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Hella von Sinnen, lauteste Entertainerin Deutschlands, feiert am Montag ihren 50. Geburtstag – Sat.1 spendiert der Kölschen Lesbe eine Geburtstagsshow.

Von Dennis Klein

Bevor RTL das Geld und die Reichweite hatte, dahinsiechende Ex-Prominente in den Dschungel zu schicken oder zehntausenden trällernden Aufstiegswilligen den Titel des "Superstar" zu versprechen, war sie das Aushängeschild des Privatsenders: Hella von Sinnen, etwas übergewichtig, sehr vorlaut und offen lesbisch – also das genaue Gegenteil von aalglatten Moderatoren Marke Kai Pflaume, die heute den Äther füllen. Die geborene Unterhalterin – die dank ihrer Lautstärke auch in vollbesetzten Kölner Kneipen und Restaurants stets im Zentrum des Geschehens steht – verbrachte fast die Hälfte ihres Lebens im deutschen Fernsehen.

Alles fing mit der Tortenshow "Alles nichts oder" an, die von 1988 bis 1992 bei RTL lief und bis zu vier Millionen Zuschauer am Samstagabend vor die Glotze zog. Die Show war ganz auf Hella von Sinnen und Co-Showmaster Hugo Egon Balder zugeschnitten, die mit einem Gast einen anarchistischen Kindergeburtstag feierten, bei dem am Ende meist dem Moderatorenpaar mehrere Torten ins Gesicht geschmissen wurden.

Von Sinnen, die in Köln Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften, Germanistik und Pädagogik studiert hatte, erhielt für ihre ausgeflippten Auftritte 1990 sogar den Bambi. Dabei setzte sie sich auch – auf ihre Art – für Feminismus und Homo-Rechte ein: In ihrem RTL-"Weibermagazin" erklärte sie 1991 feministisch-exhibitionistisch die Welt – und zeigte im Gegensatz zum sonstigen Nachtprogramm statt nackter Osteuropäerinnen unbekleidete Männer; sogar Thomas Gottschalk entblößte sich – zumindest ein wenig – bei "Weiber von Sinnen".

Youtube | "Alles Nichts Oder" mit Gast Helge Schneider

1992 wurde "Alles nichts oder" abgesetzt. Weil der Marktanteil von RTL inzwischen von 4 Prozent im Jahr 1988 auf 17 Prozent hinaufgeschnellt war, produzierten die Kölner eher klassische Formate. Für Frau von Sinnen begann die Fastenzeit, sie war nicht mehr gefragt: "Ich saß zuhause und sagte: Hallo? Kann mal bitte einer kommen? Das hat mein Ego ganz schön irritiert", erinnert sie sich heute in einem Interview mit dem "Kölner Stadtanzeiger". Es gab dabei mehrere Tiefschläge: So verbannte der damalige RTL-Chef Helmut Thoma eine Comedy-Serie der Entertainerin auf 4 Uhr morgens, weil die Qualität nicht gestimmt habe.

Inzwischen ist sie aber wieder allgegenwärtig in diversen Shows. Ihr größter Quotenerfolg ist die Sat.1-Show "Genial daneben", bei der sie seit 2003 zu den ständigen Mitgliedern des Rateteams gehört. Außerdem ist sie gern gesehener Gast bei Unterhaltungssendungen aller großen Kanäle.

Auch politisch engagierte sich die gebürtige Gummersbacherin: Über die Jahre hinweg hat sie sich für gleiche Rechte eingesetzt. So klagte sie bereits 1993 beim Bundesverfassungsgericht, weil sie ihre Lebenspartnerin Cornelia Scheel nicht heiraten durfte. Die obersten Richter entschieden damals aber, dass die "Geschlechtsverschiedenheit" eines der "prägenden Merkmale" der Ehe sei. Trotz des Rückschlags setzte sie sich über Jahre für die Ehe ein und nahm 1999 mit der Band Rosenstolz das Hochzeitslied "Ja, ich will" auf, das auch bei MTV und Viva gespielt wurde. Noch heute setzt sie sich in der LSVD-Aktion "Standesamt" für die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe in Deutschland ein. Verpartnert hat sie sich übrigens nie, weil "wir immer noch nicht gleiche Rechte haben wie heterosexuelle Ehepaare".

Sie ist stolz auf ihr Engagement, will sich aber heute eher auf andere Dinge konzentrieren: "Das ist nicht mehr Thema Nummer eins", so von Sinnen. Sie wolle "nicht immer in eine Schublade gesteckt werden".

Ihren 50. Geburtstag verbringt von Sinnen mit der Aufzeichnung ihrer eigenen Geburtstagssendung in Köln-Ossendorf, die von ihren Weggefährten Hugo Egon Balder und Dirk Bach moderiert wird. Die Show soll in den nächsten Wochen auf Sat.1 ausgestrahlt werden.

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#1 sinnenfreiAnonym
  • 02.02.2009, 12:36h
  • wie, älter ist die noch nicht? - ups, äh - *schrei* HAT SICH ABER GUT GEHALTEN!

    laut, lachend, lebendig und lesbisch, gar nicht lahm, nicht mehr laienhaft, lärmend, manchmal etwas lau und lax, selten lieb, aber immer loyal,
    HeLLa, Du hast Dich auf jedenfall ins Gedächtnis aller gehämmert!

    Euch Beiden alles Gute!
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#2 Mirror
  • 02.02.2009, 12:55h
  • Ja was wünscht man ihr denn am besten ?
    noch ein paar Kilo mehr ?
    Mir isse oft zu laut
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#3 RabaukeAnonym
  • 02.02.2009, 13:09h
  • Liebe Hella, dann wünsche ich Dir mal alles, alles Gute für die nächsten 50. Vielen Dank für die unzählig, komischen Momente im TV. Alles Liebe zum Ehrentag!
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#4 gerdAnonym
  • 02.02.2009, 16:16h
  • Herzlichen Glückwunsch und vielen Dank für die vielen guten Gedanken, die Du uns allen geschenkt hast.
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#5 MalteAnonym
  • 02.02.2009, 17:53h
  • Happy Birthday Hella!!

    Selbst die Leute, die sie nicht so sehr mögen, sollten ihr dankbar sein, denn sie war schon zu einer Zeit offen lesbisch, als das sonst noch niemand war. Sie war Vorreiterin und hat auch nie den Mund gehalten, wenn es um gleiche Rechte ging. Sie hat dafür teilweise auch berufliche (und damit finanzielle) Nachteile in Kauf genommen.

    Jeder Prominente, der offen schwul bzw. lesbisch ist, trägt zu mehr Präsenz bei und sorgt so automatisch für mehr Normalität. Dafür sollte jeder dankbar sein, egal, ob man die künstlerischen Tätigkeiten der Person nun schätzt oder nicht!

    Also:
    Happy Birthday Hella!
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