Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?9910
  • 24. Januar 2009 37 2 Min.

Wut und Betroffenheit nach dem neuerlichen Übergriff auf schwule Männer in Berlin: Rund 500 Teilnehmer beteiligten sich an der Solidaritätskundgebung am Samstagmittag im Schöneberger Kiez unweit des Tatorts. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit verurteilte die zunehmende Gewalt gegen Homosexuelle.

Ein 23-Jähriger war am vergangenen Mittwoch gegen 1:30 Uhr nachts lebensgefährlich verletzt worden, nachdem er und ein 24-jähriger Freund in der Kleiststraße von fünf bislang unbekannten Tätern brutal angegriffen wurden (queer.de berichtete). Der Zustand des 23-Jährigen, der infolge schwerer Kopfverletzungen notoperiert werden musste, ist mittlerweile stabil. Aufgrund der Tatumstände vermutet das Antigewaltprojekt Maneo einen homophoben Hintergrund. Zeugen werden gebeten, sich an die ermittelnde Polizeidirektion 4 oder ans Maneo-Überfalltelefon unter Tel. (030) 216 33 36 zu wenden.

Mit der von LSVD und Maneo organisierten Mahnwache wolle man ein Zeichen setzen, so Maneo-Projektleiter Bastian Finke: "Den Betroffenen gilt unsere Anteilnahme und Solidarität. Deswegen zeigen wir gemeinsam Gesicht gegen Gewalt." Finke mahnte in seiner Ansprache an, erreichte Erfolge der Präventions- und Opferhilfearbeit nicht fortwährend aufs Spiel zu setzen: "Wir sind es leid, dass zu viele Menschen in der Gesellschaft noch immer homophobe Gewalt bagatellisieren, dass unsere ständigen Hinweise und Appelle an unsere Senatsverwaltung ständig in den Wind geschlagen werden. Immer wieder wurde uns erklärt, es sei doch alles gar nicht so schlimm."

- Werbung -

Finke appellierte an die breite Öffentlichkeit, einzuschreiten, "wenn Ihnen wieder einmal der Satz ‚Schwule Sau!’ entgegen schallt": "Wir können zu aller erst unseren Mund aufmachen und sagen, dass wir gegen Ausgrenzung, diskriminierende Beleidigungen, Bedrohungen und körperliche Übergriffe sind, diese nicht länger tolerieren: Auf Schulhöfen, auf der Arbeit, in Kneipen, beim Sport, auf der Straße. Alle sind aufgefordert Gesicht zu zeigen und Zeichen zu setzen. Mit einer klaren, eindeutigen und unmissverständlichen Haltung entziehen wir Tätern den letzten Schein, ihr tun sei irgendwie auch nur ansatzweise moralisch gerechtfertigt."

An der Mahnwache beteiligte sich auch die von Bastian Finke indirekt kritisierte Sozialsenatorin Heidi Knake-Werner (Linke). Anwesend waren darüber hinaus Vertreter sämtlicher Parteien, darunter die Bundestagsabgeordneten Mechthild Rawert (SPD) und Markus Löning (FDP) sowie die Mitglieder des Berliner Abgeordnetenhauses Sascha Steuer (CDU), Stefan Liebig (Linke) und Thomas Birk (Grüne).

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) verurteilte im Vorfeld der Mahnwache die neuerlichen Gewaltakte gegen Homosexuelle scharf. Feindseligkeit gegen Lesben und Schwule sei "nach wie vor ein virulentes Problem" in Berlin, weswegen die Zivilgesellschaft gefordert sei, "Courage zu beweisen und Gesicht zu zeigen gegen Intoleranz und Gewalt." (cw)

Wöchentliche Umfrage

» Wie sicher fühlst du dich als Schwuler in Deutschland?
    Ergebnis der Umfrage
-w-

#1 YavannahAnonym
  • 24.01.2009, 16:53h
  • nette geste, aber was sollen diese ständigen demonstrationen eigentlich bringen? seit jahren werden spontane "solidaritätskundgebungen" veranstaltet, gebracht hat's nichts, schwule werden auch weiterhin verfolgt. da müssen ganz andere maßnahmen ergriffen werden, mit diesen ständigen aufmärschen und "bitte nicht hauen, tut voll doll weh"-bannern erreicht man: nichts.
  • Direktlink »
#2 PrignitzerEhemaliges Profil
  • 24.01.2009, 20:42h
  • Antwort auf #1 von Yavannah
  • Nein, der Homophobie tut's keinen Abbruch, das ist richtung, da sind nicht Gesten gefragt, da ist gesellschaftspolitisches Handeln vonnöten, viele, viele einzelne Maßnahmen, ein ganzes großes Bündel, aber wichtig sind solche Demonstrationen dennoch: Zeigen, dass wir uns nicht einschüchtern lassen. Zeigen, uns gibt es und uns kann man nicht außer Landes knüppeln.
  • Direktlink »
#3 Sven Worlitzer Anonym
  • 24.01.2009, 20:45h
  • Ich muss meinen Vorkommentator recht geben . So etwas kurzfristiges bringt nun nicht wirklich viel . Da sollte man der Politik im roten Rathaus mal ordentlich die Tür einrennen . Dafür haben wir denke ich genug Organisationen in Berlin .
    Mir kommt es so vor bei einigen Organisationen und Vereinen den ist die prävention wichtiger als alles andere , soll jetzt bitte nicht heissen poppen ohne Gummi .
    Aber wenn ich mir die Satzungen einiger Vereine durchlese und was von den Sachen umgesetzt wird bekomme ich das blanke entsetzen . Wo sind denn die leute die an Schulen Aufklärung usw. veranstalten wollen .
    Es bringt auch nichts wenn sich an solch kurzfristigen Marsch irgendwelche Poliiker vereinen und mal schnell ne runde mitlaufen .
    Die sollten endlich mal Ihren Ar.. in bewegung setzen und etwas dagegen unternehmen . Schliesslich bezahlen wir SIE dafür . Einen Partybürgermeister kann ich nicht gebrauchen . Herr Wowereit solltze froh sein das die CDU in berlin nichts gescheites auf die Reihe bekommt . Sonst hätte er vielleicht bald noch mehr Zeit für partys anstatt sich um die Berliner zu kümmern . Ein Wort auch an Maneo , organisiert doch einfach mal eine etwas länger geplante Demo und nicht so kurzfristig . klar verurteile ich diesen Übergriff , aber auch liegt es z.Teil an die schlampige Ermittlungsarbeit der Berliner Polizei, das man solche Chaoten nicht verhaftet und die Justiz ordentliche Strafen verhängt . Solche leute gehören für mich in Arbeitslager nach Sibiren . "
  • Direktlink »