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Schwule Selbstinszenierung und -verleugnung

In seiner Doku "Look Me Over - Liberace" lässt Regisseur Jeremy J.P. Fekete mit vielen neuen O-Tönen und spektakulärem Archivmaterial die "Ära Liberace" wieder auferstehen - jetzt läuft der Film im Salzgeber Club.

Vimeo / Salzgeber Club | Trailer zum Film und Möglichkeit, ihn direkt anzuschauen
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  • 10. März 2022, noch kein Kommentar

Er war die erste Las-Vegas-Ikone, Prunk-Pianist, Showgigant und Idol für Millionen: Liberace! "I'm a one-man-Disneyland!" Getreu dieser Maxime wuchsen die schillernden Shows und schmalzig-poppigen TV-Auftritte des "King of Bling" ins Unermessliche – mit strassbesetzten Rolls-Royce-Limousinen, meterlangen schneeweißen Chinchilla-Mänteln, pompösen Nerz-Stolen und kiloweise Brillantschmuck. Dabei flirtete er breit lachend und augenzwinkernd mit seinem Publikum und avancierte zum Lieblingsschwiegersohn der amerikanischen Mütter. So legendär Liberaces Auftritte waren, so paradox war sein Privatleben: Kein anderer Künstler kultivierte schwule Selbstinszenierung derart glitzernd auf den größten Bühnen, doch öffentlich stritt Liberace seine Homosexualität stets vehement ab. 1987 starb er an den Folgen von Aids.

In "Look Me Over – Liberace" begibt sich Regisseur Jeremy J.P. Fekete auf die Suche nach dem Menschen hinter der schillernden Maskerade des "Mr. Showmanship". Frühere Protegés und Liebhaber, Nachkommen seiner Schönheitschirurgen, sein ehemaliger Manager und weitere Weggefährten lassen die "Ära Liberace" wieder auferstehen – unterstützt durch spektakuläres Archivmaterial. So trägt Fekete nach und nach Liberaces schützendes Blendwerk ab und entblößt in der Lebensgeschichte des flamboyanten Entertainers ebenso die damaligen Verheißungen und Schatten des "American Dream". Sein Film erzählt von einem Doppelleben zwischen Bling-Bling und Selbstverleugnung, das von den ungeschriebenen Regeln einer zutiefst bigotten Gesellschaft bestimmt war.

"Look Me Over – Liberace" läuft seit 10. März 2022 als Video on Demand im Salzgeber Club. (cw/pm)



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