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"Anstiftung zur Ausschweifung"

Die neue Doku "The queer revolution in the Middle East: 'One good song can do more than 5,000 protests'" erzählt die Geschichte der libanesischen Band Mashrou' Leila.

Mashrou' Leila gehört zu den bekanntesten Bands aus der arabischen Welt. Weil ihr Leadsänger Hamed Sinno offen schwul ist und sich für LGBTI-Rechte engagiert, wurde und wird sie immer wieder angefeindet.

2017 war es in Ägypten nach einem Auftritt der libanesischen Band vor 35.000 Zuschauer*innen zu einem Eklat gekommen. Die Behörden des Landes nahmen sieben Menschen fest, die auf dem Konzert Regenbogenfahnen schwenkten (queer.de berichtete). Diese vermeintliche "Anstiftung zur Ausschweifung" katapultierte die betroffenen Fans und Mashrou' Leila in eine tragische Reihe von Ereignissen.

Eine der festgenommenen Personen war Sarah Hegazi. Die offen lesbische Aktivistin musste drei Monate in Haft verbringen und wurde dort eigenen Angaben zufolge regelmäßig gefoltert. Nach ihrer Freilassung konnte sie nach Kanada fliehen. Dort erhielt sie Asyl und begab sie sich in Behandlung – bei ihr wurde wegen ihrer Erlebnisse unter anderem eine Posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert. Die von Freund*innen als lebenslustig beschriebene Frau berichtete nach ihrer Flucht von Panikattacken, Gedächtnisproblemen und ständiger Angst, die eigene Wohnung zu verlassen. 2020 nahm sich Sarah Hegazi das Leben (queer.de berichtete).

In der knapp 30-minütigen Doku von Michael Collins, veröffentlicht von der britischen Tageszeitung "The Guardian", blickt Band-Gründungsmitglied Haig Papazian auf diese erschütternde Geschichte zurück, lässt die letzten fünf Jahre von Mashrou' Leila Revue passieren und erzählt von seinem Leben als Künstler im Exil. (cw)