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- 08. Februar 2009 2 Min.
Der gerade von Papst Benedikt zum Linzer Weihbischof ernannte Priester Gerhard Maria Wagner hat im österreichischen Nachrichtenmagazin "profil" die Umpolung von Homosexuellen propagiert.
Wagner erklärte auf die Frage, ob Homosexuelle behandelt werden sollen: "Dafür gibt es genügend Beispiele, nur davon spricht man nicht." Zudem bezeichnete er die österreichische Abtreibungsgesetzgebung als "mörderisch". Diese Aussagen führten zu heftigen Reaktionen von liberalen katholischen Gruppen, die nun eine erhebliche Zunahme der Kirchenaustritte befürchten.
Auch die grüne Nationalratsabgeordnete Ulrike Lunacek erklärte, mit seiner angestrebten Heilung von Schwulen und Lesben trete er auch dem Klerus "direkt ins Gesicht", da er eine "wissenschaftlich und gesellschaftlich völlig unhaltbare Forderung" aufstelle: "Der ‚Läuterung' und Behandlung bedürfen nicht Lesben und Schwule, sondern jene, die unheilbar von solchen Vorurteilen infiziert sind", so Lunacek.
Kritik gab es auch an einem Interview des Gottesmannes in der Tageszeitung "Kurier", in der der Weihbischof "unmoralische" Taten des Menschen für Naturkatastrophen verantwortlich machte. Er wiederholte damit seine Meinung aus dem Jahr 2005, in der er den Schwulen die Schuld an der Zerstörungskraft des Hurrikans Katrina in New Orleans gab. "Homo-Verbände" hätten die rund 1800 durch den Wirbesturm getöteten Menschen auf dem Gewissen, weil sie eine Veranstaltung geplant hätten: "Nein, ich nehme gar nichts zurück, das ist doch wahr", erklärte Wagner jetzt im "Kurier". Gott würde auf diese Weise die Menschen maßregeln: "Eltern strafen ja auch ihre Kinder – und das hoffentlich aus Liebe. Warum soll Gott nicht auch ein Signal setzen? In der Heiligen Schrift haben wir ganz klar das Prinzip des strafenden Gottes."
In den letzten Wochen steht die katholische Kirche vermehrt in der Kritik, weil Papst Benedikt XVI den Ausschluss der ultrakonservativen Pius-Bruderschaft rückgängig gemacht hat. Deren Weihbischof Richard Wiliamson leugnet seit Jahrzehnten den Holocaust und hat die Aussage erst vor kurzem im schwedischen Fernsehen wiederholt (queer.de berichtete). Auch Homosexuelle waren in den letzten Wochen Opfer katholischer Ausfälle: So erklärte der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen vergangene Woche die Homo-Ehe für "abartig" (queer.de berichtete). Im Januar hat zudem der Salzburger Weihbischof Andreas Laun vor der "Homosexualisierung der Gesellschaft" gewarnt (queer.de berichtete). Für den 65-Jährigen haben Schwule 'keinen Nutzen für die Allgemeinheit'. (dk)














