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Schwuler Pfarrerssohn bei "American Idol"

In der amerikanischen Variante von DSDS beeindruckt ein Pfarrerssohn mit einer einfühlsamen Eigenkomposition Jury und Zuschauer.

Ein 25-jähriger Pfarrerssohn aus Maryland begeisterte am Sonntag die Jury der Fox-Castingshow "American Idol", der US-Version von DSDS. Der Rotschopf Jeremiah Lloyd Harmon erzählte in einem Einspielerfilm, wie hart es für ihn war, als Schwuler in einem kirchlichen Haushalt aufzuwachsen. "Ich hatte das Gefühl, dass es bestimmte Teile von mir gab, die dazugehört haben, andere aber nicht", sagte Jeremiah, der als Hausmeister in der Kirche seines Vaters arbeitet.

Der aus Soulsänger Lionel Richie, Popstar Katy Perry und Countrybarde Luke Bryan bestehende Jury spielte er dann seine Eigenkomposition "Almost Heaven" vor, in denen er über Religion und sexuelle Orientierung singt. Die drei zeigten sich begeistert – und schickten ihn die nächste Runde. Lionel Richie verglich den Kandidaten mit Billy Joel. "Weißt du eigentlich, wie gut du bist? Das ist keine Fangfrage", sagte Katy Perry, die selbst als Pfarrerstochter Erfahrungen darin gemacht hat, wie einengend Religion für einen jungen Menschen sein kann. So gab sie vor knapp zwei Jahren zu, dass ihr als Jugendliche Homophobie eingepflanzt wurde und sie auf "Jesus-Camps" gegen Homosexuelle gebetet hatte (queer.de berichtete).

Das Video mit Jeremiahs Song wurde kurz nach der TV-Ausstrahlung auf Youtube veröffentlicht – und erhielt bereits rund eine Million Klicks.

"American Idol" wird in den USA seit 2002 gezeigt und gehört nach wie vor zu den erfolgreichsten Formaten des Landes. Einen offen homosexuellen Sieger gab es – anders als in Deutschland – im Land der unbegrenzten Möglichkeiten noch nie. In Staffel eins riet der ausstrahlende Sender Fox dem schwulen Kandidaten Jim Verraros sogar, seine Homosexualität zu verstecken, um mehr Stimmen zu erhalten. 2009 schaffte es der offen schwule Adam Lambert immerhin auf Platz zwei – er unterlag im Finale dem aalglatten Missionar Kris Allen, den heute kaum noch jemand kennt. Lambert durfte dagegen dieses Jahr die Oscars eröffnen (queer.de berichtete). (dk)



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