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Queere Geschichtsstunde mit den Bollenmädels

Die neue Doku "Tunten zwecklos – ein Dokument schwuler Geschichte, Solidarität und Selbstbewusstseins" gehört zu den spannendsten Filmen des Jahres – hier ist der starke Trailer!

Seit Ende der Achtzigerjahre fummelt sich eine Gruppe schwuler Freunde in Hamburg zum CSD und anderen Events als Schwarzwaldmädel auf. Die Bollenmädels, wie sich die neun Männer nennen, entkamen während der Aids-Krise der homophoben Provinz und lernten sich in der Hansestadt kennen. Mit ihrem besonderen Charme, mit viel Mut und Engagement haben sie die schwule Szene sichtbar mitgeprägt.

"Wir begleiten die Mädels seit 2018 bei ihren solidarischen, aber auch provokanten politischen Aktionen und im Alltag", erklärten die beiden Filmemacher*innen Jutta Riedel und Mirek Balonis von TRAWA Film Köln zu ihrem Projekt. So waren sie etwa dabei, als das Brüsseler Wahrzeichen Manneken Pis im Sommer 2018 von den Bollenmädels ein (selbstgenähtes) Kostüm bekam.

Die Interviewthemen erstrecken sich von der Kindheit über Coming-out, Sexualität und Aids-Krise bis zu Pflege und Tod der Eltern und vorläufige Resümees einzelner Lebensläufe. Über die unterschiedlichen Archiv-Medien und Animationsteile wird der Film auch zum Generationenporträt und bildet einen Ausschnitt der Schwulenbewegung in Deutschland ab.

Und natürlich geht es im Film auch um die Reaktionen auf die Bollenmädels in Gesellschaft und Community. "Tunte als Schimpfwort: schwule Sau, die blöde Tunte, tuntiger Gang, tuntige Körperhaltung, das gebrochene Handgelenk. Laute Schwule, bunt gekleidet, schrill, können die die Schwulen präsentieren?", fragt Volker im Film.

Die Doku "Tunten zwecklos" feierte im vergangenen Oktober beim Hamburg International Queer Film Festival Premiere. Am 1. Mai 2022 ist sie beim queerem Filmfestival Pink Apple in Zürich sowie am 22. Mai bei der Schwulen Filmwoche Freiburg zu sehen. Anfragen zu weiteren Screenings sind ausdrücklich erwünscht. (cw)


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#1 Julian 80Anonym
  • 16.04.2022, 09:32h
  • Wenn ich höre, wie dieser CSU-Politiker Menschen als "Rand, der ausgedünnt werden muss" bezeichnet, dreht sich mir der Magen um. Ein Gedankengut, das noch heute in weiten Teilen der CDU/CSU salonfähig ist.

    Oder diese Frau, die mit einem Holzkreuz gegen Eheöffnung und Adoption protestiert. Tja, hat wohl nichts gebracht - ist trotzdem gekommen. Gut, dass mittlerweile nicht mal mehr die Hälfte der Deutschen Mitglied einer Kirche ist.
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#2 LinusAnonym
  • 17.04.2022, 11:07h
  • An den Spruch "Tunten zwecklos" kann ich mich auch noch erinnern.

    Ich war zwar selbst nie "tuntig", sondern immer eher "straight-acting", aber ich fand das dennoch immer sehr abwertend und habe damals schon erkannt, dass wir selbst oft unsere größten Feinde sind.

    Ich selbst war zwar in meinen Beziehungen immer mit Männern zusammen, die auch eher "straight-acting" waren, aber nicht, weil ich das so gesucht hätte, sondern weil sich das ergeben hat. Ich hatte auch immer viele Freunde, die eher "tuntig" waren und verehre bis heutezu Dragqueens, Travestiekünstler, etc.

    Man muss ja nicht alles und jeden toll finden, aber solche Sprüche kann man sich dennoch sparen. Oft hatte das wohl auch damit zu tun, dass man eigentlich selbst Angst hatte und sich selbst peinlich war. Und diese eigene Unsicherheit hat man dann auf andere projiziert.
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