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Die große Liebe im KZ gefunden
Der Dokumentarfilm "Nelly & Nadine" von Magnus Gertten erzählt die Geschichte einer heimlichen lesbischen Liebe, die im Konzentrationslager Ravensbrück begann. Weltpremiere ist auf der Berlinale.
- 01. Februar 2022, kein Kommentar
Im Mittelpunkt der Doku stehen die beiden Titelheldinnen, Nadine Hwang und die Opernsängerin Nelly Mousset-Vos, die sich Weihnachten 1944 als Häftlinge des KZ Ravensbrück kennen und lieben lernten. Nach der Befreiung finden sie einander wieder und bleiben ihr Leben lang zusammen, zwischenzeitlich in Venezuela und ab den 70er Jahren in Brüssel.
Im Film stellt sich Nellys Enkelin Sylvie dem in einer Kiste verschlossenen Vermächtnis ihrer Großmutter. In Fotografien, Super-8- und Audioaufnahmen sowie in poetischen und erschütternden Tagebucheinträgen stößt die Enkelin nicht nur auf die Erinnerungen ihrer Großmutter an das Konzentrationslager, sondern auch auf Zeugnisse eines gemeinsamen Lebens mit Nadine – einer Paarbeziehung, die von der Familie nie als solche benannt wurde.
Über einen Zeitraum von einem Jahr begleitet der schwedische Regisseur Magnus Gertten in seiner 17. Arbeit die Enkelin auf ihrer behutsamen Suche und geht dabei den Spuren des Unerzählten nach, die in den unterschiedlichen Quellen zu finden sind. Ein ergreifender Film über eine tiefe lesbische Liebe und über die Notwendigkeit persönlichen und kollektiven Erinnerns.
Weltpremiere von "Nelly & Nadine" ist am Freitag, den 11. Februar um 16 Uhr im Kino International. Alle Aufführungstermine gibt es auf der Homepage der Berlinale. Der Film ist der letzte Teil der "28.-April-Trilogie" des Regisseurs: An jenem Tag 1945 kamen zahlreiche KZ-Überlebende im Hafen von Malmö an, darunter Hwang (Mousset-Vos war zwischenzeitlich in ein anderes Konzentrationslager verlegt worden). Gertten recherchierte Personen auf Bildmaterial, das damals bei der Ankunft entstand, und machte sie auf die Suche nach Nachfahren. (cw/pm)

















