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  • 06. Februar 2009 49 3 Min.

Die rückwärts gewandte "Unfallserie" von Benedikt XVI. mündet nun in den beschämenden Skandal um den britischen Bischof Williamson. Wie kann das sein?

Von Jürgen Friedenberg

Die rückwärts gewandte "Unfallserie", die Papst Benedikt XVI. mit einem mittelalterlichen, den Religionsstifter des Islam, Mohammed, diskriminierenden Zitat im vorigen Jahr begann, und die er unlängst durch die neuerliche Verteufelung der Homosexuellen fortsetzte, deren Lebensweise er mit dem klimaschädlichen Abholzen der Tropenwälder verglich - das mündet nun in einen beschämenden Skandal: Der Heilige Vater reicht dem einst aus gutem Grund exkommunizierten britischen Bischof, Williamson, einem unbelehrbaren Leugner des Holocaust, und den Anhängern der reaktionären Piusbruderschaft, die Hand zu brüderlicher Versöhnung! Wie kann das sein?

Gottlob hat dieser unglaubliche Vorgang innerhalb wie außerhalb der Katholischen Kirche Bestürzung, Widerspruch, ja scharfen Protest hervorgerufen. Mit ungewöhnlich deutlichen Worten haben insbesondere die deutschen Bischöfe ihr Oberhaupt kritisiert, das – wie ein ertappter kleiner Junge, der seine Schulaufgaben nicht gemacht hat – zunächst nur verlauten ließ, er habe von Williamsons Ansicht über den Holocaust, "nichts gewusst". Mag schon sein, aber wenn es wirklich so war, stellt Benedikt höchst selbst den Anspruch auf seine päpstliche Unfehlbarkeit in Frage. Denn wäre er wirklich unfehlbar, hätte ihm diese Fehlentscheidung - sein Gnadenerweis gegenüber Unwürdigen - nicht unterlaufen dürfen.

Das Unfehlbarkeitsdogma, das übrigens erst 1870 vom Ersten Vatikanischen Konzil in Rom gegen erhebliche Widerstände, auch der deutschen Bischöfe, beschlossen wurde, besagt, dass der Papst als Nachfolger Petri, wenn er als Hirt und Lehrer der ganzen Christenheit ("ex cathedra") spricht, in allen Fragen des Glaubens keinem Irrtum unterliegen kann, sondern dass die göttliche Wahrheit selbst spricht. Die Rücknahme der Exkommunikation ist zweifellos eine Glaubenssache, denn sie hat ja den Sinn, die verlorenen Söhne und Töchter wieder dem "rechten Glauben" zuzuführen.

Schon möglich, dass die peinliche "Panne" für die im Vatikan dafür Verantwortlichen disziplinarische Folgen haben wird. Vielleicht wird nun auch die oft als schwerfällig kritisierte Organisation und unzureichende Kommunikation der Kurie leichtgängiger gemacht. Mit einem gründlichen Frühjahrsputz, der rund um den Petersdom allerlei Staub aufwirbeln dürfte, ist es aber nicht getan. Solange Benedikt XVI. sich vornehmlich als Bewahrer überkommener Traditionen versteht statt als Erneuerer seiner Kirche, kann sich nichts grundlegend bessern.

Eine Kirche, die den Menschen dienen will, muss jedoch nach Weltoffenheit streben und Toleranz gegenüber Andersgläubigen, anders Lebenden und anders Liebenden üben und bejahen. Sie darf sich daher nicht mit Ewiggestrigen verbrüdern und überzogenen Ansprüchen - wie etwa dem Unfehlbarkeitsdogma - nicht verhaftet bleiben..

-w-

#1 FloAnonym
  • 06.02.2009, 15:55h
  • Tja, es wird ein Fehler nach dem anderen eingestanden (und viele leider auch nicht), aber dennoch hält man am Dogma fest, der Papst sei unfehlbar, was er offenbar nicht ist (und auch nie war und gar nicht sein kann, wie jeder intelligente Mensch selbstverständlich weiß).

    Daraus folgt logisch: (i) entweder sind die dumm und glauben das wirklich bzw. sehen den logischen Widerspruch nicht oder (ii) die verarschen ihre Mitglieder...
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#2 Lars3110
  • 06.02.2009, 15:56h
  • Auf sowas kann ja auch nur die katholische Kirche kommen - einen Menschen als unfehlbar zu deklarieren.

    Wie immer an dieser Stelle - aus dem lustigen Leben der Katholiken von deren Haus-und-Hofberichterstatter kreuz.net

    Viel Vergnügen beim Lesen

    "Wir erleben gerade den Kampf des Bösen gegen das Gute

    Jetzt ist nicht die Zeit, um auf der Gartenmauer zu sitzen und abwägend den Kopf zu wiegen. Von Father John Hunwicke, anglikanischer Priester, Oxford.

    (kreuz.net) Sie haben Papst Benedikt XVI. eingekreist – in den Zeitungen, im Fernsehen, in den Blogs, in Parlamentsdebatten, in schicken Magazinen.

    Sie glauben, ihn jetzt fertigmachen zu können. Es wimmelt von Vorurteilen, Vorurteilen, Vorurteilen.

    Oft ist es nur ihr tiefverwurzeltes Bauchgefühl, ihr Haß auf Rom, den sie vielleicht kurz beiseite ließen, als ein Papst – wie Johannes XXIII. – sich anscheinend nicht allzu päpstlich verhielt.

    Manchmal ist es auch die Furcht vor einem, der schlauer ist als sie. Sie haben nichts gegen Christen, solange diese nicht besonders hell erscheinen. Denn dann müssen sie sich nicht bedroht fühlen.

    Für andere ist Benedikt XVI. ein unerträglicher Widerspruch angesichts ihrer verdorbenen und zügellosen Lebensweise.

    Oft ist es einfach ein tiefsitzender Haß gegen jede Art von Frömmigkeit. Denn sie sind Kinder des Vaters aller Lügen.

    Wir erleben im Augenblick einen Kampf des Bösen gegen das Gute in so klarer Form, wie wir das in unserer Welt der Grautöne nur selten beobachten können.

    Und das Dunkel ist im Anstieg begriffen. Jetzt ist nicht die Zeit, um auf der Gartenmauer zu sitzen und abwägend den Kopf zu wiegen – „einerseits – andererseits“.

    Das ist die Zeit, in der man zeigen muß, wo man steht.

    Noch lange wird sich die Frage stellen:

    Was hast Du gemacht, als die Bestien nach Benedikt XVI. schnappten."

    Ich habe soooo gerne Vorurtele gegen diese Katholo-Perversen :-)
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#3 boerdy_hh
  • 06.02.2009, 16:30h
  • jaja.... Ratzinger gilt als einer der hellsten und am besten informiertesten Köpfe die die katholische Kirche zu bieten hat. Ausgerechnet er soll also "schlecht beraten" gewesen sein oder schlichtweg von den Äusserungen und Ansichten der frischen Schäflein nix gewusst haben ?

    So ein Blödsinn.... der Typ hat ganz genau gewusst was er tat und hat mit voller Absicht so entschieden. Dieser Papst hat keinerlei Interesse an einer Integration divergierender Meinungen oder auch nur daran, diese Meinung auch nur zur Kenntnis zu nehmen. Wer Holocaust-Leugner unterstützt und sie sogar mit kirchlichen Ehren aufnimmt bringt sich selbst in die Nähe der unseeligen Allianz aus Faschisten und Unterdrückern. Als Landesherr geniesst er diplomatische Immunität, in Deutschland gehört er für seine Äusserungen bestraft !

    Jetzt gibt es disziplinarische Massnahmen für irgendwelche armen Brezen-Salzer unter ihm und man macht weiter als wäre nix gewesen.

    Als Deutschem und katholisch getauftem Schwulen ist mir dieser Papst zutiefst peinlich, Benedikt ist ein tiefe Enttäuschung und gehört eigentlich nur ganz, ganz schnell abgeschossen ! Gegen diesen Papst sind die Gestalten aus diversen Casting-Shows oder deie Ballermann-Proleten auf Mallorca ja geradezu eine Zier für Deutschland.
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