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  • 30. Januar 2009 106 2 Min.

Bischof Heinz Josef Algermissen kämpft gegen Rechte für Schwule und Lesben (Bild: Bistum Fulda)

Der katholische Bischof Heinz Josef Algermissen hat bei einer Fragestunde vor rund 40 Jugendlichen in Künzell-Dietershausen bei Fulda erklärt, dass Homosexualität keine "normale Haltung des Menschen" sei. Wie eine Vor-Ort-Reportage des Online-Portals "Osthessen News" berichtet, bezeichnete der Bischof Hochzeiten unter Schwulen und Lesben und die Homo-Adoption sogar als "abartig".

Algermissen kritisierte, dass Homosexualität derzeit ein "großes Thema" in der Gesellschaft sei. In der Vergangenheit sei das anders gewesen. "Jetzt outen sie sich nach Strich und Faden", erklärte der 65-Jährige. Zwar billigte er Menschen zu, so veranlagt zu sein; dies verstoße aber dennoch gegen die "Schöpfungsordnung". Obwohl er die Homo-Ehe und Adoption durch gleich­geschlechtliche Paare als "abartig" ansehe, spreche er sich gegen "Verfolgung und Sanktionen" aus. "Die sollen ganz still so leben, wie sie es machen", so der Nachfolger des umstrittenen Bischofs Johannes Dyba, der im Jahr 2000 gestorben war.

Wie das freie Journalisten-Projekt "Osthessen-News" weiterhin schreibt, stand der Bischof den Jugendlichen auch zu anderen Themen Rede und Antwort. So fühle er "Bedauern" gegenüber Prostituierten, erklärte der Hirte. Auch zeigte er sich untröstlich, dass der Atheismus immer aggressiver werde und die Welt dadurch gleichgültiger und unchristlicher.

Der Fuldaer Bischof hatte bereits zuvor erklärt, dass es derzeit in Deutschland einen "Kulturkampf" gebe, bei dem die Kirche in Fragen wie Abtreibung oder Homosexualität gegen den Staat kämpfe (queer.de berichtete). Die "Propagierung von Homosexualität" führe Algermissen zufolge dazu, dass "geschlechtsvariable Menschen" geschaffen werden würden – und das gelte es zu verhindern.

Zuletzt hatten sich die katholische Führung mehrfach gegen Homo-Rechte ausgesprochen. So erklärte die Kirche Schottlands in dieser Woche, dass Schwule und Lesben nicht Kinder adoptieren sollten, weil sie zu früh sterben würden (queer.de berichtete). Im Dezember hatte Papst Benedikt XVI noch erklärt, Homosexuelle "vernichteten" Gottes Werk (queer.de berichtete). (dk)

#1 nino89
  • 30.01.2009, 10:26h
  • Ich frage mich bei der ganzen Sache nur, wer in einer freiheitlichen Gesellschaft den Kulturkampf angefangen hat: der (achso "böse") Staat oder die Kirche?
    Die Antwort ist denke ich eindeutig...
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#2 GerdAnonym
  • 30.01.2009, 10:37h
  • Das gibt es doch nicht, wie moralisch verwerflich sich solche Menschen in katholischer Kirchenleitung doch gegenüber homosexuellen Paaren immer wieder äußern.

    Gegen die "Schöpfungsordnung" ? Woher nimmt er eine solche anmassende, andere Menschen tief verletzende Haltung ein ? Wenn Herr Algermissen zumindest einräumt, dass es homosexuelle Menschen gibt (denn daran kann er im Vergleich zu früheren Bischöfen in der Vergangeheit nicht mehr hinweggehen aufgrund des Outings von Menschen wie Ole von Beust, Klaus Wowereit, Guido Westerwelle, usw), so sollte er doch als gottesfürchtiger Mensch folgendes bedenken:
    Gott hat die Vielfalt der Menschen geschaffen und wenn es homosexuelle Menschen und verschiedene sexuelle Orientierungen in der Menschheit gibt, so ist dies Teil der Schöpfungsordnung Gottes.

    Es ist einfach unfassbar mit welcher Arroganz, Überheblichkeit und Verlogenheit hier Herr Algermissen argumentiert.

    Immerhin aber wendet er sich gegen Gewaltanwendungen und Hassverbrechen: das ist ja dann auch das Mindeste, was man von einem solchen Gottesmann noch erwarten kann.

    Und wiedereinmal kann ich solche Personen der katholischen Kirchenleitung nur dazu auffordern, lernt von den lutherischen Bischöfen der EKD oder den Anglikanern in England, Kanada und in den Vereinigten Staaten, wo homosexuelle Paare als ethische Verantwortungsgemeinschaften zweier Erwachsener akzeptiert und unterstützt werden und sie in diesen Kirchen Segnungsgottesdienste nach ihrem Gang zum Standesamt erhalten können. Die EKD unterstützt das Lebenspartnerschaftsinstitut in Deutschland.

    Es ist ethisch, theologisch und moralisch verwerflich, was Herr Algermissen da den Jugendlichen im Pfarrheim erzählt. Wenn ich da anwesend gewesen wäre, hätte ich ihn in Grund und Boden diskutiert und moralisch an den Pranger des ethischen Moralversagens gestellt.

    Und eines sollte Herr Algermissen nicht vergessen: es ist nicht ein "Kulturkampf" gegen den Staat, den die katholische Kirchenleitung führt, sondern es ist ein Kampf gegen jedes einzelne homosexuelle Paar in unserem Lande.
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#3 queer_norbert (Admin)

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