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Homophober Priester von Bühne gestoßen

Eine offenbar psychisch kranke Angreiferin schubste den bekanntesten TV-Prediger Brasiliens während eines Gottesdienstes mit 50.000 Gläubigen.

Zu dem Angriff kam es am Sonntagnachmittag bei einem live im Fernsehen übertragenen Abschlussgottesdienst eines katholischen Jugendfestivals in Sao Paulo. Marcelo Rossi, einer der bekanntesten Fernsehprediger des Landes, hielt gerade seine Predigt, als eine 32-Jährige an Sicherheitspersonal vorbei auf die Bühne stürmte und den 52-Jährigen rund ein Meter in die Tiefe von der Bürne schubste.

Die Angreiferin wurde danach festgenommen und auf eine Polizeiwache gebracht. Über ihre Motive gab es zunächst diverse Spekulationen in brasilianischen Medien; später hieß es seitens der Behörden, sie sei offenbar psychisch krank. Sie selbst gab Medienberichten zufolge an, an einer bipolaren Störung zu leiden und sich einer psychiatrischen Behandlung zu unterziehen; während einer Vernehmung sagte sie, sie habe nur mit Rossi reden wollen, dann aber aufgrund des Security-Personals Panik bekommen. Die geschiedene Pflegetechnikerin, die mit ihrem drei-jährigen Sohn zu der Messe gefahren war, wollte sich nach Verlassen der Wache gegenüber Medien nicht äußern: der Vorfall gehe nur sie und Rossi etwas an.


Am Montag betonte Rossi in seinem Youtube-Kanal, es sei ein "Wunder", dass er nicht schwerer verletzt wurde. Er danke Gott und der Mutter Gottes

Der Angriff hatte für Entsetzen unter den rund 50.000 Gläubigen vor Ort gesorgt. Rossi erlitt nach eigenen Angaben nur leichte Prellungen und konnte den Gottesdienst wenig später fortsetzen. Am Montag sagte er, er werde für die Angreiferin beten und keine Anzeige stellen. Viele von Rossis Anhängern forderten hingegen eine Bestrafung der Frau und stellten den Angriff als Christenfeindlichkeit dar. "All unsere Solidarität mit Pater Marcelo Rossi", schrieb Brasiliens rechtsextremer und homofeindlicher Präsident Jair Bolsonaro bei Twitter. "Gott schau auf unser Brasilien."

In sozialen Netzwerken sorgte der Vorfall zugleich für viel Spott. Rossi ist der bekannteste katholische Priester des Landes, der mit seinen Sendungen ein Millionenpublikum erreicht und im Rahmen der charismatischen Bewegung mit Show-Gottesdiensten mit Musik eine Evangelisierung betreibt, die an evangelikale Kirchen verlorene Gläubige zurückerobern versucht. 2011 eröffnete Rossi, der für Sony und Universal auch mehrere teils millionenfach verkaufte Musik-CDs veröffentlichte, ein Glaubenszentrum in Sao Paulo mit der größten katholischen Kirche in Lateinamerika.

Seinen großen Einfluss nutzte Rossi auch gegen LGBTI-Rechte. 1998 sagte er in einer TV-Show, dass sich vieles verändern werde "an dem Tag, an dem bewiesen wird, dass Homosexualität eine Krankheit ist". 2012 meinte er zur Debatte zur Ehe für alle, dass gleichgeschlechtliche Personen keine Beziehung führen sollten, da dies nicht von Gott gewollt sei. 2014 betonte er: "Sex zwischen Männern erzeugt Schmerz. Wenn etwas Schmerz erzeugt, kann das nicht etwas gutes sein." (nb)



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#1 BobAachenProfil
  • 16.07.2019, 12:22hAachen
  • ""Sex zwischen Männern erzeugt Schmerz. Wenn etwas Schmerz erzeugt, kann das nicht etwas gutes sein." " - Mein Gott und Maria hilf. Er hat schlechte Erfahrungen gesammelt.
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#2 not_goodAnonym
  • 16.07.2019, 13:00h
  • Ne, das ist keine Heldentat.
    Gewalt anwenden hat noch nie geholfen. Das ist schon ne Spur zu krass.

    Es wäre mutig gewesen, das Mikrofon zu schnappen und etwas über Vielfalt und Menschlichkeit zu erzählen, und quasi kommunikativ zu überzeugen, so dass die Gäste einem selbst applaudieren und nicht mehr diesem Prediger.

    Das wäre viel sinnvoller gewesen.

    ©BuntesUndSchönes
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#3 MaenneAnonym
  • 16.07.2019, 13:18h
  • Hey Marcelo,
    das mit der Entspannung beim AV kann man üben. Echt! Du schaffst das, da bin ich ganz sicher. Schau: Generationen von Bischhöfen und sonstigen Pfaffen vor und mit dir haben es doch auch hingekriegt. Und wenn du es dann hinkriegst, macht's dir noch mehr Spaß. Versprochen.
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#4 LotiAnonym
  • 16.07.2019, 14:58h
  • Antwort auf #2 von not_good
  • Alles klar doch. Die Frau hatte ja auch sooooo viel Zeit um eine flammende Rede über Vielfalt zu halten. Schadenfreude ist auch eine Freude. Ich habs mir gleich dreimal hintereinander angesehen. Mir tut nur die wahrscheinlich verwirrte Frau sehr leid, da man ja in Brasilien zur Zeit nicht einmal weiß was jetzt mit ihr geschieht und wie mit ihr umgegangen wird.
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#5 Ralph
#6 AnyckaAnonym
  • 16.07.2019, 15:50h
  • Also sind alle Geburten auch nichts gutes und Zahnarztbesuche und Predigten von welchen man vor lauter Unfug Kopfschmerzen bekommt auch nicht.....
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#7 stephan
  • 16.07.2019, 18:48h
  • "Eine offenbar psychisch kranke Angreiferin" ... eine psychisch kranke Person mehr oder weniger auf der Bühne ... was macht das schon! Und wenn sie sich von dem Fummelträger beleidigt fühlte, hätte der Eunuch für das Himmelreich seine Worte wohl besser abwägen müssen. Wer andere beleidigt, sollte immer darauf gefasst sein, dass jemand sich nicht im Griff hat und evtl. auch physisch agiert ... nicht richtig, aber das passiert, wenn man stets andere beleidigt!
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#8 not_goodAnonym
  • 16.07.2019, 20:30h
  • Antwort auf #4 von Loti
  • Das Video konnte ich nur einmal ansehen und dann hat es mir gleich gereicht. Das ist ziemlich heftig :-( Egal, wen es trifft - diese Reaktion ist falsch. Da hätte sie mal besser zuhause bleiben sollen, wenn sie sich so gar nicht im Griff hat.
    Es wäre auch möglich gewesen, dass sie sich zu Wort meldet und Kritik äußert. Oder mit einem Demo-Plakat auf die Bühne geht.

    Es gibt konstruktive Möglichkeiten, aber so wie er von der Bühne geschmissen wurde, das ist schon, ich sag mal, haarscharf an Fahrlässigkeit annähernd :-(
    Was wenn er unglücklich gestürzt wäre und jetzt tot wäre?
    Boah, diese Frau macht mir Angst.

    ©BuntesUndSchönes
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#9 queergayProfil
  • 16.07.2019, 21:12hNürnberg
  • Dieser faselnde Gottesprediger und Big-Business-Man ist ein Feind aller queer people und gehört eigentlich ins reinigende Fegefeuer der Christenheit.
    Angriffe von psychisch auffälligen Personen sind nichts besonderes; solches hat es schon immer gegeben.
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#10 TommAnonym
  • 16.07.2019, 21:58h
  • Ich muss schon sagen - das mich eine gewisse "Häme" beschlichen hat, als ich mir das Video angeschaut habe !! Mir tut der 3-jährige Junge leid !!
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