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Ellen und Steffi machen Druck auf die Politik

Noch immer hat ein Kind, das in eine lesbische Ehe hineingeboren wird, nicht automatisch zwei Mütter - die beiden Vloggerinnen, Pastorinnen, Eheleute und Mütter Ellen und Steffi Radtke haben nun die Schnauze voll.

In einem neuen Video berichten sie von ihren eigenen Erfahrungen nach der Geburt von Tochter Fides im Oktober 2020. So wird Steffi für Fides nur über eine Stiefkindadoption offiziell als Elternteil anerkannt, obwohl Fides in eine rechtswirksame Ehe hineingeboren wurde. Schuld ist das veraltete Abstammungsrecht.

"Schaffen Sie dieses willkürliche, diskriminierende und wirklich abwertende Verfahren ab", fordern Ellen und Steffi im Video. Es gehe nicht um wenige Kinder, die nicht abgesichert seien. "Knapp 15.000 Mädchen und Jungen unter 18 Jahren lebten in gleichgeschlechtlichen Paarfamilien", so die beiden Pfarrerinnen.

SPD, Grüne und FDP haben in ihrem Koalitionsvertrag eine Reform des Abstammungsrechts angekündigt. "Machen wir. Versprochen", schreibt auch der rechtspolitische Sprecher der Grünen Helge Limburg als Reaktion auf das Video auf Twitter. "Bitte nicht erst in vier Jahren", heißt es in einer Antwort von Ellen und Steffi.

Produziert wird "Anders Amen" vom Evangelischen Kirchenfunk Niedersachsen-Bremen (ekn). Die lesbischen Youtuberinnen wollen mit dem Kanal zeigen, wie bunt und vielfältig die evangelische Kirche sei "und dass sie auch Menschen wie uns eine Heimat bietet". Das erste Vlog wurde vor über zwei Jahren am 22. Januar 2020 veröffentlicht (queer.de berichtete). (cw)



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#1 Daddy CoolAnonym
  • 01.05.2022, 17:49h
  • Warum soll das Verfahren "willkürlich, diskriminierend und wirklich abwertend" sein?

    Leider verschleiert das Video den Vater des Kindes. Gezeigt wird ein Plastikbecher, was für eine private Heiminsemination durch einem dem Paar bekannten Mann spricht.
    Wenn der leibliche Vater einer Stiefkindadoption zustimmt: fein. Aber man möchte schon gefragt werden. Vielleicht möchte er ja die elterliche Mitverantwortung selbst übernehmen.

    Deshalb plant die Bundesregierung auch eine automatische Mitmutterschaft nur für den Fall, dass das zwischen den leiblichen Eltern vereinbart ist. Richtig so. Sollte man bei den Heteros auch so handhaben.

    Gerade bei evangelischen Pastorinnen würde ich mir etwas mehr Empathie für den Nächsten (hier: leibliche Väter) wünschen. Wie ich bereits früher schrieb: "Nodoption" spaltet unsere Community.

    P.S. Denkbar wäre eine automatische Mitmutterschaft in Fällen, in denen der Mann seinen Samen einer Infertilisationsklinik ungerichtet zur Verfügung gestellt hätte, also nicht bezogen auf eine bestimmte Empfängerin. Das könnte ein Frauenpaar dem Standesamt ja nachweisen, ggf. schon vor der Geburt.
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#2 nichtbinärePersonAnonym
  • 01.05.2022, 18:02h
  • Ihr "Amen" scheinen die beiden Damen ja irgendwie anders zu beten. Dennoch halten sie ganz offenbar an dem Narrativ fest, dass es nur "Mädchen und Jungen" gibt. Da ist also für das "anders" noch durchaus Luft nach oben. (Von dem seltsamen Ausdruck "Paarfamilie" will ich jetzt gar nicht erst reden.)

    Zu Kommentar #1:
    Da habe ich eine Verständnisfrage. Wie kann etwas "automatisch" sein, wenn dazu erst Vereinbarungen, Voraussetzungen und Nachweise nötig sind? Das klingt für mich eher nach dem Gegenteil von "automatisch", sondern nach den üblichen extrem aufwändigen, umständlichen und langwierigen Verwaltungsverfahren.
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#3 Lucas3898Anonym
  • 01.05.2022, 22:54h
  • Und wenn es durch eine private Samenspende geschehen ist, wird dem Spender ja klar gewesen sein, dass er da nicht Teil der Familie wird.

    Oder ggf. halt nur als Patenonkel.
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#4 derBastiAnonym
  • 02.05.2022, 07:06h
  • Es gibt meiner Meinung nach ein Argument, dass das nicht automatisch geht. Bei Heterosexuellen Paaren geht man davon aus, dass beide an der Zeugung beteiligt waren. Der Hetero-Mann hat eher ein Problem die Vaterschaft loszuwerden wenn er der Meinung ist, dass er das nicht gewesen sein kann.
    Bei einem lesbischen Paar ist aber nur die Kindsmutter an der Zeugung beteiligt. Daher sollte man es schon so handhaben, dass die zweite Frau in der Beziehung aktiv die 2. Mutterschaft bejaht und somit nicht ein Kind untergeschoben bekommt. Das kann ja im Vorfeld bei einem kurzen Besuch auf dem Amt geschehen - ein Termin den auch nicht verheiratete heterosexuelle Paare machen müssen, wenn der Vater bei Geburt direkt als solcher anerkannt sein will.
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#5 nichtbinärePersonAnonym
  • 02.05.2022, 08:58h
  • Antwort auf #4 von derBasti
  • "Bei Heterosexuellen Paaren geht man davon aus, dass beide an der Zeugung beteiligt waren."

    Nein, das ist unerheblich. In § 1592 BGB heißt es:
    "Vater eines Kindes ist der Mann,
    1. der zum Zeitpunkt der Geburt mit der Mutter des Kindes verheiratet ist,
    2. der die Vaterschaft anerkannt hat oder
    3. dessen Vaterschaft nach § 1600d oder § 182 Abs. 1 des Gesetzes über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit gerichtlich festgestellt ist."

    Das heißt, wenn 2 oder 3 nicht zutreffen, gilt automatisch 1.

    "Daher sollte man es schon so handhaben, dass die zweite Frau in der Beziehung aktiv die 2. Mutterschaft bejaht und somit nicht ein Kind untergeschoben bekommt."

    Das sollte in einer funktionierenden Beziehung an sich selbstverständlich sein. Und zwar zwischen den beiden Partner_innen.

    "Das kann ja im Vorfeld bei einem kurzen Besuch auf dem Amt geschehen"

    - und somit haben wir schon wieder eine Verwaltungshürde, die nur für queere Paare gilt.

    "ein Termin den auch nicht verheiratete heterosexuelle Paare machen müssen, wenn der Vater bei Geburt direkt als solcher anerkannt sein will."

    Aber eben nicht verheiratete Hetero-Paare, wenn der Ehemann die Vaterschaft anerkennt. Dann ist er das automatisch. Du möchtest also verheiratete queere Paare mit unverheirateten Hetero-Paaren "gleichstellen"?

    Da schon Deine erste Prämisse ("Bei Heterosexuellen Paaren geht man davon aus, dass beide an der Zeugung beteiligt waren") nicht zutrifft, wäre ich statt dessen auf eine ECHTE Erklärung gespannt, weshalb man hier queere Paare rechtlich anders behandeln soll.
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#6 Lucas3898Anonym
#7 qwertzuiopüAnonym
#8 Daddy CoolAnonym
  • 07.06.2022, 13:36h
  • Antwort auf #7 von qwertzuiopü
  • Aha, woher hast du diese Information? Aus dem Text oder dem Video geht das jedenfalls nicht hervor.
    Für den Sonderfall "Samenbank mit fremden Spendersamen" wäre gegen ein beschleunigtes Verfahren wohl nichts einzuwenden. Man sollte aber nicht von Sonderfällen auf alle Regenbogenfamilien schließen.
    Die Regel bei Regenbogenfamilien sind Heiminseminationen zwischen einander bekannten Frauen und Männern. Da möchte man als Mann schon gefragt werden, ob man für sein Kind dasein will oder nicht.
    Mal ganz abgesehen, dass die UN-Kinderrechte-Konvention verlangt, dass Kinder ihre Eltern kennen und von ihnen betreut werden.
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#9 Daddy CoolAnonym
  • 07.06.2022, 13:43h
  • Antwort auf #3 von Lucas3898
  • Nö, lieber Lukas, da ist gar nichts klar wie von dir behauptet.
    Was bin ich froh, dass ich meine Vaterschaft vor einer möglichen Änderung des Abstammungsrechts begründet habe!
    Ich habe die Vaterschaft anerkannt, teile mir Sorge und Betreuung mit der lesbischen Mutter, die zum Zeitpunkt der Geburt seit mehreren Jahren mit einer Frau zusammen lebte. So hatten wir das auch abgesprochen und schriftlich vereinbart.
    Du siehst: Die Realität ist manchmal komplexer als angeblich allgemeingültige Annahmen/Vorurteile.

    Es wäre schon krass, wenn im Jahr 2022 schwule Männer erneut rechtlich ausgegrenzt würden! Und das unter einer rot-grün-gelben "Fortschrittskoalition"!
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#10 Daddy CoolAnonym
  • 07.06.2022, 13:54h
  • Antwort auf #2 von nichtbinärePerson
  • Nun ja, das ist die Formulierung im Koalitionsvertrag: "automatische Mitelternschaft, wenn nichts anderes vereinbart ist". Das ist allerdings tatsächlich wenig praktikabel, weil es Rechtsunsicherheit produziert, denn irgendwer könnte später eine solche Vereinbarung nachschieben.
    Deshalb lieber gleich der Nachweis der Samenbank, dass nichts Gegenteiliges vereinbart sein kann. Mit diesem Nachweis kann frau* dann ja schon vor der Geburt zum Standesamt marschieren; da müssen sie sowieso hin. Klingt für mich nicht sonderlich bürokratisch.
    Absurd wäre eine automatische Mit-Mutterschaft vielmehr, wenn die 3 Erwachsenen miteinander eine Elternschaft von Mutter und Vater vereinbart hätten. Nach den Vorstellungen von Rot und Grün müsste der Vater dann eine Anfechtungsklage gegen die Mit-Mutter sowie eine eigene Feststellungsklage einreichen. DAS wäre demütigend, diskriminierend und nicht zuletzt eine Verletzung der UN-Kinderrechtekonvention.
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