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Mit 13 von zu Hause abgehauen

Der queere Schauspieler und Singer/Songwriter Martin Bruchmann hat das erste Kapitel seines bewegenden autobiografischen Musik-Kurzfilms "Wer wär ich heute, wenn ich damals nicht gegangen wär?" veröffentlicht.

  • 28. September 2022, kein Kommentar

Held*innen brauchen keine Superkräfte – alles was sie brauchen, ist der Glaube an sich selbst und ein klares Ziel vor Augen. Manche werden nie zu Helden, andere später, einige viel zu früh. Martin Bruchmann ist einer von ihnen. Mit 13 Jahren haut er von zu Hause ab, um in einem Kinderheim Schutz und nach einer besseren Kindheit zu suchen. Dort angekommen tut er das, was ihm zu Hause nicht erlaubt war: Musik machen und singen. Er beginnt sich Gitarre, Klavier und Schlagzeug selbst beizubringen und singt in verschiedenen Bands.

"Wer wär ich heute, wenn ich damals nicht gegangen wär?", fragt sich Martin Bruchmann. Für ihn ist klar, ohne Musik wäre er ein anderer Mensch. Musik ist seine Medizin, auch wenn wir ihn bislang vorrangig als Schauspieler kenngelernt haben. "Ich will Menschen, mit dem was ich tue, inspirieren und das mit den Mitteln, die mir zur Verfügung stehen: meiner Kreativität. Und der ist es egal ob ich ein Lied schreibe oder in einem Film spiele. Meine Kreativität das bin ich."

Sein schwierigstes und wohl persönlichstes Kapitel hat Martin Bruchmann nun in Musik und Film aufgearbeitet. Entstanden sind fünf leichtschwere Pop-Songs, von denen drei Singles das Herzstück seiner Debüt-EP bilden, für die er extra einen Musikkurzfilm produziert hat. Ein Film, der die Geschichte eines jungen Menschen erzählt, der sich aus eigener Kraft aus einer toxischen Situation retten musste, um eine normale Kindheit zu haben. Der viel zu früh die Verantwortung für sich und sein Leben in die Hand nehmen musste. Und der am Ende doch merkt, dass Weglaufen nur eine vorübergehende Lösung ist. (Er selbst spielt natürlich eine der Hauptrollen.)

Den Auftakt und die Ankündigung der am 25. November 2022 erscheinenden EP bildet daher die erste Single "Dreizehn": "Der wohl intimste Song, den ich je geschrieben habe." Mit "Wer wär ich heute, wenn ich damals nicht gegangen wär?", möchte Bruchmann Menschen, die Ähnliches erlebt haben bestärken: "Egal woher du kommst, egal in welcher schwierigen Situation du dich befindest, egal welchen Weg du für dich vorbestimmt siehst: du kommst da raus. Du kannst dein eigener Held sein."

Martin Bruchmann, geboren in Leipzig, ist in der Medienwelt kein Unbekannter: Seit mehr als zehn Jahren steht er als Schauspieler regelmäßig für Film und Fernsehen vor der Kamera. Er war in verschiedenen Krimiformaten wie "Tatort" oder "Soko", aber auch in Kinofilmen wie im Oscar-nominierten Streifen "Werk ohne Autor" oder in einer Hauptrolle in "Silent Youth". Zuletzt sah man ihn in der ARD-Serie "Eldorado KaDeWe" von Julia von Heinz. 2021 nahm Bruchmann den Song "Anders" auf und organisierte die Diversity-Spendenaktion #WieDuNurAnders. Mit dem Erlös unterstützte er die Initiative Grundgesetz für Alle: "Mir ist es wichtig, als Künstler ein Zeichen für Akzeptanz und gegen Diskriminierung zu setzen." Zudem war er Teil von #ActOut. (cw/pm)


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