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Heimliche Affäre im schwulen Rugby-Team
Die Cineplex Pride Night zeigt im Dezember den Film "Seitenspiel" (Originaltitel: "In from the Side") des britischen Regisseurs Matt Carter - hier ist der deutsche Trailer!
- 30. November 2022, kein Kommentar
Mark (Alexander Lincoln) und (Warren Alexander King) sind Mitglieder eines schwulen Rugbyclubs in London. Nach ein paar Gläsern zu viel landen die beiden Spieler miteinander im Bett. Die Crux bei der Sache? Beide Männer sind in festen Beziehungen, die nun durch ihre wachsenden Gefühle füreinander zu zerbrechen drohen. Doch nicht nur das: Auch ihr Rugby-Team steht durch die Affäre auf dem Spiel. Wofür werden Matt und Warren sich entscheiden?
"Seitenspiel" läuft am 19. Dezember 2022 in der Cineplex Pride Night und ab dem 5. Januar 2023 in ausgewählten deutschen Kinos.
Bei unserem Kritiker kam der FIlm nicht so gut an. Jojo Streb schreibt:
"Seitenspiel" frönt dem hedonistischen Alkoholkonsum, lässt den daran zugrunde gehenden Henry (William Hearle) jedoch im Stich. "Ehrlich, was, Mark? Du bist seit Monaten ein schlechter Freund. Du willst nichts außer dem Training mit mir machen." Dieser Vorwurf illustriert die hölzernen Dialoge eines schwächelnden Drehbuchs – und formuliert noch dazu die viel wichtigere Tatsache, dass für Mark in seinem Egozentrik-Trip Henrys Trinkproblem wohl keines zweiten Blickes wert zu sein scheint.
Letzten Endes kommt in dem Spagat zwischen aufregender Untreue und kompetitivem Rugby dem queeren Team ein enorm hoher Stellenwert zu. In schmutzigen Zeitlupe-Aufnahmen wird der Sport mit einer lockeren Selbstverständlichkeit zu einem ästhetischen Schauwert stilisiert – klar, wenn Regisseur Matt Carter schon selbst als Rugby-Coach tätig ist.
Diese Bilder bringen angenehme Abwechslung zu all den hässlichen Vereinshäusern und leblosen Clubs, in denen sich "Seitenspiel" sonst verliert. Die Gruppendynamik wird nur angerissen, es bleibt nicht viel Raum für Zusammenhalt in dieser groben, patriarchalen Mannschaft, die sich selbst mit (Spott-)Preisen als "Man of the match" bzw. "Dick of the day" bewerfen. Nach diesem Film in Überlänge möchte man letztere Bezeichnung Mark müde ins Gesicht tackern. Wieso müssen Sportler immer so anstrengend sein?











