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Wenn der Kinderwunsch fast zum Fulltime-Job gerät
Jetzt online anschauen: In der neuen MDR-Doku "Queere Eltern - Der lange Weg zum Kind" wird gezeigt, wie schwer es in Deutschland immer noch ist, eine Regenbogenfamilie zu gründen.
- 09. August 2022, kein Kommentar
Die Familiengründung für lesbische, schwule und andere queere Paare ist oft nicht leicht: Während bei traditionellen hetero Paaren schon die vergessene Pille zu einem Kind führen kann, müssen queere Menschen viel planen und brauchen einen langen Atem. Denn die rechtlichen und gesellschaftlichen Hürden bis zur Regenbogenfamilie sind auch fünf Jahre nach der Ehe für alle noch immer sehr hoch.
Für die MDR-Reihe "exactly" hat Reporterin Anna Wulffert queere Paare mit Kinderwunsch und Regenbogenfamilien, die von ihren mühsamen Wegen berichten, begleitet. Die Doku erzählt etwa die Geschichte von Robert und Steven aus der Landeshauptstadt Magdeburg, die nach sechs Jahren Wartezeit gemeinsam ein Baby adoptiert haben. Seitdem sind sie eine Zwei-Väter-Familie. Doch leicht war ihr Weg nicht: "Viele Abläufe waren altbacken und nur auf Heteros zugeschnitten", findet Steven.
In Deutschland leben laut amtlicher Statistik 15.000 Kinder in Regenbogenfamilien. Untersuchungen zufolge sind deren Familien meist eher klein und die Eltern sehr engagiert in Fragen der Erziehung. Kein Wunder: Kinder aus Regenbogenfamilien sind Wunschkinder, die zu bekommen alles andere als leicht ist.
Elisa und Daria erleben das gerade selbst. Der Kinderwunsch gerät bei ihnen fast zum Fulltime-Job: Sie mussten nicht nur einen Samenspender finden, sondern auch ein Kinderwunschzentrum, das Elisa als lesbische Kundin überhaupt betreut. Dazu kommen teure reproduktionsmedizinische Behandlungen, ohne jegliche Unterstützung von der Krankenkasse. "Es werden sehr viele Steine in den Weg gelegt, um das überhaupt machen zu können", fasst Elisa ihre monatelangen und bislang erfolglosen Bemühungen zusammen.
Die Dokumentation zeigt auch, dass Regenbogenfamilien oft mit Diskriminierung zu kämpfen habe. Einer Befragung zufolge hatte jede zweite Familie schon mit Ablehnung zu tun. Die Berliner Sozialwissenschaftlerin Julia Teschlade hat untersucht, dass dadurch bei vielen Familien eine Art Erfolgsdruck entsteht. Lesbische Mütter oder schwule Väter würden in der Öffentlichkeit dauernd sicherstellen wollen, dass sie "gute Eltern" sind, um Hass und Homophobie frühzeitig entgegenzuwirken. (pm/cw)















