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- 06. Februar 2009 3 Min.
Die rückwärts gewandte "Unfallserie" von Benedikt XVI. mündet nun in den beschämenden Skandal um den britischen Bischof Williamson. Wie kann das sein?
Von Jürgen Friedenberg
Die rückwärts gewandte "Unfallserie", die Papst Benedikt XVI. mit einem mittelalterlichen, den Religionsstifter des Islam, Mohammed, diskriminierenden Zitat im vorigen Jahr begann, und die er unlängst durch die neuerliche Verteufelung der Homosexuellen fortsetzte, deren Lebensweise er mit dem klimaschädlichen Abholzen der Tropenwälder verglich - das mündet nun in einen beschämenden Skandal: Der Heilige Vater reicht dem einst aus gutem Grund exkommunizierten britischen Bischof, Williamson, einem unbelehrbaren Leugner des Holocaust, und den Anhängern der reaktionären Piusbruderschaft, die Hand zu brüderlicher Versöhnung! Wie kann das sein?
Gottlob hat dieser unglaubliche Vorgang innerhalb wie außerhalb der Katholischen Kirche Bestürzung, Widerspruch, ja scharfen Protest hervorgerufen. Mit ungewöhnlich deutlichen Worten haben insbesondere die deutschen Bischöfe ihr Oberhaupt kritisiert, das – wie ein ertappter kleiner Junge, der seine Schulaufgaben nicht gemacht hat – zunächst nur verlauten ließ, er habe von Williamsons Ansicht über den Holocaust, "nichts gewusst". Mag schon sein, aber wenn es wirklich so war, stellt Benedikt höchst selbst den Anspruch auf seine päpstliche Unfehlbarkeit in Frage. Denn wäre er wirklich unfehlbar, hätte ihm diese Fehlentscheidung - sein Gnadenerweis gegenüber Unwürdigen - nicht unterlaufen dürfen.
Das Unfehlbarkeitsdogma, das übrigens erst 1870 vom Ersten Vatikanischen Konzil in Rom gegen erhebliche Widerstände, auch der deutschen Bischöfe, beschlossen wurde, besagt, dass der Papst als Nachfolger Petri, wenn er als Hirt und Lehrer der ganzen Christenheit ("ex cathedra") spricht, in allen Fragen des Glaubens keinem Irrtum unterliegen kann, sondern dass die göttliche Wahrheit selbst spricht. Die Rücknahme der Exkommunikation ist zweifellos eine Glaubenssache, denn sie hat ja den Sinn, die verlorenen Söhne und Töchter wieder dem "rechten Glauben" zuzuführen.
Schon möglich, dass die peinliche "Panne" für die im Vatikan dafür Verantwortlichen disziplinarische Folgen haben wird. Vielleicht wird nun auch die oft als schwerfällig kritisierte Organisation und unzureichende Kommunikation der Kurie leichtgängiger gemacht. Mit einem gründlichen Frühjahrsputz, der rund um den Petersdom allerlei Staub aufwirbeln dürfte, ist es aber nicht getan. Solange Benedikt XVI. sich vornehmlich als Bewahrer überkommener Traditionen versteht statt als Erneuerer seiner Kirche, kann sich nichts grundlegend bessern.
Eine Kirche, die den Menschen dienen will, muss jedoch nach Weltoffenheit streben und Toleranz gegenüber Andersgläubigen, anders Lebenden und anders Liebenden üben und bejahen. Sie darf sich daher nicht mit Ewiggestrigen verbrüdern und überzogenen Ansprüchen - wie etwa dem Unfehlbarkeitsdogma - nicht verhaftet bleiben..
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Daraus folgt logisch: (i) entweder sind die dumm und glauben das wirklich bzw. sehen den logischen Widerspruch nicht oder (ii) die verarschen ihre Mitglieder...