute von ihrer eigenen Fortschrittlichkeit erschreckt (oder von der Homophobie einiger Akadamiemitglieder eingeholt) wird und der Film selbst am Ende wieder nicht den Oscar bekommt.

    Da es sich aber bei dem vorliegenden Film weniger um die Darstellung schwuler Romantik, Liebe, Zärtlichkeit und Partnerschaft handelt, sondern um eine historische Abhandlung, besteht vielleicht sogar Hoffnung?! Schließlich sind schwule Männer in den Medien höchstwillkommen, wenn sie entweder den Exoten geben oder solange ihre Sexualität und Liebe nicht thematisiert bzw. gezeigt wird.

    Die Chance, ein weltweit beachtetes Zeichen für die Gleichwertigkeit schwuler Liebe und Partnerschaft zu setzen, hat die Academy jedenfalls schon 2006 sang- und klanglos verstreichen lassen!
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#6 BryanAnonym
  • 22.01.2009, 22:14h
  • Leider wird "Milk" keine Chance haben, den Oscar als Bester Film zu gewinnen. "Slumdog Millionaire" ist klarer Favorit und wird die Top-Oscars abräumen. "Milk" hat aber sehr gute Chancen in den Kategorien Bestes Originaldrehbuch und Bester Schauspieler. Hier wirds ganz eng werden zwischen Sean Penn und Mickey Rourke ("The Wrestler").
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#7 DragonWarrior
  • 23.01.2009, 07:38h
  • Antwort auf #5 von Sascha
  • @ sascha

    ich habe damals mal versucht die bewegungsbrille abzusetzen und filme zu schauen. zu prüfen, wie sehr sie mich berühren und einen eindruck hinterlassen. habe mir extra noch LA CRASH, den ich im kino verpasst hatte, auf dvd besorgt und ihn zuhause geschaut - bei meinem kleinen fernseher eher ein handicap. brokeback mountain hatte ich vorher im kino gesehen...
    großes kino, zweifelsohne... aber schon im kino hab ich irgendwann gesessen und gedacht: ich hab jetzt genug landschaftsaufnahmen gesehen... und die ganzen dargestellten konflikte waren mir persönlich insbesondere in der schwulenfeindlichkeit zu weichgespült. wir deutschen hatten den vorteil, heath ledger synchronisiert zu bekommen... vorteil deshalb, weil ich ihn im original auf der dvd kaum verstehen kann - und ich schau filme fast immer im originalton und muss mir keine sorgen um mein englisch machen - er nuschelte einfach, vermutlich zur rolle passend, aber über's maß hinaus... und sorry, es als homophobe entscheidung zu werten, dass er nicht ausgezeichnet wurde zeugt von kompletter ahnungslosigkeit, da der oscar an philip seymour hoffman ging, der den - ebenfalls schwulen - truman capote spielte. das capote ein ziemlicher kotzbrocken gewesen sein muss ist nicht der academy vorzuwerfen, wie philip seymour hoffman ihn gespielt hat, war ne absolute glanzleistung.
    insofern ist er für josh brolin dieses jahr garantiert ein harter gegner - wobei ich MILK noch nicht gesehen habe, heath ledger den joker aber wirklich herausragend gespielt hat .

    den oscar für den besten film jedenfalls hat LA CRASH absolut verdient gewonnen, von mir hätte er sogar noch den für die beste regie bekommen. dieser film - bei weitem mehr thematisierend als die "rassenproblematik" (ein zitat aus den damaligen zeitungen) - ist ein absolutes meisterwerk, das ich wieder und wieder gesehen habe, das mich von der ersten bis zur letzten sekunde gefesselt hat und mich deutlich tiefer angerührt hat, wie BROKEBACK MOUNTAIN, ein film in dem das tempo stimmt, der jede sekunde die leinwand füllt.
    es ist eine geschichte über die brillen, die wir alle tragen, filtern gleich... über die art und weise, wie sie uns den blick auf das verstellen, was uns eint und das betonen, was uns trennt. es ist ein film über den preis der vorurteile, die WIR ALLE haben und den WIR ALLE zahlen... darüber, wie wir uns alle gegenseitig aus unachtsamkeit, verbohrtheit, voreingenommenheit immer weiter in die abwärtsspirale schieben...
    ich konnte die etscheidung nachvollziehen als sie fiel... selbst als ich mir mein bewegungsmäntelchen wieder anzog und die bewegungsbrille wieder aufsetzte...

    es geht in der oscar nacht darum, das filme bewertet werden. so soll es sein. und weder in die eine, noch in die andere richtung sollte daran gedreht werden.
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#8 SaschaEhemaliges Profil
  • 23.01.2009, 08:33h
  • Antwort auf #7 von DragonWarrior
  • Ach herrje, angesichts dessen, was du unter "Bewegungsmäntelchen" oder überhaupt "Bewegung" verstehst, nämlich die durch und durch gescheiterte Anbiederungs- und Sich-gleichschalten-lassen-"Strategie" deiner gepriesenen deutschen Verbandsfunktionäre (kleiner Hinweis: Obama hat zumindest bislang vorgemacht, wie Veränderung wirklich funktioniert, nämlich von unten nach oben!), wundert mich auch deine Einschätzung in Sachen Brokeback Mountain nicht.

    Offenbar ist dir völlig entgangen (und vielleicht auch sch...egal), wie fundamental wichtig eine deutlich stärkere Präsenz schwuler Liebe, Zärtlichkeit und Partnerschaft in unseren aggressiv heteronormativen Medien wäre, gerade zur Schaffung neuer Freiräume im Empfinden junger Männer! Daher hätte das ach so fortschrittliche Hollywood (wo komischerweise ja auch im Jahr 2009 die meisten Schwulen weiterhin ein "ungeoutetes" Dasein fristen) hier weltweit einen wichtigen Beitrag leisten können.

    Na ja, immerhin haben die USA jetzt einen Präsidenten, der nicht zuletzt aufgrund der aktiven Einflussnahme einer starken, vielfältigen Grassroots-Homo-Bewegung schon am ersten Tag seiner Amtszeit so deutliche Worte und einen so deutlichen Maßnahmenkatalog an so deutlicher Stelle gefunden hat wie kein anderer Spitzenpolitiker bzw. Regierungschef (außer vielleicht Spaniens Zapatero) vor ihm!
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#9 DragonWarrior
  • 23.01.2009, 10:57h
  • @ sascha

    das übliche gepolter, das glänzend darüber hinweggeht, dass von dir außer hier bei queer.de in der schwulen öffentlichkeit nichts wahrzunehmen ist - was ich durchaus schade finde, denn die bewegung braucht kluge und streitbare köpfe...

    Obama hat einen wahlkampf geführt... ich schätze ihn sehr, bewundere ihn für seine rethorischen fähigkeiten, und finde seine fähigkeiten, die jeweilige sachlage aus anderen als seiner eigenen perspektive zu analysieren um "gegner" ins boot holen zu können herausragend.
    aber schau genau hin, was er getan hat mit der berufung von Rick Warren... er hat einen ausgleich gesucht, anstatt ein bestimmtes programm voll durchzuziehen... genau diese fähigkeit, sascha, die fähigkeit, kompromisslösugen zu suchen und zu akzeptieren (um dann weiterzuarbeiten daran, dass es mittel- bis langfristig eben nicht bei diesen kompromissen bleibt), die geht dir anscheinend noch komplett ab... du hast recht, alle anderen sind zu blöd, die zusammenhänge zu sehen, zu machtgeil oder sonstwas... du scheinst unfähig zu sein, kompromisse zu akzeptieren - etwas was obama auf seinem weg ins weiße haus hundertfach gemacht haben wird... immerhin mäßigst du dich in letzter zeit im ton und beginnst zu differenzieren - etwa in der frage der religion/ihrer vertreter/anhänger.

    mir ist keineswegs entgangen (eine deiner beliebten rhethorischen unterstellungen, die ich hiermit zurückweise, sascha ), dass wir eine "deutlich stärkere Präsenz schwuler Liebe, Zärtlichkeit und Partnerschaft" in den medien brauchen, die ich vielleicht noch heteronormativ sehen kann, aber nicht "aggressiv" auf das ergebnis hin "wir erziehen zu heterosexualität und familie" -

    (kleiner einschub: genau das bekam ich 1981 noch von der damaligen bezirksregierung hannover mitgeteilt, als sie meine beschwerde gegen das verbot eines plakates für die schwullesbische schülergruppe an meiner schule abwiesen. schon in der schule hab ich gesicht gezeigt und außeinandersetzungen nicht gescheut. - über das verbot berichtete dann die vor dem schulgelände verteilte schülerzeitung woraufhin ich fast von der schule flog - mittlerweile hat sich da zumindest in den bildungsaufträgen und lehrpläne einiges getan, das problem ist nur, dass es nicht genügend umgesetzt wird, was in erster linie an den lehrerInnen selber liegt.)

    - sondern eher unbedarft im sinne von "an homosexualität als thema nicht per se interessiert", weil sie nicht erzieherisch wirken wollen, sondern geld verdienen, mit stories von denen sie das gefühl haben, dass sie die massen ansprechen. und ich glaube da kommt MILK jetzt genau zur richtigen zeit, denn er und obama haben in ihrer visionären und inkludierenden art viel gemeinsam... das ist gerade ein thema... das ist gerade die veränderung, die vielleicht auch harvey milk herbeigeführt hätte, wenn er nicht erschossen worden wäre...

    und jepp, ich würde mir hier in deutschland einen menschen wie obama an der spitze einer partei wünschen... nutzt nur nichts, denn da ist keiner in sichtweite... am wenigsten bei den parteien, die die regierug bilden und - so steht zu befürchten - auch nach der wahl an der macht bleiben werden, weil die kräfte links von der mitte in diesem land so in profilneurosen zerstritten und in kompromisslosigkeit gefangen sind, dass sie sich auch weiterhin selber um die macht bringen (siehe hessen!)...

    nichtsdestotrotz bleibe ich dabei, dass der oscar für den besten film auch dem besten film verliehen werden sollte.

    (nachsatz: ich schätze auch schauspieler nicht besonders, die gouverneur oder präsidnt werden... )
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#10 stromboliProfil
  • 23.01.2009, 13:04hberlin
  • Antwort auf #9 von DragonWarrior
  • dass wir eine "deutlich stärkere Präsenz schwuler Liebe, Zärtlichkeit und Partnerschaft" in den medien brauchen, die ich vielleicht noch heteronormativ sehen kann, aber nicht "aggressiv" auf das ergebnis hin "wir erziehen zu heterosexualität und familie" -..."
    zu was sonst als zu heteronormativem denken wird in medien geworben?
    Oder meinst du , der beitrag in sat3 oder arte und dritten programmen ab 24:00 h deckt den statistischen anteil (6-10 %) schwuler in der gesellschaft ab? Was ist daran gepolter, wenn man darüber lässtert, in seifenopern den schwulen als orientierungslosen BI dargestellt zu sehen, oder in dschunglekleingärtneranlagen haribogemäßtete wonnekugeln als spiegelbild schwulen wortwitzes auf die peepschowgenormten zuschauer loslässt.

    Du wirfst sascha, mir, vor zu poltern! NATÜRLICH poltern wir, was denn sonst, angesichts der beleidigenden dummdreistigkeit , mit der wir zugemüllt werden. Gestern seh ich in "friedman" einen staatssekretär der finanzen, der bei der frage nach der rentenbesoldung eines herrn zumwinkel (100.000 in worten: einhunderttausend euro im monat!!!) un angesichts seiner straftat der steuerhinderziehung vom verhältnismässigen spricht: herr zumwinkel ja genügend gebüsst habe ! Diese "begünstigung" im rentenzusatz aber von eben jenen beschlossen die auf der anderen seite den staat um ein paar milliönchen erleichtern. Und da soll man nicht poltern?
    Oder die vergabe von geldern an banken ohne sicherheitsgegenforderung durch den staat? da soll man nicht poltern.

    Was ist vergleichbar im schwulen bereich: der anspruch der "leistungsträger" die masse der clientel vertreten zu können: Nur, der politiker, der gewählte, ist nicht der "besitzer" , er ist allenfalls sachverwalter. Verwalter im sinne von verwalten der wünsche seiner wähler!
    Das aber ist mitnichten mehr der fall: die "verantwortlichen" sehen sich als entscheidungs, als führerkräfte, der bürger bleibt verwaltetes .Mehr noch, dem bürger wird eingeredet was er wolle, das der politiker für ihn entscheide...!
    Das ist der ansatz des change bei Obama; den bürger wieder zu beteiligen nicht mehr die lobbyisten!
    Dieses grundsätzliche abwenden von einer ideologie des verwaltens hin zur beteiligung bis ins kleinste, das ist das "neue" daran! Na ja, Brandt hat das mit "mehr demokratie wagen" ja auch schon mal skiziert, wo wir landeten dank kohl und schröder, sehen wir nun an merkel und schwesterwelle...
    Aber immerhin hat es 20 jahre gesellschaftliche bewegung gegeben! Wir wissen: 2 schritte voraus , 3 zurück... ; aber es bleibt was hängen! Aber das was hängen bleibt ist nicht das, was den kompromissen geopfert wurde, es sind die dinge, die kompromislos weiter verfolgt wurden/werden. Nimm die schwulen bewegung im vergleich zur antiapartheitsbewegung: :
    hätten die sich auf die zulassung von gemichtehen eingelassen anstatt auf die GRUNDSÄTZLICHE GLEICHSTELLUNG , ohne wenn und aber, würde heute kein schwarzer als präsident dort stehen. Auch das ist poltern!
    Und es durchzieht die weitesten bereiche öffentlichen interesses: Nähmlich die DURCHSETZUNG von sichtbarkeit der minderheiten. Daran kann sich dann die gesellschaft reiben, abarbeiten!

    Das kein "obama" in sicht ist schuld der verkrusteten struktur politischer willensbildung! Da zuallererst gehört das "beil angesetzt, und zwar ohne KOMPROMISS; der "Führungsanspruch" muß wieder vom kopf auf die beine gestellt werden. Dafür sollten auch einige "köpfe rollen", angesichts der schäden , die sie der gesellschaft angetan haben!
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