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- 03. Februar 2009 2 Min.
Der oberste Gerichtshof Spaniens hat entschieden, dass Schüler nicht dem Staatsbürgerkundeunterricht staatlicher Schulen fernbleiben dürfen, weil dort Themen wie Toleranz gegenüber Homosexualität gelehrt werden.
Eltern hatten ihre Kinder aus dem Unterricht genommen und vor dem Tribunal Supremo de España geklagt, weil behandelte Themen wie Homo-Rechte oder Stammzellenforschung die Kinder moralisch beeinflussen könnten und damit eine religiöse, konservative Erziehung unmöglich machten. Die Richter folgten dieser Argumentation nicht und wiesen auf die Schulpflicht hin.
Die sozialistische Regierung änderte die Prioritäten beim Staatsbürgerkundeunterricht im Jahre 2007. Seitdem wird mehr Wert auf Menschenrechte und Geschlechtergleichheit gelegt. Es wird auch gelehrt, dass Ehen sowohl von gleichgeschlechtlichen als auch von verschiedengeschlechtlichen Paaren geführt werden können. Das südeuropäische Land hat 2005 die Ehe für Lesben und Schwule geöffnet (queer.de berichtete).
Bildungsministerin Mercedes Cabrera begrüßte die Entscheidung des Gerichts: "Die Wirklichkeit im gegenwärtigen Spanien ist, dass es viele Arten von Familien gibt, die der Staat anerkennt."
Der Unterrichtsboykott und die Klage wurden von der katholischen Kirche unterstützt. Tausende Schüler hatten zuletzt den Unterricht unter Berufung auf ihr christliches Weltbild geschwänzt.
Auch verschiedene Regionalregierungen, die von der oppositionellen Partido Popular geführt werden, haben sich dem Boykottaufruf angeschlossen. Die Konservativen erklärten im Wahlkampf 2008, sie wollten die Öffnung der Ehe wieder rückgängig machen (queer.de berichtete).
Die Kläger wollen nun eine weitere Klage beim spanischen Verfassungsgerichtshof, dem Tribunal Constitucional de España, anstrengen und zur Not auch zum Europäischen Menschenrechtsgerichtshof nach Straßburg ziehen. (dk)















Aber was will man anderes erwarten in einem Land, in dem der Kanzlerkandidat einer "sozial"demokratischen Partei junge Menschen zur Gehirnwäsche durch Papst und Co. (bzw. deren evangelisch-evangelikale Pendants) vergewaltigen will - siehe die betreffende Initiative in Berlin?!