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Wut und Betroffenheit nach dem neuerlichen Übergriff auf schwule Männer in Berlin: Rund 500 Teilnehmer beteiligten sich an der Solidaritätskundgebung am Samstagmittag im Schöneberger Kiez unweit des Tatorts. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit verurteilte die zunehmende Gewalt gegen Homosexuelle.

Ein 23-Jähriger war am vergangenen Mittwoch gegen 1:30 Uhr nachts lebensgefährlich verletzt worden, nachdem er und ein 24-jähriger Freund in der Kleiststraße von fünf bislang unbekannten Tätern brutal angegriffen wurden (queer.de berichtete). Der Zustand des 23-Jährigen, der infolge schwerer Kopfverletzungen notoperiert werden musste, ist mittlerweile stabil. Aufgrund der Tatumstände vermutet das Antigewaltprojekt Maneo einen homophoben Hintergrund. Zeugen werden gebeten, sich an die ermittelnde Polizeidirektion 4 oder ans Maneo-Überfalltelefon unter Tel. (030) 216 33 36 zu wenden.

Mit der von LSVD und Maneo organisierten Mahnwache wolle man ein Zeichen setzen, so Maneo-Projektleiter Bastian Finke: "Den Betroffenen gilt unsere Anteilnahme und Solidarität. Deswegen zeigen wir gemeinsam Gesicht gegen Gewalt." Finke mahnte in seiner Ansprache an, erreichte Erfolge der Präventions- und Opferhilfearbeit nicht fortwährend aufs Spiel zu setzen: "Wir sind es leid, dass zu viele Menschen in der Gesellschaft noch immer homophobe Gewalt bagatellisieren, dass unsere ständigen Hinweise und Appelle an unsere Senatsverwaltung ständig in den Wind geschlagen werden. Immer wieder wurde uns erklärt, es sei doch alles gar nicht so schlimm."

Finke appellierte an die breite Öffentlichkeit, einzuschreiten, "wenn Ihnen wieder einmal der Satz ‚Schwule Sau!’ entgegen schallt": "Wir können zu aller erst unseren Mund aufmachen und sagen, dass wir gegen Ausgrenzung, diskriminierende Beleidigungen, Bedrohungen und körperliche Übergriffe sind, diese nicht länger tolerieren: Auf Schulhöfen, auf der Arbeit, in Kneipen, beim Sport, auf der Straße. Alle sind aufgefordert Gesicht zu zeigen und Zeichen zu setzen. Mit einer klaren, eindeutigen und unmissverständlichen Haltung entziehen wir Tätern den letzten Schein, ihr tun sei irgendwie auch nur ansatzweise moralisch gerechtfertigt."

An der Mahnwache beteiligte sich auch die von Bastian Finke indirekt kritisierte Sozialsenatorin Heidi Knake-Werner (Linke). Anwesend waren darüber hinaus Vertreter sämtlicher Parteien, darunter die Bundestagsabgeordneten Mechthild Rawert (SPD) und Markus Löning (FDP) sowie die Mitglieder des Berliner Abgeordnetenhauses Sascha Steuer (CDU), Stefan Liebig (Linke) und Thomas Birk (Grüne).

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) verurteilte im Vorfeld der Mahnwache die neuerlichen Gewaltakte gegen Homosexuelle scharf. Feindseligkeit gegen Lesben und Schwule sei "nach wie vor ein virulentes Problem" in Berlin, weswegen die Zivilgesellschaft gefordert sei, "Courage zu beweisen und Gesicht zu zeigen gegen Intoleranz und Gewalt." (cw)

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37 Kommentare

#1 YavannahAnonym
  • 24.01.2009, 16:53h
  • nette geste, aber was sollen diese ständigen demonstrationen eigentlich bringen? seit jahren werden spontane "solidaritätskundgebungen" veranstaltet, gebracht hat's nichts, schwule werden auch weiterhin verfolgt. da müssen ganz andere maßnahmen ergriffen werden, mit diesen ständigen aufmärschen und "bitte nicht hauen, tut voll doll weh"-bannern erreicht man: nichts.
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#2 PrignitzerEhemaliges Profil
  • 24.01.2009, 20:42h
  • Antwort auf #1 von Yavannah
  • Nein, der Homophobie tut's keinen Abbruch, das ist richtung, da sind nicht Gesten gefragt, da ist gesellschaftspolitisches Handeln vonnöten, viele, viele einzelne Maßnahmen, ein ganzes großes Bündel, aber wichtig sind solche Demonstrationen dennoch: Zeigen, dass wir uns nicht einschüchtern lassen. Zeigen, uns gibt es und uns kann man nicht außer Landes knüppeln.
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#3 Sven Worlitzer Anonym
  • 24.01.2009, 20:45h
  • Ich muss meinen Vorkommentator recht geben . So etwas kurzfristiges bringt nun nicht wirklich viel . Da sollte man der Politik im roten Rathaus mal ordentlich die Tür einrennen . Dafür haben wir denke ich genug Organisationen in Berlin .
    Mir kommt es so vor bei einigen Organisationen und Vereinen den ist die prävention wichtiger als alles andere , soll jetzt bitte nicht heissen poppen ohne Gummi .
    Aber wenn ich mir die Satzungen einiger Vereine durchlese und was von den Sachen umgesetzt wird bekomme ich das blanke entsetzen . Wo sind denn die leute die an Schulen Aufklärung usw. veranstalten wollen .
    Es bringt auch nichts wenn sich an solch kurzfristigen Marsch irgendwelche Poliiker vereinen und mal schnell ne runde mitlaufen .
    Die sollten endlich mal Ihren Ar.. in bewegung setzen und etwas dagegen unternehmen . Schliesslich bezahlen wir SIE dafür . Einen Partybürgermeister kann ich nicht gebrauchen . Herr Wowereit solltze froh sein das die CDU in berlin nichts gescheites auf die Reihe bekommt . Sonst hätte er vielleicht bald noch mehr Zeit für partys anstatt sich um die Berliner zu kümmern . Ein Wort auch an Maneo , organisiert doch einfach mal eine etwas länger geplante Demo und nicht so kurzfristig . klar verurteile ich diesen Übergriff , aber auch liegt es z.Teil an die schlampige Ermittlungsarbeit der Berliner Polizei, das man solche Chaoten nicht verhaftet und die Justiz ordentliche Strafen verhängt . Solche leute gehören für mich in Arbeitslager nach Sibiren . "
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#4 AxelBerlinAnonym
  • 24.01.2009, 21:43h
  • Antwort auf #3 von Sven Worlitzer
  • so so arbeitslager. sibirien. so was geistert in schwulen köpfen auch wieder umher.
    um mit ein paar schläger fertig zu werden, brauchen wir keine arbeitslager.
    musst aufpassen, dass die für uns nicht wieder solche lager einrichten.
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#5 SurferAnonym
#6 PrignitzerEhemaliges Profil
  • 25.01.2009, 03:08h
  • Antwort auf #3 von Sven Worlitzer
  • Nee, das nun wieder nicht, da muss ich AxelBerlin Recht geben: keine (sogenannten) Arbeitslager, weder da irgendwo tief, tief östlich in Russland, noch in Deutschland. Nee, bitte nirgends auf der Welt. Begegnen wir Inhumanem mit Mitteln des Rechts, und wo das Recht noch nicht so recht greift, ist nachzubessern oder/und dafür zu sorgen, dass es besser greift, aber Inhumanem inhuman begegnen bedeutet, die Rechtsstaatlichkeit zu demolieren. Und ist die hin, na dann Prost Malzeit. Letztlich für alle, aber für Minderheiten zu allererst. - Das Wort 'Arbeitslager', so wie es hier gebraucht wurde, sollten wir im Wortschatz des Unmenschen belassen.
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#7 adminAnonym
  • 25.01.2009, 04:13h
  • Oh, hat sich maneo doch etwas verbeseert?

    Anstatt aus einer Kristallkugel zu lesen, nehmen die nun doch mal realistische Zahlen_?
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#8 Tim_ChrisProfil
  • 25.01.2009, 08:22hBremen
  • Na ja, wir wissen, es muss etwas getan werden, denn so wie es jetzt ist, kann es nicht weitergehen, sonst gibt es früher oder später doch noch Tote.
    Aber: was genau erwarten wir denn von der Politik, was muss getan werden, was können wir tun und was ist tatsächlich primär umsetzbar?
    Mehr Aufklärung ist klar. Aber wie und von wem? Wer klärt wann wen, wo und wie auf? Wie wird das ganze finanziert? Was erhoffen wir uns dadurch für JETZT? Auch der Ruf nach verstärkter und besserer Polizeipräsenz ist verständlich? Aber auch hier die Frage nach dem Wie? Woher die Beamten nehmen, wie effektiv einsetzen ohne sich durch eine zu starke Präsenz eingeschränkt zu fühlen? Reicht es schon, auf dem Kiez eins bis zweimal mehr in der Nacht Streife zu fahren? Oder ist das gar der falsche Weg? Nicht ein mehr und besser an Polizeiarbeit, sondern ein "anders" in der Rechtsprechung? Doch wie?
    Und vor allem noch: wie verhalten wir uns? Was können wir selbst tun, um solche Situationen zu vermeiden oder falls wir in eine solche Situation geraten, das schlimmste zu verhindern? Und was können wir als Community tun, um zukünftiges zu verhindern?

    Den Politikern immer nur Fehlverhalten vorzuwerfen nutzt ja nichts, wenn keine "umsetzbaren" Vorschläge für Änderungen und Sofortmaßnahmen vorhanden sind. Und so verschieden wie die Stimmen hier im Forum schon sind (siehe Nachbarthread: "Überfall: 23-Jähriger lebensgefährlich verletzt"), wird es, egal was die Politik tut, immer Fehlverhalten der Politiker geben.
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#9 Thom_ass1973
  • 25.01.2009, 12:05h
  • Erstmal gute Besserung an die "arme Sau" die es diesmal erwischt hat!
    500 Teilnehmer bekunden Solidarität - ein kleiner Anfang, hoffentlich wird mehr draus! Aufstehehn und handeln ist das Gebot der Stunde! Nicht nach dem Staat rufen und jammern das "die da oben ja garnichts tun"!! Wo immer Schwulenhass / Homophobie sichtbar wird, da liegt es an uns (an jedem) aufzustehn und dem Dreck die Stirn zu bieten! Dies ist garantiert nicht einfach und macht auch überhaupt keinen Spaß! ABER es ist der Weg!
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#10 haEmetProfil