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https://queer.de/?9954
  • 03. Februar 2009 15 2 Min.

Der oberste Gerichtshof Spaniens hat entschieden, dass Schüler nicht dem Staatsbürgerkundeunterricht staatlicher Schulen fernbleiben dürfen, weil dort Themen wie Toleranz gegenüber Homosexualität gelehrt werden.

Eltern hatten ihre Kinder aus dem Unterricht genommen und vor dem Tribunal Supremo de España geklagt, weil behandelte Themen wie Homo-Rechte oder Stammzellenforschung die Kinder moralisch beeinflussen könnten und damit eine religiöse, konservative Erziehung unmöglich machten. Die Richter folgten dieser Argumentation nicht und wiesen auf die Schulpflicht hin.

Die sozialistische Regierung änderte die Prioritäten beim Staatsbürgerkundeunterricht im Jahre 2007. Seitdem wird mehr Wert auf Menschenrechte und Geschlechtergleichheit gelegt. Es wird auch gelehrt, dass Ehen sowohl von gleichgeschlechtlichen als auch von verschiedengeschlechtlichen Paaren geführt werden können. Das südeuropäische Land hat 2005 die Ehe für Lesben und Schwule geöffnet (queer.de berichtete).

Bildungsministerin Mercedes Cabrera begrüßte die Entscheidung des Gerichts: "Die Wirklichkeit im gegenwärtigen Spanien ist, dass es viele Arten von Familien gibt, die der Staat anerkennt."

Der Unterrichtsboykott und die Klage wurden von der katholischen Kirche unterstützt. Tausende Schüler hatten zuletzt den Unterricht unter Berufung auf ihr christliches Weltbild geschwänzt.

Auch verschiedene Regionalregierungen, die von der oppositionellen Partido Popular geführt werden, haben sich dem Boykottaufruf angeschlossen. Die Konservativen erklärten im Wahlkampf 2008, sie wollten die Öffnung der Ehe wieder rückgängig machen (queer.de berichtete).

Die Kläger wollen nun eine weitere Klage beim spanischen Verfassungsgerichtshof, dem Tribunal Constitucional de España, anstrengen und zur Not auch zum Europäischen Menschenrechtsgerichtshof nach Straßburg ziehen. (dk)

-w-

#1 SaschaEhemaliges Profil
  • 03.02.2009, 12:20h
  • Tja, wie man sieht, ist es der Politik entgegen dem auch in unserer (deutschen) Community weit verbreitetem Irrglauben durchaus möglich, einen sehr viel stärkeren und besseren Einfluss auf die demokratische und menschliche Aufklärung von Jugendlichen und ihren Schutz vor kirchlich-religiösen Hass- und Unterdrückungslehren zu nehmen, als dies hierzulande (wo in diesem Punkt weiterhin nichts geschieht) bisher jemals der Fall gewesen ist.

    Aber was will man anderes erwarten in einem Land, in dem der Kanzlerkandidat einer "sozial"demokratischen Partei junge Menschen zur Gehirnwäsche durch Papst und Co. (bzw. deren evangelisch-evangelikale Pendants) vergewaltigen will - siehe die betreffende Initiative in Berlin?!
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#2 dummfugAnonym
  • 03.02.2009, 12:32h
  • Das ist doch mal wieder typisch! Noch nicht einmal hören, geschweige denn sprechen möchte man über andere Lebensweisen und Ansichten. Wie borniert muss man sein, um diesen Gedankenaustausch zu boykottieren!

    Gut, dass der spanische Staat nun klargestellt hat, dass jeder sich mit seinen und damit auch den Grundrechten aller beschäftigen muss. Wie sonst kann jemand von sich behaupten, seine Denkweise hätte er frei entschieden?

    Und klar ist doch auch, warum diese Organisationen zum Boykott aufrufen! Freidenker schwimmen eben auch schon mal QUEER zum Strom. Wenn so ein Schäfchen nicht nur määäh macht sondern auch laut denken darf, könnte es ja wach werden und über den Tellerrand blicken! Das gefährdet ja diese Institutionen so, die nackte Wahrheit!
    Also lieber dumm halten, dann sind die Schäfchen williger... Wie sonst sollte man solche Reaktionen erklären können!
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#3 Mirror
  • 03.02.2009, 12:47h
  • Der Unterrichtsboykott und die Klage wurden von der katholischen Kirche unterstützt. Tausende Schüler hatten zuletzt den Unterricht unter Berufung auf ihr christliches Weltbild geschwänzt.

    Also dass diese Kirche sich aber auch überall reinhängen muss.Gezielter Terrorismus ist das
    und die spanische Regierung müsste ihr so eins auf den Deckel geben dass sie demnächst zweimal überlegt ob sie MISSBRAUCH treibt mit so einer Boykottunterstützung.
    Man sollte die Schüler mal genauso auffordern dem kath.Religionsunterricht zu boykottieren,ich bin sicher auch das wäre ein Erfolg (ist ja auch verständlich wg der Freizeit)
    Spanien ist nun auch in der Rechtsprechung für Europa und seine Homosexuellen ein Hoffnungsschimmer und sollte endlich einen
    Europäischen Fortschrittspreis für Gesellschaftliche Veränderungen bekommen.
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