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Die rückwärts gewandte "Unfallserie" von Benedikt XVI. mündet nun in den beschämenden Skandal um den britischen Bischof Williamson. Wie kann das sein?

Von Jürgen Friedenberg

Die rückwärts gewandte "Unfallserie", die Papst Benedikt XVI. mit einem mittelalterlichen, den Religionsstifter des Islam, Mohammed, diskriminierenden Zitat im vorigen Jahr begann, und die er unlängst durch die neuerliche Verteufelung der Homosexuellen fortsetzte, deren Lebensweise er mit dem klimaschädlichen Abholzen der Tropenwälder verglich - das mündet nun in einen beschämenden Skandal: Der Heilige Vater reicht dem einst aus gutem Grund exkommunizierten britischen Bischof, Williamson, einem unbelehrbaren Leugner des Holocaust, und den Anhängern der reaktionären Piusbruderschaft, die Hand zu brüderlicher Versöhnung! Wie kann das sein?

Gottlob hat dieser unglaubliche Vorgang innerhalb wie außerhalb der Katholischen Kirche Bestürzung, Widerspruch, ja scharfen Protest hervorgerufen. Mit ungewöhnlich deutlichen Worten haben insbesondere die deutschen Bischöfe ihr Oberhaupt kritisiert, das – wie ein ertappter kleiner Junge, der seine Schulaufgaben nicht gemacht hat – zunächst nur verlauten ließ, er habe von Williamsons Ansicht über den Holocaust, "nichts gewusst". Mag schon sein, aber wenn es wirklich so war, stellt Benedikt höchst selbst den Anspruch auf seine päpstliche Unfehlbarkeit in Frage. Denn wäre er wirklich unfehlbar, hätte ihm diese Fehlentscheidung - sein Gnadenerweis gegenüber Unwürdigen - nicht unterlaufen dürfen.

Das Unfehlbarkeitsdogma, das übrigens erst 1870 vom Ersten Vatikanischen Konzil in Rom gegen erhebliche Widerstände, auch der deutschen Bischöfe, beschlossen wurde, besagt, dass der Papst als Nachfolger Petri, wenn er als Hirt und Lehrer der ganzen Christenheit ("ex cathedra") spricht, in allen Fragen des Glaubens keinem Irrtum unterliegen kann, sondern dass die göttliche Wahrheit selbst spricht. Die Rücknahme der Exkommunikation ist zweifellos eine Glaubenssache, denn sie hat ja den Sinn, die verlorenen Söhne und Töchter wieder dem "rechten Glauben" zuzuführen.

Schon möglich, dass die peinliche "Panne" für die im Vatikan dafür Verantwortlichen disziplinarische Folgen haben wird. Vielleicht wird nun auch die oft als schwerfällig kritisierte Organisation und unzureichende Kommunikation der Kurie leichtgängiger gemacht. Mit einem gründlichen Frühjahrsputz, der rund um den Petersdom allerlei Staub aufwirbeln dürfte, ist es aber nicht getan. Solange Benedikt XVI. sich vornehmlich als Bewahrer überkommener Traditionen versteht statt als Erneuerer seiner Kirche, kann sich nichts grundlegend bessern.

Eine Kirche, die den Menschen dienen will, muss jedoch nach Weltoffenheit streben und Toleranz gegenüber Andersgläubigen, anders Lebenden und anders Liebenden üben und bejahen. Sie darf sich daher nicht mit Ewiggestrigen verbrüdern und überzogenen Ansprüchen - wie etwa dem Unfehlbarkeitsdogma - nicht verhaftet bleiben..



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.

49 Kommentare

#1 FloAnonym
  • 06.02.2009, 15:55h
  • Tja, es wird ein Fehler nach dem anderen eingestanden (und viele leider auch nicht), aber dennoch hält man am Dogma fest, der Papst sei unfehlbar, was er offenbar nicht ist (und auch nie war und gar nicht sein kann, wie jeder intelligente Mensch selbstverständlich weiß).

    Daraus folgt logisch: (i) entweder sind die dumm und glauben das wirklich bzw. sehen den logischen Widerspruch nicht oder (ii) die verarschen ihre Mitglieder...
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#2 Lars3110
  • 06.02.2009, 15:56h
  • Auf sowas kann ja auch nur die katholische Kirche kommen - einen Menschen als unfehlbar zu deklarieren.

    Wie immer an dieser Stelle - aus dem lustigen Leben der Katholiken von deren Haus-und-Hofberichterstatter kreuz.net

    Viel Vergnügen beim Lesen

    "Wir erleben gerade den Kampf des Bösen gegen das Gute

    Jetzt ist nicht die Zeit, um auf der Gartenmauer zu sitzen und abwägend den Kopf zu wiegen. Von Father John Hunwicke, anglikanischer Priester, Oxford.

    (kreuz.net) Sie haben Papst Benedikt XVI. eingekreist – in den Zeitungen, im Fernsehen, in den Blogs, in Parlamentsdebatten, in schicken Magazinen.

    Sie glauben, ihn jetzt fertigmachen zu können. Es wimmelt von Vorurteilen, Vorurteilen, Vorurteilen.

    Oft ist es nur ihr tiefverwurzeltes Bauchgefühl, ihr Haß auf Rom, den sie vielleicht kurz beiseite ließen, als ein Papst – wie Johannes XXIII. – sich anscheinend nicht allzu päpstlich verhielt.

    Manchmal ist es auch die Furcht vor einem, der schlauer ist als sie. Sie haben nichts gegen Christen, solange diese nicht besonders hell erscheinen. Denn dann müssen sie sich nicht bedroht fühlen.

    Für andere ist Benedikt XVI. ein unerträglicher Widerspruch angesichts ihrer verdorbenen und zügellosen Lebensweise.

    Oft ist es einfach ein tiefsitzender Haß gegen jede Art von Frömmigkeit. Denn sie sind Kinder des Vaters aller Lügen.

    Wir erleben im Augenblick einen Kampf des Bösen gegen das Gute in so klarer Form, wie wir das in unserer Welt der Grautöne nur selten beobachten können.

    Und das Dunkel ist im Anstieg begriffen. Jetzt ist nicht die Zeit, um auf der Gartenmauer zu sitzen und abwägend den Kopf zu wiegen – „einerseits – andererseits“.

    Das ist die Zeit, in der man zeigen muß, wo man steht.

    Noch lange wird sich die Frage stellen:

    Was hast Du gemacht, als die Bestien nach Benedikt XVI. schnappten."

    Ich habe soooo gerne Vorurtele gegen diese Katholo-Perversen :-)
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#3 boerdy_hh
  • 06.02.2009, 16:30h
  • jaja.... Ratzinger gilt als einer der hellsten und am besten informiertesten Köpfe die die katholische Kirche zu bieten hat. Ausgerechnet er soll also "schlecht beraten" gewesen sein oder schlichtweg von den Äusserungen und Ansichten der frischen Schäflein nix gewusst haben ?

    So ein Blödsinn.... der Typ hat ganz genau gewusst was er tat und hat mit voller Absicht so entschieden. Dieser Papst hat keinerlei Interesse an einer Integration divergierender Meinungen oder auch nur daran, diese Meinung auch nur zur Kenntnis zu nehmen. Wer Holocaust-Leugner unterstützt und sie sogar mit kirchlichen Ehren aufnimmt bringt sich selbst in die Nähe der unseeligen Allianz aus Faschisten und Unterdrückern. Als Landesherr geniesst er diplomatische Immunität, in Deutschland gehört er für seine Äusserungen bestraft !

    Jetzt gibt es disziplinarische Massnahmen für irgendwelche armen Brezen-Salzer unter ihm und man macht weiter als wäre nix gewesen.

    Als Deutschem und katholisch getauftem Schwulen ist mir dieser Papst zutiefst peinlich, Benedikt ist ein tiefe Enttäuschung und gehört eigentlich nur ganz, ganz schnell abgeschossen ! Gegen diesen Papst sind die Gestalten aus diversen Casting-Shows oder deie Ballermann-Proleten auf Mallorca ja geradezu eine Zier für Deutschland.
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#4 AxelBerlinAnonym
  • 06.02.2009, 16:33h
  • ratze, ratze du lumpehund,
    häsch nit gwißt, daß natzes kunnt?

    von wegen, der natzinger habe nichts gewusst von der gesinnung der piusbrüder. da frage ich mich, ist denn die göttliche wahrheit (ex cathedra) dümmer als verlogen?
    20 jahre hat sich der mann um die gesinnung in der kath. kirche als oberinquisitor bemüht und da soll ihm die braune kloake als kath. ableger nicht aufgefallen sein. möglich, dass er den braunen fleck übersehen hat, weil er auf einen braunen stoff genäht ist.
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#5 FloAnonym
  • 06.02.2009, 16:48h
  • "Das ist die Zeit, in der man zeigen muß, wo man steht."

    Ganz sicher nicht auf der Seite derer, die ständig gegen alles und jeden, was das eigene Geschäftsmodell bedroht hetzen und wettern.

    Der Papst nimmt Holocaustleugner mit offenen Armen auf und will angeblich nichts von diesen Positionen wissen... Wo hat er die letzten 30 Jahre gelebt? Auf dem Mond? Und selbst wenn, informiert man sich vorher...

    Der Papst ernennt einen österreichischen Priester zum Bischof, der u.a. die Opfer des Hurrikans Katrina verhöhnt und der Meinung ist, das sei die gerechte Strafe für New Orleans... Hat der Papst diese Aussagen auch nicht gekannt?

    Der Papst fordert, man solle für die Bekehrung der Juden beten.

    Der Papst und die gesamte katholische Kirche sind mit ihrem Kondomverbot und den Lügen über Kondome mitschuldig an unzähligen AIDS-Kranken, Toten und verhungernden AIDS-Waisen in der dritten Welt...

    Hat das alles noch etwas mit christlichem Glauben und Nächstenliebe zu tun?

    NEIN!!!

    Die katholische Kirche zeigt immer wieder, wes Geistes Kind sie in Wirklichkeit sind und dass es denen nur um Geld und Macht geht!! Die wollen Demokratie abschaffen und durch ihre eigene Herrschaft wie im Mittelalter ersetzen...
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#6 Mirror
  • 06.02.2009, 16:52h
  • die Worte les ich wohl, allein mir fehlt der Glaube
    Man kann mir und der Welt nicht erzählen dass ein so intelligenter Mann wie Ratzinger,sich nicht bewusst war,wen er da alles provoziert,wenn er die Arme für Leute öffnet die den Holocoust leugnen.Mit was hat er sich denn die letzten 20 Jahre als Chef der Glaubenskongragation beschäftigt,wenn nicht mit denen; die gegen kanonisches Recht und Ergebnisse des 2.Vatik.Konzil verstossen.
    Man berichtige mich bitte, aber ich dachte das wäre viele Jahre seine Aufgabe als Chef dieser Vatikanbehörde gewesen.Und dann will er nichts von deren geistigen Dünnschiss gewusst haben?Mit vielen Worten wurden Verlautbarungen über Verlautbarungen herausgebracht bis die eigentlich klaren Fragen unter der Oberfläche verschwinden.Nämlich ,hat er es gewusst oder nicht,was diese Piuse verbreiten.
    Warum sind seit einiger Zeit wieder lateinisch gehaltene Messen erlaubt? Warum provoziert er evangelische Christen,Juden und Moslems.Da steckt doch überall eine Richtung und System dahinter.Entweder dies, oder er ist nicht in der Lage dieses Amt auszuführen.
    Ein Brückenbauer jedenfalls ist er als Pontifex bestimmt nicht.Und für uns Homosexuelle,ob Christ oder nicht,sowieso nicht.
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#7 MalteAnonym
  • 06.02.2009, 17:04h
  • Ich habe mich ja immer schon gefragt, wie man da Mitglied sein kann und diese totalitäre demokratiefeindliche Organisation mit Kirchensteuern etc. fördern kann...

    Aber spätestens die Ereignisse der letzten Wochen und Monate müssten doch eigentlich auch dem letzten Verklärten die Augen geöffnet haben. Wie kann man als Christ reinen Gewissens Mitglied solch eines Vereins sein, der christlichen Glauben missbraucht um ganz andere Ziele durchzusetzen.

    Jeder, der da Mitglied bleibt, ist mitschuldig!! Wie können die sich morgens noch im Spiegel ansehen?
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#8 MalteAnonym
#9 Katrin
  • 06.02.2009, 17:41h
  • Bene macht da weiter wo Ratze aufgehört hat, am ganz Rechten Rand mit braunem Anstrich. Bene will die Katholische Kirche wieder ins Mittelalter führen. Anstatt zu integrieren diskriminiert er. Aber es gibt trotzdem 25 Millionen Gehirngewaschene in Deutschland, unter ihnen sogar Schwule und es werden nur langsam weniger. Dummheit ist nicht selektiv und Religiösität unheilbar.
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#10 SaschaEhemaliges Profil
  • 06.02.2009, 17:57h
  • Eine "Kirche", die "nach Weltoffenheit und Toleranz strebt" - dass ich nicht lache... Da hat offenbar jemand immer noch nicht die gesellschaftliche Funktion von Kirche und (organisierter) Religion verstanden - nämlich Herrschafts- und Machtausübung!

    Daher interessiert mich auch nur eine einizige, nämlich DIE essentielle Lektion, die wir aus den jüngsten, kriminellen (!) Entgleisungen des Papstes und der katholischen Kirche insgesamt zu lernen haben:

    Diese Gesellschaft muss, wenn sie ernsthaft freiheitlich-demokratisch sein will, und vor allem Kinder, Jugendliche und junge Menschen müssen vor jedweder Einflussnahme dieser inakzeptablen, menschen(rechts)feindlichen Parallelgewalt zum demokratischen Rechtsstaat umfassend geschützt werden! Strikte Trennung von Kirche und (aufgeklärtem!) Staat hier und jetzt!
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