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  • 28. Januar 2009 11 3 Min.

Darauf haben nicht nur schwule Star-Trek-Fans über 40 Lichtjahre lang gewartet, ein ambitioniertes Fanprojekt macht es wahr: Endlich ist ein schwules Paar an der Bord der Enterprise zu sehen.

Von Christian Scheuß

Nein, die letzte Grenze des Universums hat die erfolgreichste Science Fiction-Serie aller Zeiten bislang nicht durchbrochen. Trotz mehrerer hundert Folgen in der Original- und fünf Spin-Off-Serien (die Comicreihe mitgezählt) und trotz elf Kinofilmen: Offen schwul-lesbisches Leben hat es bei Star Trek noch nicht gegeben. Ein bisschen Geschlechterverwirrung und -verwandlung in der einen oder anderen Folge, und ein paar effeminierte Bösewichte, das war es auch schon. Die Forderungen der Trekkies, doch auch einmal Gay life zu zeigen versickerten im Zeit-Raum-Kontinuum der Produzenten, die immer Angst hatten, die Quoten würden dadurch einbrechen. Eine aus heutiger Sicht schwer nachvollziehbare Furcht. War doch "Star Trek" bei seinem Start im Jahr 1966 bereits ein unglaublicher Tabubrecher: Ein weißer Mann küsst eine schwarze Frau. Russen und Amerikaner arbeiten Hand in Hand, gemeinsam mit allen möglichen Aliens, Frauen laufen halbnackt durchs Bild, der Vietnam-Krieg wird kritisiert.

Kurz vor Weihnachten nun ist die Lücke geschlossen worden. An Bord der Enterprise hat ein schwules Paar seinen Dienst aufgenommen. Alex Freeman arbeitet in der Krankenabteilung unter Doktor McCoy, Und Peter Kirk, ein Neffe des Haudegens Captain James T. Kirk, arbeitet in der technischen Abteilung. Nein, der TV-Sender CBS hat keine neue Serie in Auftrag gegeben. Ein ambitioniertes Fanprojekt hat den Wunsch vieler Trekkies wahr werden lassen. "Star Trek – Phase II" nennt sich die Gruppe, die seit ein paar Jahren eigene Folgen von hoher Qualität produziert und diese im Internet zum Download bereitstellt. Die ehrenamtliche Arbeit der "Phase II"-Crew wird sowohl von den Rechteinhabern geduldet, die solange keine Probleme mit Fan-Fiction haben, wie kein Geld damit verdient wird, als auch von einem Teil der Stars der Originalserien tatkräftig unterstützt. So hatten bereits George Takei als Sulu und Walter Koenig als Pavel Checkov Gastauftritte. Dennis Crosby (spielte Sicherheitsoffizier Tasha Yar in "Star Trek – Next Generation") wird in Kürze zu sehen sein.

Youtube | Star Trek Phase II Blood and Fire, Trailer mit deutschen Untertitel

Ende Dezember ist nun die vierte Episode unter dem Titel "Blood and Fire" erschienen, ein Zweiteiler, der im Februar seine Fortsetzung findet. Diese Folge wurde gemeinsam mit David Gerrold geschrieben und produziert, dem offen schwulen Drehbuchautoren, der die Folge "Immer Ärger mit den Tribbles" der Classic-Serie geschrieben hatte und der Produktionsassistent des ersten Spin Offs "The Next Generation" war. "Blood and Fire" war ursprünglich für diese Serie geschrieben und vom Erfinder der Serie, Gene Roddenberry, sehr befürwortet worden. Doch die als Metapher für die Immunschwächekrankheit AIDS gedachte Episode fiel bei den Entscheidern beim Sender durch. David Gerrold war deswegen sehr begeistert, als man bei ihm anklopfte und fragte, ob man das Drehbuch für das Projekt "Phase II" verwenden dürfe.

Das schwule Paar, das nun zu sehen ist, zeigt keinerlei Ambitionen, die sexuelle Revolution im All auszurufen, sie laden auch nicht zur Naked-Alien-Sexparty ein, im Gegenteil. Ihre Beziehung halten sie eher im Verborgenen und insgeheim schmieden sie bereits Hochzeitspläne. Captain Kirk soll sie trauen. Doch bevor es soweit ist, müssen beide zunächst auf eine gefährliche Außenmission, bei der ihr Leben durch fiese Blutwürmer bedroht wird. Ob sie es schaffen, heil vor das intergalaktische Standesamt zu gelangen, werden wir spätestens im Februar wissen, wenn "Blood and Fire"-Teil 2 zum Download freigegeben wird.

Galerie:
Episode: Blood and Fire
8 Bilder
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#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 28.01.2009, 15:23h
  • Na endlich! Ich dachte schon, es passiert in diesem Leben überhaupt nicht mehr! Endlich trauen sich die Produzenten was!
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#2 Mirror
  • 29.01.2009, 20:16h
  • Also ich persönlich finde Liebesgedusel in SF eher langweilig (ist aber als Pause um noch ein Bier zu holen willkommen)weil die wirklich interessanten Dinge,die zwischen Menschen abgehen, kaum an der Oberfläche angekratzt werden.Und da ist es mir egal ob es da um Homo oder Hetero-Libido geht.
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#3 SaschaEhemaliges Profil
  • 29.01.2009, 23:39h
  • Antwort auf #2 von Mirror
  • Offenbar ist dir entgangen, wie extrem wichtig und dringend erforderlich (da praktisch nicht vorhanden) schwule Identifikationsfiguren - und zwar solche, deren Sexualität, Liebe, Partnerschaft IN DER GLEICHEN WEISE dargestellt werden, wie das bei Heteros selbstverständlich der Fall ist - gerade in den Medien, in Film, Fernsehen und vor allem der Musik- und Popbranche für junge Männer sind, die ansonsten rund um die Uhr nur mit heterosexistischer Gehirnwäsche zugedröhnt werden!

    Daher ist es ganz und gar nicht "egal", ob immer nur "Hetero-Libido" zum Besten gegeben wird - nein, ich wiederhole mich, wenn ich sage, dass wir nach den Regeln menschlicher und kultureller Evolution in der medialen Darstellung des 21. Jahrhunderts zumindest wieder auf das Maß an homosexuellen Anteilen kommen sollten, das vor dem mittelalterlichen Siegeszug der Hetero-Zwangs-Kultur in der Antike selbstverständlich war!

    Und wenn noch nicht einmal wir das begreifen und uns aktiv dafür einsetzen, wer dann??? Barack Obama hätte es mit Blick auf "Change" und "Hope" nicht treffender formulieren können: "Wir sind diejenigen, auf die wir gewartet haben"!
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