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Der erste Hollywood-Cast nur mit queeren Schauspieler*­innen

In einer exklusiven Featurette erklären Billy Eichner und seine Kolleg*innen, warum sie mit "Bros" Geschichte schreiben. Wir verlosen Freitickets für fünf Previews der Romcom am 24. Oktober!

Exklusive Featurette: Queere Repräsentation in "Bros"
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  • 13. Oktober 2022, kein Kommentar

Über die gesamte Geschichte Hollywoods hinweg galt es als Karriere-Selbstmord speziell für männliche hetero Schauspieler, eine schwule Rolle zu spielen. Nachdem Tom Hanks 1994 den Oscar für Jonathan Demmes Film "Philadelphia" gewonnen hatte, kam Bewegung in die Sache, begann sich die Einstellung und Haltung zu ändern. Im Lauf der Jahre wurden schwule Rollen immer begehrter, weil die Chancen gut standen, dafür bei Filmpreisen wahrgenommen zu werden. Seit 1993 haben mehr als 15 heterosexuelle Männer für die Darstellung schwuler Männer Nominierungen für den Oscar bekommen oder ihn sogar gewonnen. So auffällig war dieses Phänomen, dass es von Robert Downey Jr. in "Tropic Thunder" sogar auf die Schippe genommen wurde – in einer Rolle, die ihrerseits eine Oscar-Nominierung erhielt. Auffällig ist dabei nur, dass kein schwuler Mann, der zu dieser Zeit offen lebte, jemals einen Oscar gewonnen hat. Bis heute nicht.

"Seit Jahrzehnten hat es Hollywood heterosexuellen Schauspielern erlaubt, die besten, attraktivsten, vielseitigsten und profiliertesten LGBTQ+-Rollen zu spielen und damit Preise abräumen zu dürfen", betont Billy Eichner. "Und sie verwenden diese Rollen, damit sie ihre Bandbreite unter Beweis stellen und zeigen können, wie 'mutig' sie sind und wie ernst sie ihren Beruf nehmen. Das ist ja alles schön und gut. Aber es funktioniert nie in die andere Richtung."

Als Nicholas Stoller, Billy Eichner und die Produzenten Judd Apatow und Josh Church mit der Besetzung von "Bros" begannen, hatten sie vor allem eine Idee im Kopf. "Als erste Entscheidung, die wir trafen, beschlossen wir, dass mein Love-Interest von einem anderen offen schwulen Schauspieler gespielt werden sollte", erinnert sich Eichner. "Da waren wir alle einer Meinung. Das Studio stand dabei immer hinter uns, das muss man offen anerkennen. Und als wir diese Entscheidung getroffen hatten, wandte ich mich an Nick und sagte: 'Jede und jeder im Cast sollte offen LGBTQ+ sein.' Die Grundidee des Films war es doch ohnehin, dass man queeren Menschen die Gelegenheit geben sollte, ihre eigenen Geschichten zu erzählen, ihre eigenen Geschichten zu kontrollieren."

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"Bros" ist also nicht nur die erste Romcom eines Hollywood-Studios über zwei schwule Männer, sondern auch der erste Studiofilm der Geschichte mit einem Cast, der komplett queer ist. Das spiegelt sich nicht nur im Casting, sondern auch auf der Leinwand selbst wider, weil Eichners Figur Bobby und sein Schwarm Aaron, gespielt von Luke Macfarlane, genau darüber bei einem Date ganz am Anfang ihrer Beziehung reden. "Sie schauen sich im Kino einen Film namens 'The Treasure Inside' an, der gerade so eine Art großer Oscar-Film mit zwei heterosexuellen Schauspielern in der Hauptrolle ist", sagt Nicholas Stoller. "Und Billys Figur, also Bobby, zieht vom Leder, warum schwule Schauspieler nicht heterosexuelle Figuren spielen können, aber heterosexuelle Schauspieler mit schwulen Rollen Oscars gewinnen. Damit der Witz funktioniert, konnten wir gar nicht anders, als den Film komplett LGBTQ+ zu besetzen. Das heißt, dass bei uns auch die heterosexuellen Figuren von LGBTQ+-Schauspielern gespielt werden. Jeder Schauspieler in diesem Film ist aus der Gemeinde. Und ich denke, das macht den Film aus."

Der Casting-Prozess für all diese Rollen erwies sich als überraschend und inspirierend: "Wir ließen viele wunderbare Schauspieler vorsprechen", erinnert sich Eichner. "Dabei fiel mir erst so richtig auf, wie viele tolle Schauspieler aus der LGBTQ+-Gemeinde es gibt. Wir hätten mühelos dreißig Schauspieler mehr in unserem Film besetzen können, die ebenso brillant, lustig und wunderbar sind. Es haute mich förmlich um. Es ging nicht darum, eine Botschaft zu senden, sondern dazu beizutragen, dass ein auffälliges Ungleichgewicht, wer welche Gelegenheiten erhält, ausgeglichen wird."

Als sich das gesamte Ensemble erstmals traf, war die Wirkung größer als gedacht; "Wir lasen das Drehbuch einmal zusammen an einem Tisch, und das war irre lustig", berichtet Judd Apatow. "Am meisten überraschte mich jedoch, wie emotional dieser Vorlesetermin war. Es waren so viele Leute versammelt, die sich alle dachten: 'Solche Rollen kriege ich sonst nie. Ich fühle mich nie repräsentiert. Viele der Türen in dieser Branche stehen mir nicht offen.' Man spürte es förmlich in diesem Raum, dass da so viele Leute, die ein Anrecht darauf haben, gesehen zu werden, bisher nicht gesehen wurden. Hoffentlich sind da viele neue Gesichter, in die sich das Publikum verlieben wird, wenn es den Film sieht." (cw/pm)

queer.de verlost in Kooperation mit Universal Pictures Freitickets für fünf exklusive Filmpreviews. Diese finden am Montag, den 24. Oktober 2022 jeweils um 20 Uhr in Hamburg, München, Stuttgart, Frankfurt und Köln statt. Teilnahmeschluss ist am Montag, den 17. Oktober 2022 um 8 Uhr. Regulärer Kinostart von "Bros" ist am 27. Oktober 2022.

Galerie:
Bros
25 Bilder

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