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Eine queere Variante von "Tausendundeine Nacht"

In Mohammad Shawky Hassans außergewöhnlichem Film "Soll ich dich einem Sommertag vergleichen?" geht es um schwulen Sex, Safe Spaces und Chansons d'amour.

Die Liebesgeschichte beginnt, wie tausendundeine Liebegeschichten vor ihr begonnen haben: "Es war einmal …" Eine Erzählerin berichtet von der Beziehung zweier Männer. Ein polyamouröser Chor von früheren Liebhabern setzt ein. Im Club Sheherazad kommen und gehen die Figuren. Es geht um Grindr-Dates, Herzschmerz, Liebe zu dritt. Und was ist mit einem Happy End?

Auf Basis seines eigenen Liebestagesbuchs erschafft Mohammad Shawky Hassan eine metareflexive queere Variante von "Tausendundeine Nacht": ein nicht-heteronormatives Musical, das arabische Volkssagen mit ägyptischer Popmusik kombiniert und Lieder und Gedichte multimedial zu neuer, leuchtender Entfaltung bringt. Sein Film, betitelt nach Shakespeares 18. Sonett, entwirft nicht weniger als einen überzeitlichen Safe Space, in dem persönliche und kollektive Erinnerungen mit unseren gegenwärtigen Hoffnungen und Träumen zusammenklingen.

"Soll ich dich einem Sommertag vergleichen?" gehört zu den Highlights des diesjährigen queerfilmfestivals, das vom 8. bis 14 September 2022 parallel in 13 deutschen Städten stattfindet. (cw/pm)


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#1 Ith_Anonym
  • 21.07.2022, 12:21h
  • Der Kern von "tausendundeine Nacht" war übrigens, dass der mächtige Lover seine Partner*innen nach der gemeinsamen Nacht hinrichten lässt, und die Erzählerin versucht, diesem Schicksal zu entgehen, und da ich das Konzept in einer schwulen Story spannend gefunden hätte, finde ich's jetzt irgendwie schade, dass es offenbar doch bloß Sexmärchen mit Partnern sind, die "kommen und gehen". Er hätte den Chor der Verflossenen wenigstens jeweils ermorden lassen können, um die Besonderheit der Person herauszustreichen, mit der er dann zusammenbleibt.

    Also kein schwuler Sadist, der seine Ex-Partner hinrichten lässt, bis er seinen perfekten Maso-Bottom findet, den er zu gut kennenlernt, um das übers Herz zu bringen. Sehr schade.
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