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"Ich hole mir vor der Kamera auch einen runter"

Marius ist 20, lebt noch bei seinen Eltern und verdient jeden Monat fünfstellige Beträge mit queerem Sex-Content auf OnlyFans. Hier erzählt er seine Geschichte.

Hannah Kaiser von "follow me.reports", einem Reportage-Format des öffentlich-rechtlichen Content-Netzwerks funk, hat Marius einen Tag lang in Berlin begleitet. Die etwas unbedarfte Journalistin erfährt dabei, wie er zu dem Beruf kam, dass ihm die Arbeit Spaß macht und wo seine Grenzen liegen. "Ich hole mir vor der Kamera auch einen runter", erzählt Marius, der überwiegend männliche Abonnenten hat. Angebote zu realen Treffen lehnt er hingegen ab: "Ich habe keinen Sex für Geld."

Das Portal OnlyFans, 2016 gegründet und in den letzten Jahren recht populär geworden, ist eine Art soziales Netzwerk, bei dem User*innen Geld von ihren Abonennt*innen verlangen können, etwa für einzelne Beiträge oder Monate. Auch manche Prominente nutzen es inzwischen für exklusive Inhalte. Viele Schöpfer*innen bieten zugleich Erotik oder Pornografie – ein Angebot für Amateure wie etablierte Pornodarsteller*innen.

Seine Eltern wissen von seinem ungewöhnlichen Job, so Marius. "Sie haben nichts dagegen, solange ich das in meinem Zimmer mache oder im Badezimmer", erzählt Marius im Video. Manchmal geht er aber auch mit seiner Kamera in ein Hotel. Nicht alle Freund*innen hätten anfangs Verständnis dafür gezeigt, dass er kostenpflichtige Nacktfotos und Sexvideos von sich veröffentlicht. "Die haben gesagt, das ist ekelhaft, sowas geht gar nicht." Manche Kontakte habe er deshalb abgebrochen.

Besonders erschrocken zeigt sich die funk-Reporterin über den Hass, mit dem der queere OnlyFans-Creator nahezu täglich konfrontiert wird. "Es gibt auch Morddrohungen: 'Wenn ich dich finde, bringe ich dich um'", erzählt Marius, der bereits mehrere hundert User blockieren musste und bei besonders extremen Kommentaren auch schon Anzeige erstattete. Früher habe er manchmal heulend im Zimmer gesessen, heute lasse er sich jedoch nicht mehr einschüchtern. (mize)


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#1 Lucas3898Anonym
  • 14.05.2022, 11:43h
  • Wobei mit dem Einkommen ja eine eigene Wohnung auch kein Problem sein sollte.

    Wundert mich, dass so viele Leute für sowas zahlen, wo es doch tausende kostenlose Seiten gibt.
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#2 MrSchizoAnonym
  • 14.05.2022, 13:08h
  • Antwort auf #1 von Lucas3898
  • Ich bin eher darüber verwundert wiviele sich jetzt mit Only Fans eine Karriere aufbauen. Nachhaltig ist das mit Sicherheit nicht.

    Das ist eine ganz neue Art von Prostitution.
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#3 Urlauber2003Anonym